Eine Uhr von 1890

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metallfunk
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Re: Eine Uhr von 1890

Beitrag von metallfunk » Mo 27. Apr 2020, 21:48

Micha321 hat geschrieben:
Mo 27. Apr 2020, 21:28
Ein cooles Teil.
Ich machen nebei auch "Turmuhr".
Jede Woche auf den Kirchturm klettern , aufziehen und ölen und putzen und machen.
Uns sichen freuen wenn der Glockenschlag genau zum peep peep im Radio ertönt. :-D
:2up: :2up: :2up:

Grüße
Bernd

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Nachtschwärmer
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Re: Eine Uhr von 1890

Beitrag von Nachtschwärmer » Mo 27. Apr 2020, 23:22

Micha321 hat geschrieben:
Mo 27. Apr 2020, 21:28
Jede Woche auf den Kirchturm klettern , aufziehen und ölen und putzen und machen.
Das ist ja noch entspannt. 8-) Es gibt Turmuhrwerke mit 30-h-Werk, die sind täglich aufzuziehen.
Hier bohren für einen neuen Monitor: X

Micha321
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Re: Eine Uhr von 1890

Beitrag von Micha321 » Di 28. Apr 2020, 07:13

Nachtschwärmer hat geschrieben:
Mo 27. Apr 2020, 23:22
Das ist ja noch entspannt. 8-) Es gibt Turmuhrwerke mit 30-h-Werk, die sind täglich aufzuziehen.
[/quote]

Das war früher auch so, wurde aber in den 80zigern durch einen pfifigen Menschen umgebaut.
(Umlenkrollen Mehr Seil mehr Höhe mehr Gewicht.....)

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AlterRost
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Re: Eine Uhr von 1890

Beitrag von AlterRost » Di 28. Apr 2020, 11:56

metallfunk hat geschrieben:
Mo 27. Apr 2020, 21:47
Mit Taschenuhren hat es bei mir angefangen. Taschenuhren, besonders Chronografen und Stoppuhren sind immer noch die
Leidenschaft.

Aber, es schmuggelt sich doch immer ein interessantes Teil dazwischen.

Z.B. ein GUB-Schiffschrono als elektronische Variante. Wunderbare frühe Quarzuhr.

Oder eine spezielle Mutteruhr für Segelregatten.
Einzelstück für den Segelclub Del Ray in L.A. in Amerika. Mechanische Digitalanzeige mit Zehntel und Hundertstelstunden, 12 Volt Batterie,
und als Uhrwerk einen Betriebsstundenzähler für Flugzeugtriebwerke.

Dann hätte ich noch eine feine Holzkiste aus Berlin, stammt vom Anfang der Fünfziger.
Inventarnummer der Hochschule für Verkehrswesen.
Darin gibt es feine Elektromechanik (6 V Technik) ein Zählwerk und eine konventionelle Stoppuhr.
Der Verwendungszweck war nicht so leicht zu ergründen, aber Nachdenken hilft.
Das war die Auswerteeinheit eines "Peiselerrades".

Viele Grüße
Bernd
Hi Bernd
Ja , bei Taschenuhren findet man mit der Zeit die etwas komplizierteren Uhren interessant.
Geht mir genauso, unglaublich was die in so ne kl Uhr gepackt kriegen (Anbei Fotos meiner Assmann)
Gruss Franky
Dateianhänge
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"Was man schweissen kann ist noch nicht kaputt"

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metallfunk
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Re: Eine Uhr von 1890

Beitrag von metallfunk » Di 28. Apr 2020, 20:07

Heute habe ich einen Test gemacht. (Bevor ich alles zerlege und restauriere).

Ca. 15 kg Gewicht ans Gehwerk, das fehlende Pendelunterteil habe ich mit Draht und einem 5 kg Hammer simuliert.
(So habe ich schon einen ersten Anhaltspunkt für die Pendellänge).

