FP2 NC Führungsschaden

Alles was nicht fertig ist hier rein.
DeckelMensch
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FP2 NC Führungsschaden

Beitrag von DeckelMensch » Fr 5. Okt 2018, 01:24

Bin jetzt auch noch dazu gekommen, die Fresser an der X-Achse von meiner FP2-NC zu überarbeiten. Wollte die anfänglich auch mit Gusskeilen zumachen, hab mich dann aber dafür entschieden, die Führung einfach komplett zu überfräsen. War sehr wahrscheinlich die bessere Entscheidung.

Die Keile hätte ich kleben oder hartlöten müssen. Kleben gefällt mir nicht und hartlöten gibt zu viel Verzug, hab das an einem Brocken Grauguss getestet, ca 0.2mm/100mm Verzug, wenn man da einseitig was mit Siliziumbronze drauflötet, d.h. komplett untaugliche Lösung, wenn der Rest nachher noch gerade sein soll.

Hab da noch ein bischen Fräsenp0rn gedreht, während die FP4 gemütlich mit ca 800-1200rpm und 50-100mm/min die Führung gefräst hat (mehr Drehzahl verträgts nicht bei Guss, sonst brennt der VHM weg :pfeif: ).
Ist schlussendlich alles gut geworden, zum Glück keinen Mist gebaut, hät mich gröber angekackt. Der grosse Fresser an der Unterseite war ca 0.5mm tief, die an der Rückseite ca 0.3mm. Die Führung oben (die mit der nachgefrästen Freinut) ist plan mit der unten, sodass ich die auch abgefräst hab, damit nachher wieder alles plan wird. Hab dabei festgestellt, dass die FP4 immernoch zu klein ist, Schlitten von der FP2 ist 65cm lang, FP4 hat nur 560mm in X, musste also jeweils immer umspannen ;-(. Vieleicht find ich eines Tages noch eine FP5-80, die find ich auch voll sexy :-).

Der VHM-Schlagzahnfräser ist Eigenbau (aus 800kg Stahlresten diverser Sorten für 50Fr und VHM-Schrott von ebay).
Als nächstes muss ich noch den Kasten nacharbeiten, der auf der Z-Achse läuft und dann gehts ans Schaben.

Hat vielleicht noch wer ein langes Touschierlineal (700+mm), welches er gerade nicht braucht und mir ausleihen könnte?
Messplatte, Biax und sonstiges Schabematerial hab ich alles, nur ein Touschierlineal fehlt mir noch.
Turcite/Rulon142 bräuchte ich auch noch. Hat das wer, für gute Preis??? :-D :-D .
fresser1.jpg
Fresser unten links
fresser2.jpg
Fresser unten recht
fresser3.jpg
Fresser hinten rechts
Fraesen-Anfang.jpg
Führung hinten unten nachfräsen, insgesammt ca 0.3mm tief, mit VHM-Schlagzahn Marke Eigenbau
Freiflaeche-nacharbeiten.jpg
Freifläche ebenfalls um 0.3mm tiefer legen
Unterseite-fraesen.jpg
Schlitten auf Gussklotz gespannt, sodass man mit der Horizontalspindel der FP4 rankommt.
Unterseite-2.jpg
Unterseite fräsen, von der anderen Seite
Freinut-in-Ecke-fraesen.jpg
Freinut mit Schlagzahn und mit um 30° gekippten Fräskopf
Maschinenp0rn.jpg
Maschinenp0rn mit viel Chaus ;-D
Freinut-fertig.jpg
Fertige Freinut
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Re: FP2 NC Führungsschaden

Beitrag von opa12 » Fr 5. Okt 2018, 22:05

DeckelMensch hat geschrieben:
Fr 5. Okt 2018, 01:24
Bin jetzt auch noch dazu gekommen, die Fresser an der X-Achse von meiner FP2-NC zu überarbeiten. Wollte die anfänglich auch mit Gusskeilen zumachen, hab mich dann aber dafür entschieden, die Führung einfach komplett zu überfräsen. War sehr wahrscheinlich die bessere Entscheidung.
Na, da hast du dir aber ein ordentliches Stück Arbeit eingebrockt :-D
Wieso bist du der Meinung das komplett überfräsen die bessere Lösung ist?
Und vor allem wie sieht die Gegenseite aus und was machst du mit den dort sicher auch vorhandenen Fressern?

Bg Franz

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Re: FP2 NC Führungsschaden

Beitrag von DeckelMensch » Sa 6. Okt 2018, 18:13

opa12 hat geschrieben:
Fr 5. Okt 2018, 22:05
Wieso bist du der Meinung das komplett überfräsen die bessere Lösung ist?
Keile hartlöten geht nicht, wegen Verzug (dann ist nachher der ganze Schlitten verzogen und dementsprechend Schrott).

