Eine Uhr von 1890

Alles was nicht fertig ist hier rein.
Benutzeravatar
Karsten
Beiträge: 661
Registriert: Do 22. Feb 2018, 08:00
Wohnort: Lübeck
Germany

Re: Eine Uhr von 1890

Beitrag von Karsten » Fr 1. Mai 2020, 09:26

metallfunk hat geschrieben:
Di 28. Apr 2020, 20:07
Die ursprüngliche Farbe war ein sehr dunkles Grün. 1955 wurde das Werk von Porz in Speyer überholt (Schild angenietet!),
Die Farbe wurde entfernt und eine Art graue Grundierung über alles gepinselt. :steinigung:
An ganz wenigen Stellen wurde nicht gründlich genug die alte Farbe entfernt, das half mir jetzt.
Moin Bernd,
das Werk unten hatte ich vor Jahren mal in meiner Werkstatt.
Sollte ungefähr aus der gleichen Zeit stammen wie Dein Werk.
Das Werk hatte noch die original Farbe.

Verbaut in einem Bauernhaus aus meinem Dorf in dem ich aufgewachsen bin.
Da waren '45 die Engländer einquartiert und weil die das stündliche Schlagen der Uhr genervt hat,
hatten sie mit dem Gewehrkolben für Ruhe gesorgt.
Das Haus würde ich gerade gerne kaufen, aber der Besitzer ziert sich noch.

Gruß Karsten

ps.: Meine Taschenuhren sind allerdings älter ... ;-)

Heinz.jpg
Friedrich See EP1, Artec X3 Super L (Sieg SX3L), Georg Huhnholz UF12, Rexon RDM100A, Boley 8mm,
Patent Elastic, ......

metallfunk
Beiträge: 421
Registriert: Di 25. Dez 2018, 16:52
Wohnort: 76877 Offenbach/Queich
Germany

Re: Eine Uhr von 1890

Beitrag von metallfunk » Fr 1. Mai 2020, 20:54

Hallo Karsten,

Seybold hatte dieses dunkle Grün als Firmenfarbe.
Es gibt 2 Videos auf Youtube, das sind 2 unterschiedliche Uhren, beide in dem dunklen Grün.

Diese Uhr Bj. 1745! habe ich für einen Kunden restauriert, die war ebenfalls vom Porz in Speyer
grau getüncht. Original hatte die gar keine Farbe. Die Einzelteile waren entweder mit Öl schwarz gebrannt,
oder fein blank geschliffen.
Volumen der Uhr sind fast 2 Kubikmeter.

Viele Grüße
Bernd
Dateianhänge
turmuhr1.JPG

Benutzeravatar
Nachtschwärmer
Beiträge: 255
Registriert: Di 8. Jul 2014, 02:46
Germany

Re: Eine Uhr von 1890

Beitrag von Nachtschwärmer » Fr 1. Mai 2020, 22:11

Schick, Scherenhemmung. :)
Gibt es überhaupt eine Schraube an dem Werk? War ja damals noch nicht verbreitet.
Hier bohren für einen neuen Monitor: X

metallfunk
Beiträge: 421
Registriert: Di 25. Dez 2018, 16:52
Wohnort: 76877 Offenbach/Queich
Germany

Re: Eine Uhr von 1890

Beitrag von metallfunk » Sa 2. Mai 2020, 16:54

Nachtschwärmer hat geschrieben:
Fr 1. Mai 2020, 22:11
Schick, Scherenhemmung. :)
Gibt es überhaupt eine Schraube an dem Werk? War ja damals noch nicht verbreitet.
Bekannt waren Schrauben schon seit der Römerzeit, aber die Herstellung von Gewinden samt Muttern war sehr aufwändig
und wurde möglichst vermieden.

Bei dieser Uhr gibt es eine einzige Schraube mit Mutter am Ende des Pendels.
(Zur Regulierung der Ganggenauigkeit).

Ansonsten alles verkeilt. Vierkantkeile, keine runden Stifte!

