Überarbeitung Winkeltisch

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Re: Überarbeitung Winkeltisch

Beitrag von Alpini » Mi 25. Mär 2020, 18:55

Mauzi hat geschrieben:
Mi 25. Mär 2020, 16:35
Die großen Phasen sind angebracht worden um den Gießmurx auszugleichen.

Hi Jürgen,

das kannst du durchaus Recht haben. An einer Stelle der Stirnseite (wo die alte Skala angebracht war) wurde sehr offensichtlich ein Gusslunker zugeschweißt. Da ist die Farbe heller und die Stelle ist extrem hart. Das habe ich beim Schaben gemerkt. Ansonsten kann man über das Material an sich nicht meckern, es lässt sich gut schaben und anderweitig bearbeiten.

V. G. Stefan
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Re: Überarbeitung Winkeltisch

Beitrag von Alpini » Mi 25. Mär 2020, 20:53

Ok, nach der kleinen Analphabetenpanne weiter im Programm, aber so vergisst man die Schreibweise wenigstens nicht wieder :-)

Als nächstes habe ich mich der Skala gewidmet. Dazu habe ich den Tisch ziemlich abenteuerlich mit der bereits geschabten Stirnseite Hochkant auf meinen Rundtisch gespannt und gaanz vorsichtig plan gefräst, es ging aber trotz wackeliger Eigenbaukonstruktion besser als gedacht. In Z waren so genau noch 4 cm Verfahrweg übrig :-). Anschließend habe ich gleich noch auf der Fräsmaschine die Striche graviert. Bei einem 5° Strich habe ich leider zu weit gekurbelt :wall:. Danach habe ich den ganzen Rundtisch samt aufgespanntem Teil auf die Graviermaschine verlagert und noch die Zahlen graviert und anschließend die Fläche noch etwas glatt geschmirgelt. Mit einem guten Industrie-Rundtisch wäre die Skala sicher noch besser geworden, aber ich bin auch so ganz zufrieden und es ist eine definitive Verbesserung gegenüber der Originallösung. Die Fläche habe ich deshalb auf dem Rundtisch graviert, damit ich beim gravieren eine definitiv plane Fläche habe. Bei einer auch nur leicht gekippten Fläche sieht man ansonsten sehr schnell die unterschiedliche Gravurtiefe.

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Re: Überarbeitung Winkeltisch

Beitrag von Alpini » Mi 25. Mär 2020, 22:22

Danach waren die Problemfälle C & D, die verhunzten Lagerböcke und die zu lange Spindel, an der Reihe.

Die Lagerböcke habe ich komplett neu gefräst, mit eingepressten Gleitlagerringen versehen und auch wie bereits geschrieben ein paar Millimeter höher ausgeführt, damit die Schnecke in die Verzahnung korrekt eingreift. Von der Herstellung habe ich nur ein Bild beim Bohren der Befestigungslöcher gemacht. Ein Loch musste ich noch etwas größer feilen, da das Lochraster des Winkeltisches leider nicht so genau wie wie meines war.

Die zu langen Sechskantenden habe ich beide abgeschnitten und stattdessen Löcher hineingebohrt und mit einem Sechskantdorn jeweils Innensechskante eingestoßen. So kann ich den Tisch nun bequem mit einem 6 mm T-Sechskantschlüssel verstellt und auch nach beiden Seiten bis ca. 47° schwenkt werden (45° reichen ja prinzipiell schon) und nicht mehr nur bis 30°. Andere Möglichkeiten wären noch gewesen, den Winkeltisch über eine ca. 20-30 mm dicke Adapterplatte höher zu setzen, oder den Verstellmechanismus wegzulassen, verstellen kann man den ja auch per Hand. Aber so gefällt mir das weitaus besser. Die Verstellung des Tisches funktioniert nun nahezu ohne Umkehrspiel und auch wenn das nicht eine so eine große Rolle spielt, so wie es vorher war, konnte man es nicht lassen.
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Re: Überarbeitung Winkeltisch

Beitrag von Alpini » Mi 25. Mär 2020, 22:35

Das Material, welches ich für die Lagerböcke genommen habe, war ein Stück "Guss". Mit weichem Grauguss aber nicht vergleichbar, das würde man nie einfach so brechen können. Es ist sehr kurzspanend, zerfällt aber nicht zu Staub wie Grauguss. Bei der Bearbeitung stinkt es nach "Chemie" - weiß nicht, wie ich das beschreiben soll, ein ganz kleines bisschen geht's in Richtung Phosphor. Evtl. Stahlguss, aber stinkend? Hat jemand eine Idee, was das für ein Material sein könnte?
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Re: Überarbeitung Winkeltisch

Beitrag von Alpini » Fr 27. Mär 2020, 21:05

Als nächstes habe ich noch mit einem Scheibenfräser zwei halbrunde Ausfräsungen gemacht, damit die Schraubenköpfe und der Mutterschlüssel beim Anziehen etwas mehr Platz haben:
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Re: Überarbeitung Winkeltisch

Beitrag von Alpini » Fr 27. Mär 2020, 21:15

Zu guter Letzt habe ich dann noch den Tisch überfräst, um die dicken <<Fasen>> :-) weg zu bekommen:
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Re: Überarbeitung Winkeltisch

Beitrag von Alpini » Fr 27. Mär 2020, 21:18

Nach dem Tuschieren sah die gefräste Fläche folgendermaßen aus. Das finde ich für eine 65 Jahre alte Fräsmaschine, deren Führungen nie überarbeitet wurden, gar nicht schlecht und ich hätte ihn eigentlich so lassen können...
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Re: Überarbeitung Winkeltisch

Beitrag von Alpini » Fr 27. Mär 2020, 21:23

...da ich aber schon lange kein richtiges Schabeprojekt mehr hatte und die Grundlage fürs Schaben ja bereits schön gerade (und der Aufwand dementsprechend gering) war, bin ich noch fleißig gewesen und habe ihn plan geschabt.

Hier nun also das Endergebnis:

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Re: Überarbeitung Winkeltisch

Beitrag von fradi » Sa 28. Mär 2020, 05:49

Ist sehr schön geworden (ich lese solche Berichte sehr gerne) :goodpost:

Darf ich dich fragen wie viel Zeit bei so einem Projekt ca. benötigt wird?

Christian89
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Re: Überarbeitung Winkeltisch

Beitrag von Christian89 » Sa 28. Mär 2020, 08:04

Sieht klasse aus! Hat nix mehr mit dem Urzustand zu tun! :2up:
Gruß Christian

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