FU und FI, das leidige Thema

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Rainer4x4
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FU und FI, das leidige Thema

Beitrag von Rainer4x4 » Mi 5. Dez 2018, 11:15

Hallo miteinander,
viele von Euch betrieben ihre Maschinen über Frequenzumrichter. Und eben so viele kennen sicher das Thema der zu früh oder zu spät auslösenden Standart-Fehlerstromschutzschalter.
Seit ein paar Tagen betreibe ich meine Dreh-und Fräskombimaschine über FUs. Zwei Motoren, zwei FUs. Und jedes Mal beim Ausschalten des Hauptschalters fliegt der FI raus.
Die Konfiguration: 2 x 0,75kW Motoren, ein 4kW SEW FU, und ein 3kW Danfoss FU. Weshalb gerade diese FUs? Weil sie da waren! Der SEW FU macht keinen Stress, der Danfoss schon. Den FUs sind Netzfilter vorgeschaltet, die Motorleitungen sind mit Ringkernen versehen und abgeschirmt.
Wie gesagt, der 30mA FI fällt NUR beim Abschalten!
Wie habt Ihr das Problem gelöst? Betrieb an einem separaten Anschluss ohne FI? Oder einfach einen anderen FI mit zB 300mA einbauen? Oder einen sündhaft teuren allstromsensitiven FI einbauen? Drehstrom-Trenntrafo?
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Gruß Rainer

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PeterH
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Re: FU und FI, das leidige Thema

Beitrag von PeterH » Mi 5. Dez 2018, 11:22

Hallo Rainer,

ich habe es gelöst durch eine seperate Leitung an die FUs nur mit Sicherung und ohne FI.

Peter

ryven
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Re: FU und FI, das leidige Thema

Beitrag von ryven » Mi 5. Dez 2018, 11:24

Tausch den Danfoss.
Trenntrafo führt dazu das du keinen Potentialbezug mehr hast und damit dann auf IT Netz bist und eigentlich Iso Widerstandsmessung machen kannst.
Ist aber nicht preiswert.
Weil ein 300 mA ist ein Maschinen Fi der die Maschine schützt nicht den Benutzer. Also ehr uncool.

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HansD
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Re: FU und FI, das leidige Thema

Beitrag von HansD » Mi 5. Dez 2018, 11:25

Ich war der Meinung dass man wenn FI dann um den allstromsensitiven nicht herumkommt.

Hans
Bauberichte Thread #12691

Bevor ihr euch ärgert über meine Beiträge - freut euch lieber über die vielen die ich nicht geschrieben habe!

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Oliver M
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Re: FU und FI, das leidige Thema

Beitrag von Oliver M » Mi 5. Dez 2018, 12:00

Hallo

Der Allstromsensitive würde bei zu hohem Ableitstrom genauso auslösen.
Dieser löst lediglich auch bei Fehlern die den normalen Fi durch sättigen des Stromwandlers ausser Funktion setzen aus.

Gruß Martin
Früher war alles:
A: besser B: aus Holz C: mit Schlitzschrauben

Thomas_F
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Re: FU und FI, das leidige Thema

Beitrag von Thomas_F » Mi 5. Dez 2018, 12:25

Ein FI Typ B wird das Problem nicht lösen. Der bietet nur einen zusätzlichen Personenschutz hinter dem FU.

Schau doch mal ob an dem Problem-FU am Eingang irgendwelche Entstörkondensatoren verbaut sind. Ansonsten sollten die Gleichrichter vor den Zwischenkreis keine Probleme bereiten.

edison
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Re: FU und FI, das leidige Thema

Beitrag von edison » Mi 5. Dez 2018, 12:29

Aufschluss kann Dir nur die Anleitung zum FU bieten, da sollte stehen wie der Umrichter am RCD betreibbar ist.
Allstromsensitiv ist in jedem Fall notwendig.

Alternativ fest angeschlossen und ohne RCD - so läuft es bei mir
Gruß Sascha

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JollyRoger
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Re: FU und FI, das leidige Thema

Beitrag von JollyRoger » Mi 5. Dez 2018, 12:48

Hallo,

einen dreiphasigen FU musst du, wenn schon, an einem FI Typ B betreiben. Das hat nicht den Grund, dass dir der FI sonst permanent fliegt, sondern dass er durch den Gleichstrom-Anteil im Netz eventuell nicht mehr funktioniert.

Z.B. von Siemens gibts aber FUs, die an 1x230V laufen und an einem ganz normalen FI Typ A Betrieben werden.
https://www.conrad.at/de/siemens-freque ... 04937.html
https://www.conrad.at/de/siemens-freque ... 98159.html

(siehe die jeweiligen Handbücher)

Bevor du dir überlegst einen Elektriker für einen Umbau zu holen, würde ich eher die FUs verkaufen und auf genannte einphasige Geräte umsteigen.

etech
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Re: FU und FI, das leidige Thema

Beitrag von etech » Mi 5. Dez 2018, 12:50

Um das Thema richtig zu stellen empfehle ich diese Seite:

https://www.demvt.de/publish/binarydata ... pke%20.pdf

alles andere entspricht nicht der Norm, ohne wenn und aber.
Gruß Werner

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Rainer4x4
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Re: FU und FI, das leidige Thema

Beitrag von Rainer4x4 » Mi 5. Dez 2018, 13:08

Ich seh schon, reges Interesse an diesem Thema.
Danke für Eure Infos. Dann komme ich wohl um eine separate Zuleitung ohne FI nicht herum.

Wie sieht das aktuell regelkonform aus, wenn ohne FI, ist dann ne (rote) Steckdose zulässig oder brauchts einen Festanschluss?
Gruß Rainer

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