Kleben kommt von der Zugfestigkeit her lange nicht an Guss ran und ich hätte tiefere Nuten in die Führung fräsen müssen, somit wäre der nachher weniger Restmaterial/Festigkeit vorhanden, als wenn man nur ein bisschen runterfräst. Und bei den Fressern am Rand wäre das Restmaterial zum Rand hin sehr dünn geworden oder ich hätte den Keil gegen 2 Seiten hin (hinten&unten) offen reinkleben müssen, wo ich mir nicht sicher war, ob das nachher hält.

Die Führung hatte unten auch einige lange Linienfresser. Die waren zwar nicht tief (weniger als 1/10mm), aber die hätte ich trotzdem weg haben wollen, d.h. mindestens 1/10mm musste so oder so runter. Dann lieber gleich alles. Beliebig oft kann man beides nicht machen, bei mehrmaligem Abfräsen ist irgendwann nix mehr von der Führung übrig, bei den Keilen hat man irgendwann eine Führung, die nur noch aus Keilen besteht. Funktionieren tut beides und ist wahrscheinlich auch eine Sache der persönlichen Vorliebe. Irgendwann ist eben jede Maschine fertig. Meine FP2NC hat mich nur 550Fr gekostet, ist ansonsten bis auf einen vermackte Vertikalspindel in gutem Zustand und hat einen schönen Universaltisch mit C-Readout, sodass sich die Restauration durchaus lohnt.

Hab noch ein paar Bilder vom aktuellen Zustand gemacht. Die rot markierten Bereiche sind die Führung mit Fresser. Da hab ich vor, im Z-Schlitten auch noch ca 0.4-0.8mm runterzufräsen und dann 1/64inch oder 1/32inch Turcite/Rulon142 reinzukleben, sodass die horizontal-rot markierte Führung auf der gleichen Ebene wie die blau markierte Führung links liegt. Die blaue Führung hat normalerweise keine Last zu tragen, sodass man da das Rulon weglassen kann. Gelb ist keine Führung, da hat es momentan noch 0.2mm Freiraum. An die grüne Führung wird von hinten eine mit Turcite beklebte Leiste rangeschraubt. Die Leiste lass ich dann, wenn alles fertig ist, auf der Anschraubseite entsprechend abschleifen (noch jemanden suchen, mit grosser Flachschleifmaschine) sodass die Turcitebeschichtung wieder auf der grünen Führung trägt.
X-Schlitten-auf-Z-Schlitten.jpg
X-Schlitten auf Z-Schlitten, rot, blau, grün und Keilleiste(nicht markiert)=Führungsfläche, gelb=Freiraum,
Fresser-X-Innen-unten-hinten.jpg
Fresser X-Achse innen im Z-Schlitten, wird abgefräst und mit 1/64inch oder 1/32inch Rulon/Turcite ausgeklebt
Als nächstes bastel ich mir noch eine Grauguss-Messlineal, mit dem ich die Rechtwinkligkeit der Z-Führung bezüglich des Messtisches mit Messuhr einstellen kann, sodass die X-Führung nachher auch rechtwinklig wird.
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Re: FP2 NC Führungsschaden

Beitrag von opa12 » So 7. Okt 2018, 16:14

DeckelMensch hat geschrieben:
Sa 6. Okt 2018, 18:13
opa12 hat geschrieben:
Fr 5. Okt 2018, 22:05
Wieso bist du der Meinung das komplett überfräsen die bessere Lösung ist?
Keile hartlöten geht nicht, wegen Verzug (dann ist nachher der ganze Schlitten verzogen und dementsprechend Schrott).
Kleben kommt von der Zugfestigkeit her lange nicht an Guss ran
Ich verstehe nicht was du mit "Keile hartlöten" meinst, kannst du bitte eine kleine Skizze machen?

Bg Franz

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Re: FP2 NC Führungsschaden

Beitrag von DeckelMensch » So 7. Okt 2018, 19:06

opa12 hat geschrieben:
So 7. Okt 2018, 16:14
Ich verstehe nicht was du mit "Keile hartlöten" meinst, kannst du bitte eine kleine Skizze machen?
Einfach die Gussleisten/Gussstücke (oder wie man die Dinger nennen mag), welche du in die ausgefrästen Nuten geklebt hast, wollte ich hartlöten, d.h. die Führung über einem Lagerfeuer oder in einem improvisierten Propangasofen auf 300-400°C erwärmen und dann die Leisten mit Oxyacyetylenbrenner und Messing bzw Siliziumbronze reinlöten. So wie ich das auch mit dem abgebrochenen Gelenk vom Kupplungsgriff an meinem Metallhobel gemacht hab (ist beim Transport umgekippt).

