Notaus, FI, Hauptschalter, und LS Schalter in einer Einheit

Doc Alex
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Notaus, FI, Hauptschalter, und LS Schalter in einer Einheit

Beitrag von Doc Alex » So 19. Mai 2019, 13:07

Moins,

Hier

https://library.e.abb.com/public/328e9b ... 1D0101.pdf

Eine interessante Kombination für die Werkstatt.

Ist ein Klasse B Fi auch für FUs geeignet.

Kann Notaus mit Öffnern

Und ist gekoppelt mit LS Schalter, so dass beide zusammen auslösen.

Nette Alternative.

Viele Grüße

Alexander
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prof_rieg
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Re: Notaus, FI, Hauptschalter, und LS Schalter in einer Einheit

Beitrag von prof_rieg » So 19. Mai 2019, 13:40

Hi Doc,

Das mit den B bzw. B+ FIs liest und hört man immer, d.h. dass die fuer FUs geeignet waeren.

Ein Kollege von mir, Elektrotechnik-Ingenieur, früher bei Siemens im Bereich Leistungselektronik und Frequenzumrichter in leitender Stellung taetig, sagt, dass diese B-FIs absolut nichts bringen bei FUs !!

Nicht umsonst sind in Fabriken keine FIs verbaut.

Er sagt: Daheim entweder FI 'rauswerfen, wenn FUs im Drehstrombetrieb eingesetzt werden oder Trenntrafo nehmen.

Ich zitiere einen Fachmann - ob's stimmt, kann ich als Maschinenbau-Ingenieur nicht beurteilen.

Viele Gruesse
Frank
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Technische Videos der Uni Bayreuth: https://www.youtube.com/channel/UCsqnf9 ... GVQ/videos

Bollwerk
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Re: Notaus, FI, Hauptschalter, und LS Schalter in einer Einheit

Beitrag von Bollwerk » So 19. Mai 2019, 14:06

Hi Prof, :2up: :2up: :2up:

die Bayreuth Videos sind super. Schaue ich mir immer wieder gerne an. In Sachen FUs läuft bei mir anscheinend etwas "falsch". Habe in meiner Bastelbude ein halbes Dutzend Maschinen an FUs. Alle Stromkreise laufen über FI. Nichts besonderes, üblicher Standard. Während des Betriebes ist der FI noch nie gekommen. Ausgelöst hat der FI gelegentlich dann, wenn ich, nach dem regulären Anhalten einer Maschine, den FU vom Netz getrennt und kurz darauf wieder verbunden habe. Seit ich das nicht mehr mache, sondern nach Anhalten einer Maschine und Trennen des FU vom Netz ein paar Minuten warte bis ich den FU wieder mit dem Netz verbinde, ist mir das nicht mehr passiert.

Schönen Sonntag
Bollwerk
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Re: Notaus, FI, Hauptschalter, und LS Schalter in einer Einheit

Beitrag von B12 » So 19. Mai 2019, 14:16

Das Problem ist daß der FI vormagnetisiert wird und
dann NICHT mehr auslöst wenn er soll.

Doc Alex
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Re: Notaus, FI, Hauptschalter, und LS Schalter in einer Einheit

Beitrag von Doc Alex » So 19. Mai 2019, 15:00

Das sollte hier eigentlich kein FU Thread werden aber egal....

Der Grund, warum für einen FU ein allstromsensitiver Klasse B FI vorgesehen ist, ist der Zwischenkreis

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Zwischenkreis

Hier liegt Gleichspannung an, die durch den Eingangsgleichrichter erzeugt wird. Im Fehlerfalle würde ein Gleichfehlerstrom entstehen,der sehr gefährlich ist. Dafür hat der Klasse B FI einen zusätzlichen Detektor für solche Gleichfehlerströme.

Im Baustromverteiler z.B. Oder im Prüffeld sind Klasse B FIs inzwischen vorgeschrieben.

Viele Grüße

Alexander
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Spanause
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Re: Notaus, FI, Hauptschalter, und LS Schalter in einer Einheit

Beitrag von Spanause » So 19. Mai 2019, 15:36

Bollwerk hat geschrieben:
So 19. Mai 2019, 14:06
(....) den FU vom Netz getrennt und kurz darauf wieder verbunden habe. (....)
Das könnte ja glatt der Grund sein dass ein Schalter vor dem FU zweipolig sein soll.....
Brustleier, Bohrer 1 – 22 mm nullfünf steigend. Steckschlüsselkasten 10 – 32 mm mit Verlängerung und Kreuzgelenk, Matra MDR 2 laut Zerspanungpur im schlechten Zustand dafür den Kopf voller Ideen und die Fähigkeit diese auch umzusetzen!