Das Gehwerk läuft, alle 30 Sekunden aktiviert der Zwischenaufzug. :trink2:
Die Zeiger der Außenzifferblätter würden dann mehrere Zentimeter vorrücken.
(Dann stehen sie 30 Sekunden still).

Die ursprüngliche Farbe war ein sehr dunkles Grün. 1955 wurde das Werk von Porz in Speyer überholt (Schild angenietet!),
Die Farbe wurde entfernt und eine Art graue Grundierung über alles gepinselt. :steinigung:
An ganz wenigen Stellen wurde nicht gründlich genug die alte Farbe entfernt, das half mir jetzt.
Die Uhr im Video trägt wohl noch ihr originales Kleid.

Viele Grüße
Bernd

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DerRestaurator
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Re: Eine Uhr von 1890

Beitrag von DerRestaurator » Di 28. Apr 2020, 23:06

Nimmst du dann auch wieder die alten Farben? Höchstwahrscheinlich waren das ja Ölfarben.
Wissen schützt vor Dummheit nicht...

metallfunk
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Re: Eine Uhr von 1890

Beitrag von metallfunk » Mi 29. Apr 2020, 19:18

DerRestaurator hat geschrieben:
Di 28. Apr 2020, 23:06
Nimmst du dann auch wieder die alten Farben? Höchstwahrscheinlich waren das ja Ölfarben.
Das muss Ölfarbe gewesen sein, andere waren noch nicht erfunden.

Die interessante Frage ist eher, welches Pigment?.
https://www.abwshop.de/Naturbaustoffe/N ... 91514.html
Chromoxydgrün, Flaschengrün oder Spinellgrün?
Welche Pigmente waren 1850-1890 handelsüblich?

Die gefundenen Farbreste würde ich in Richtung RAL 6005 Moosgrün einordnen.

Viele Grüße
Bernd

Ikosaeder
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Re: Eine Uhr von 1890

Beitrag von Ikosaeder » Mi 29. Apr 2020, 21:43

Chromoxidgrün ist ein relativ modernes Pigment aus der Zwischenkriegszeit, Spinellgrün ebenso. Malachit wurde hingegen bereits in der Antike verwendet, ebenso diverse grüne Erden mit geringerer Farbstärke. www.kremer-pigmente.com hat diesbezüglich das größte Sortiment im deutschsprachigen Raum.
Den Lack betreffend, sollte es sich nicht um eine reine (Lein-)Ölfarbe handeln, sondern um eine Rezeptur mit Harzanteil, die aufgrund ihrer mechanischen Beständigkeit und ihres Glanzgrades in dieser Zeit bevorzugt verwendet wurde. Basis waren meist Leinöl und Kolophonium (aus dem Harz von Nadelbäumen) oder Dammar-Harz.
Drehmaschine TOS SUIL 40A - Fräsmaschine Fritz Werner 9.133 - Horizontalfräsmaschine Volman - Werkstattpresse 50t - Ständerbohrmaschine Audax 25T - REHM TIGER 230 AC/DC WIG - Federhammer Andritz Mod. 2 (60kg)

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Re: Eine Uhr von 1890

Beitrag von metallfunk » Do 30. Apr 2020, 17:22

zu Chromoxydgrün: Wer hat recht?

Wikipedia oder
https://www.seilnacht.com/Lexikon/chromox.html

Viele Grüße
Bernd

Ikosaeder
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Re: Eine Uhr von 1890

Beitrag von Ikosaeder » Do 30. Apr 2020, 21:17

Ich bitte vielmals um Entschuldigung, mit dem Chromoxidgrün habe ich mich geirrt. Ich hatte so eine diffuse Ahnung, dass dieses Pigment bereits in der vorindustriellen Zeit gebräuchlich war, habe dann auf Wikipedia nachgeschlagen und unreflektiert die dort zu findenden, irreführenden Aussagen übernommen. Richtig ist selbstverständlich, dass Chromoxidgrün schon im 19.Jhdt erfunden wurde und somit sicher zu Deinem Projekt passt.

MfG,
Philipp
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