Viele Grüße
Bernd

Benutzeravatar
Nachtschwärmer
Beiträge: 255
Registriert: Di 8. Jul 2014, 02:46
Germany

Re: Eine Uhr von 1890

Beitrag von Nachtschwärmer » So 3. Mai 2020, 02:04

Erinnert mich etwas an unsere Dorfkirchenturmuhr, erste Hälfte 19. Jh. Die hat eine Hakenhemmung mit einem sehr langen Pendel aus Stahl, vielleicht so 3 m? Eine Rutschkupplung oder Gesperr zum Stellen der Uhr fehlt. Geht sie vor, muß man sie anhalten. Geht sie nach, muß man das Ankerrad festhalten und den Anker herausschwenken. Dann soweit die Ankerwelle in der Hand vorsichtig drehen lassen, bis die Uhrzeit wieder stimmt. Wurde in den 90ern mal mit einem elektrischen Aufzug nachgerüstet, leider sind die Buchsen der Seiltrommel schon stark eingelaufen und müßten mal gemacht werden.

Ich finde es wunderbar, wenn diese alten mechanischen Meisterwerke funktionstüchtig erhalten und nicht einfach in die Ecke zum Rosten abgestellt und durch ein Funkwerk ersetzt werden. Das Wort Produktlebensdauer gab es damals (zum Glück) noch nicht.
Hier bohren für einen neuen Monitor: X

metallfunk
Beiträge: 421
Registriert: Di 25. Dez 2018, 16:52
Wohnort: 76877 Offenbach/Queich
Germany

Re: Eine Uhr von 1890

Beitrag von metallfunk » Do 7. Mai 2020, 18:49

Kleiner Zwischenstand:

Die Hemmungspartie habe ich gereinigt. Der grüne Lack trocknet noch matter auf.
Rost ist halt überall und muss entfernt werden. Dazu kommt noch die graue Siff vom "Uhrmacher",
manche Zahnräder sind gnadenlos überpinselt, sogar Zähne und Zahnzwischenräume wurden gepinselt.

Da fehlt noch ein zweiter Anstrich und goldene Linien.
Aber das wird.

Viele Grüße
Bernd
Dateianhänge
WP_20200507_17_28_54_Pro.jpg

bricco
Beiträge: 100
Registriert: Sa 20. Feb 2016, 21:38
France

Re: Eine Uhr von 1890

Beitrag von bricco » Do 7. Mai 2020, 21:06

metallfunk hat geschrieben:
Do 7. Mai 2020, 18:49
Aber das wird.

... wunderschön!

LG bricco

metallfunk
Beiträge: 421
Registriert: Di 25. Dez 2018, 16:52
Wohnort: 76877 Offenbach/Queich
Germany

Re: Eine Uhr von 1890

Beitrag von metallfunk » Sa 9. Mai 2020, 16:58

Ja, das wird.

Heute habe ich eine Seiltrommel zerlegt, da war wohl Wasser reingelaufen.
Die Lager brutalst festgerostet.
Jetzt bau ich dann doch noch ein Elektrolysebad.

Die Hemmungspartie ist bis auf die Holzarbeiten am Pendel fertig.
Die jetzt blanken Teile waren auch sehr rostig.

Viele Grüße
Bernd
Dateianhänge
WP_20200509_16_07_43_Pro.jpg
WP_20200509_16_37_23_Pro (2).jpg

metallfunk
Beiträge: 421
Registriert: Di 25. Dez 2018, 16:52
Wohnort: 76877 Offenbach/Queich
Germany

Re: Eine Uhr von 1890

Beitrag von metallfunk » Fr 15. Mai 2020, 19:31

Kleines Update:

Zwischendurch mal ein wenig Holzarbeit. Die Seiltrommeln aus Buchenholz sind stark geschrumpft.
Die originale Verleimung ist nicht mehr vorhanden.
Also neu machen.

Die Qualität der Gussteile und die Qualität der Dreharbeiten ist extrem gut. Da kommt bei jedem Teil Freude auf.
Irgendwann wird das 500 Teile Puzzle auch wieder laufen.

Viele Grüße
Bernd
Dateianhänge
WP_20200514_18_07_03_Pro.jpg
WP_20200514_18_07_34_Pro.jpg

xhennex
Beiträge: 49
Registriert: Do 19. Mär 2020, 21:02
Wohnort: Ruhrpott
Germany

Re: Eine Uhr von 1890

Beitrag von xhennex » Sa 16. Mai 2020, 09:47

Schöne Arbeit !!!
Zur Aufspannung der Holzteile:
Was hast du da gemacht ?
Warum sind die so aufgespannt ?


Gruß

Antworten