für Drehbank: Bosch Rexroth Frequenzumrichter EFC5610 ?

Doc Alex
Beiträge: 4377
Registriert: Sa 29. Nov 2014, 18:01
Germany

Re: für Drehbank: Bosch Rexroth Frequenzumrichter EFC5610 ?

Beitrag von Doc Alex » Mo 26. Feb 2018, 20:00

Moin,

Cool finde ich an dem VLT, dass er zwei Parametersätze kann. Das ist für polumschaltbare Motoren praktisch.

Auf die Schnelle hab ich nicht rausfinden können, ob der eine Vektorregelung hat. Wie ist das?

Vg

Alexander
Wer Kunststoff kennt nimmt Stahl!

Gullideggl
Beiträge: 320
Registriert: Fr 30. Nov 2012, 18:14

Re: für Drehbank: Bosch Rexroth Frequenzumrichter EFC5610 ?

Beitrag von Gullideggl » Di 13. Mär 2018, 20:01

Hallo zusammen,

der Einbau des Motor ist zwar schon ne Weile her aber egal.
Um den 50kg-Brocken zur Anprobe mal reinzuhieven, habe ich ihm mit Spanngurten an ein ca. 3m langes Vierkantrohr gezurrt, am anderen Ende Bauschutt in Eimern (stand gerade so rum) drangehangen und irgendwo dazwischen am Schwenkkran hochgezogen. So ließ sich der Motor fast schon spielerisch reinmanövrieren.
!
Anprobe.jpg
Die gelbe Wippe aus massivem Guss hatte schon die passenden Gewindelöcher für diesen Motor , jedoch war sie etwas zu hoch bzw. der Drehpunkt auf der linken Seite musste weiter runter. Also die Platte, an die das Drehscharnier angeschweißt ist, demontiert. Sie ist mit 3 Schrauben an der Seitenwand des Sockels der Drehbank verschraubt. Flex raus und weg mit dem Überschuss.
DSCN3995.jpg
Habe ca. 10cm gekürzt und durch den hinterher tieferen Sitz an der schrägen Seitenwand kam der Motor auch seitwärts noch etwas weiter nach links. Perfekt also für das neue Monster.
Musste nur die Platte kürzen und die 3 Löcher zur Befestigung an der Seitenwand umbohren, diese auch um ca. 2,6cm seitwärts versetzt, weil so gleich die Flucht der Riemenscheibe zur Scheibe an der Spindel passend wurde. Zum Glück ging das ohne komplette Demontage des Geraffels mit Winkel, Stahllineal und Reißnadel. Sauschwer das Teil.
Leider musste ich auch den Halter für die Spannvorrichtung noch um die 2,6cm ändern, das habe ich über ein zwischengesetztes Adapterstück erledigt. Hätte ich daran vorher gedacht, hätte ich diesen Versatz über ein Distanzstück hinter der Riemenscheibe ausgeglichen. Egal, war auch überschaubar. Und schon war der Motor drin, er sitzt perfekt und wie man sieht, da könnte man durchaus auch noch ein Wohnzimmer drunter einrichten.
DSCN4006.jpg
Zwei neue gezahnte Riemen von Optibelt und die mechanische Seite war erledigt. Für mich bei solchen Umbauten der einfachste Aufwand.
Aber der FU sitzt nun auch und tut. Wenn alles endgültig eingestellt ist, wird noch der Kabelsalat besser geführt usw., so siehts jetzt von vorn aus:
DSCN3999.jpg
und insgesamt:
DSCN4054.jpg
Nachdem ich direkt beim Anschließen des Danfoss-FU Brechreiz bekommen und Alexander mir mit Tipps weitergeholfen hatte, habe ich den FU erstmal geöffnet, die Zuleitung zum internen Lüfter gekappt und nun seitlich am Schaltkasten einen Schalter, mit dem ich den Lüfter aus, langsam (über hitzefeste Widerstände) und Vollgas schalten kann. Leider bietet die Sparversion FC-51 keine Lüftersteuerung, d.h. der Lüfter läuft auch bei -5°C sofort mit Volllast und extrem nervtötend laut. Ich kann sowas garnicht ab... Aber jetzt passt das. Wenn ich nicht wirklich was drehe, bleibt der Lüfter aus und es hat sich herausgestellt, dass es schon ordentlich lange hohe Last braucht, bis der FU bei ausgeschaltetem Lüfter eine Übertemperatur-Warnung ausspuckt. Habe mir auch schon was überlegt, wie ich den FU selbst die Lüfterschaltung übernehmen lassen könnte aber wahrscheinlich reicht diese Lösung aus.
Beim Danfoss geht das Parametrieren aber insgesamt recht fix. Dazu schreibe ich andermal noch mehr, nachdem ich das für mich alles für spätere Eingriffe idiotensicher notiert habe.

Heute kam noch der Bremswiderstand, 100 Ohm und 500W, das reicht ewig als Reserve. Wird bei exzessivem Beschleunigen und Bremsen nach 20-30mal handwarm. Passt. Habe ihn seitlich außen am Kasten montiert und mit diesem Teil mickt die Drehbank richtig ordentlich hin. So soll es sein. Auch beim Gewindedrehen dürfte das toll sein.
Zuvor - bevor ich den Bremswiderstand hatte - hatte ich AC-Bremsen eingestellt, das funktioniert auch einwandfrei aber mit deutlich geringerer Bremsleistung. Stellt man da die Ab-Rampe zu kurz ein, steigt der FU aus.

Mitlerweile hat die Drehbank schon wieder einige Stunden gelaufen und ich bin absolut begeistert. Das ist eine völlig neue Welt. Unglaublich, was dieses alte Ding kann.
Das liegt aber auch an den modernen Wendeplatten, die ich jetzt besorgt habe. Auch bei Baustahl kann die Drehbank jetzt je nach Anwendungsfall auch mal kurz brechende Späne erzeugen. Hammer.

Leistung satt, Reserve ohne Ende. Auch bei niedriger Drehzahl zieht der Motor gnadenlos durch. Runter bis 5Hz. ist überhaupt kein Thema, auch wenn ich da bei fettem Drehmomentbedarf längst das Vorgelege nutzen könnte. Und ich habe die Riemen nur so gespannt, dass die Maschine vor der Selbstzerstörung stehen bleibt und die Riemen an der Antriebsseite durchrutschen. Also bei 5mm Zustellung (im Durchmesser), 0,25mm Vorschub, ca. 750U/min und 52mm Enddurchmesser (57 auf 52mm) in S355 fangen die Riemen an zu jammern. Aber das darf so sein, so wird die Maschine nämlich von mir nicht missbraucht. Ich habe bei zu großer Last lieber etwas Schlupf im Riemen als eine Gewaltsau. Die billige Scheibe ist vergleichsweise schnell getauscht und die Riemen sowieso.
Auf die Schnelle hab ich nicht rausfinden können, ob der eine Vektorregelung hat. Wie ist das?
Hat er definitiv, nennt sich dort VVC+ und ist die Standard-Betriebsart. Alternativ die U/f-Regelung. Ob hier die Vektorregelung so gut ist und so detailliert einstellbar wie bei den anderen Danfoss-Modellen, kann ich nicht sagen. Funktionierte aber auf Anhieb alles perfekt im Gegensatz zum Bosch-Rexroth.

Als weitere Zusätze soll noch eine Drehzahlanzeige drankommen und dann ist die Maschine für mich eigentlich vollwertig. Dass eine Digitalanzeige fehlt, stört mich längst nicht mehr aber schaumer mal.

viele Grüße!
Jo

Antworten