Bollwerk
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Re: Notaus, FI, Hauptschalter, und LS Schalter in einer Einheit

Beitrag von Bollwerk » So 19. Mai 2019, 15:46

also wenn schon, dann vier-polig. Was will ich mit einem zwei-poligen Schalter bei Drehstrom?
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SparkyFX
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Re: Notaus, FI, Hauptschalter, und LS Schalter in einer Einheit

Beitrag von SparkyFX » So 19. Mai 2019, 16:42

prof_rieg hat geschrieben:
So 19. Mai 2019, 13:40
Das mit den B bzw. B+ FIs liest und hört man immer, d.h. dass die fuer FUs geeignet waeren
[...]
dass diese B-FIs absolut nichts bringen bei FUs !!
Bei einer Speisung aus dem Wechselspannungsnetz stammen alle Ableitströme zwar schon aus dem Wechselspannungsnetz und haben ihr Bezugspotential dort, aber der FU enthält in dem Zwischenkreis eine recht große Kondensatorbank, die ihre Ladung eben eine Zeit lang behält.

Im oben gezeigten Dokument steht ja
Wichtiger Hinweis vor dem Kauf:
Nur FI-verträgliche EB einsetzen!
EB = Elektronische Betriebsmittel. Heißt vermutlich dass der FU in keinem Betriebszustand den Summenstromwandler im FI auslösen soll, also z.B. beim Abschalten den Zwischenkreis mit <30mA DC entladen müsste (betriebsmäßiger Ableitstrom).

Das kann ne Weile dauern, über die Maschine ableiten geht nicht weil Abschalten bei drehendem Motor idR nicht vorgesehen ist. Da die Maschine aus dem Zwischenkreis gespeist wird, man den FU aber abschaltet, muss ja irgendwie sichergestellt sein das keine Spannung mehr an der Maschine anliegt. Das ist eine recht große Einschränkung, wenn man zum Wiederanlauf erst einige Minuten warten müsste bis der FU aus dem Betriebszustand wieder rauskommt - oder ein wiederanlauffähiger FU.

Der Hersteller des FI wälzt da einfach nur die Verantwortung auf nachgelagerte Betriebsmittel ab um Konformität vorzugaukeln. Geht zugegebenermaßen auch nicht wirklich anders, wenn Abschaltzeiten und Ströme feste Vorgaben haben.

SparkyFX
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Re: Notaus, FI, Hauptschalter, und LS Schalter in einer Einheit

Beitrag von SparkyFX » So 19. Mai 2019, 16:50

Bollwerk hat geschrieben:
So 19. Mai 2019, 15:46
also wenn schon, dann vier-polig. Was will ich mit einem zwei-poligen Schalter bei Drehstrom?
Ich glaub er meinte bei FU mit Einphasen-Eingang.

Der Ausgang besteht aus getakteter Gleichspannung die über drei Anschlüsse zeitlich versetzt geschalten wird, aber gegeneinander immer das gleiche Bezugspotential hat (für die üblichen FUs).

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Re: Notaus, FI, Hauptschalter, und LS Schalter in einer Einheit

Beitrag von zahnfee » So 19. Mai 2019, 19:19

Doc Alex hat geschrieben:
So 19. Mai 2019, 15:00
...
Der Grund, warum für einen FU ein allstromsensitiver Klasse B FI vorgesehen ist, ist der Zwischenkreis

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Zwischenkreis

Hier liegt Gleichspannung an, die durch den Eingangsgleichrichter erzeugt wird. Im Fehlerfalle würde ein Gleichfehlerstrom entstehen,der sehr gefährlich ist. Dafür hat der Klasse B FI einen zusätzlichen Detektor für solche Gleichfehlerströme.

...
Hallo Alex,

was für ein Fehlerfall soll das denn sein? Meinst Du eine Diode wird plötzlich hochohmig? Eher produziert sie einen Schlurzkuß und dann fliegt eh die Sicherung.

Ich denke, daß die erforderlichen Abblockmaßnahmen um Schaltstörungen im Netz zu vermeiden zu deutlich höheren Ableitströmen führen, als dies normalerweise der Fall ist.
Daher rühren die erhöhten Anforderungen an den FI.

Der Zwischenkreis hat ansonsten überhaupt keine Auswirkungen auf das Netz. Zum Entladen würde man normalerweise einen "Bleeder-Resistor" vorsehen und nicht über N oder PE gehen.
Die paar Coulomb (Q=CU, C ein paar 100 µF, U=700V), die in den Kondensatoren gespeichert sind, lassen sich so leicht verbraten.
Die bekannten Dale (jetzt Vishay) Widerstände im Metallgehäuse können für 2 Sekunden das Zehnfache ihrer Nennleistung verbraten. Bei 500Ws im Zwischenkreis reicht also ein 50W-Widerstand.

Zum Ursprungsthema - was kostet denn das gute Teil? Ist ja alles eine Preisfrage und ABB ist ja nun kein Chinese...

Gruß

Uwe

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