Geht aber nicht, da sich Guss auch schon bei Hartlöttemperatur (900-1000°) viel zu stark verzieht und darum die Führung nachher krumm ist. Hab das extra an einem Gussstück getestet. WIG-Schweissen kann man bei Grauguss übrigens auch vergessen, die aufgeschmolzene Stelle wird hart wie VHM und bekommt Risse, wahrscheinlich auch mit Laserschweissen und sonstigen exotischen Verfahren.
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Re: FP2 NC Führungsschaden

Beitrag von udowet » So 7. Okt 2018, 19:22

Moins.

Mir erschliesst sich nicht, was es an solchen Stellen gegen kleben zu sagen gibt. Heiss wird das nicht, Zug- und Scherkraefte kommen auch nicht drauf, so what...

Gruss,

Udo

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Re: FP2 NC Führungsschaden

Beitrag von opa12 » So 7. Okt 2018, 19:30

DeckelMensch hat geschrieben:
So 7. Okt 2018, 19:06
opa12 hat geschrieben:
So 7. Okt 2018, 16:14
Ich verstehe nicht was du mit "Keile hartlöten" meinst, kannst du bitte eine kleine Skizze machen?
Einfach die Gussleisten/Gussstücke (oder wie man die Dinger nennen mag), welche du in die ausgefrästen Nuten geklebt hast, wollte ich hartlöten, d.h. die Führung über einem Lagerfeuer oder in einem improvisierten Propangasofen auf 300-400°C erwärmen und dann die Leisten mit Oxyacyetylenbrenner und Messing bzw Siliziumbronze reinlöten. So wie ich das auch mit dem abgebrochenen Gelenk vom Kupplungsgriff an meinem Metallhobel gemacht hab (ist beim Transport umgekippt).

Geht aber nicht, da sich Guss auch schon bei Hartlöttemperatur (900-1000°) viel zu stark verzieht und darum die Führung nachher krumm ist. Hab das extra an einem Gussstück getestet. WIG-Schweissen kann man bei Grauguss übrigens auch vergessen, die aufgeschmolzene Stelle wird hart wie VHM und bekommt Risse, wahrscheinlich auch mit Laserschweissen und sonstigen exotischen Verfahren.
Jetzt bin ich aber froh , dass du das sein hast lassen. Der Schlitten wäre mit Sicherheit Kernschrott gewesen.

Das WIG bei Guss nicht funktioniert ist ein alter Hut. Laserschweißen funktioniert prinzipiell wunderbar, denn das wird bei Motorblöcken (speziell im Oltimerbereich) sehr erfolgreich gemacht.
Bei der Führung ist die Aufhärtung im Randbereich und das unterschiedliche Füllmaterial ein Problem. Darum haben wir damals kurz an einem Probestück getestet und dann sein lassen.
Beim Schaben macht sich nämlich schon der Unterschied von GGG40 zu GGG50 deutlich bemerkbar.

Bg Franz

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Re: FP2 NC Führungsschaden

Beitrag von DeckelMensch » So 7. Okt 2018, 19:52

opa12 hat geschrieben:
So 7. Okt 2018, 19:30
Jetzt bin ich aber froh , dass du das sein hast lassen. Der Schlitten wäre mit Sicherheit Kernschrott gewesen.
Deshalb testet man sowas auch vorher an einem schrottigen Gussklotz und nicht gleich am Werkstück, da kann man ohne Verlust diverse Methoden ausprobieren und draus lernen ;-)

Interessant, dass Laserschweissen funktioniert. Hätte gedacht, das da wie beim WIG durchs Aufschmelzen und die schnelle Abkühlung auch so sprödes Eisencarbid entsteht, was dann nachher bricht.
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Re: FP2 NC Führungsschaden

Beitrag von opa12 » Di 16. Okt 2018, 01:06

DeckelMensch hat geschrieben:
Sa 6. Okt 2018, 18:13
Kleben kommt von der Zugfestigkeit her lange nicht an Guss ran
Das stimmt, spielt aber bei so einer Führung keine Rolle, wird ja nur auf Druck belastet und vor allen ja nur ein kleiner Teil der ganzen Fläche.
Und wenn du da schon Bedenken hat, darfst du auch kein Turcite, Rulon, oder einen anderen Gleitbelag aufkleben, denn da ist die Klebefuge ja auch nach allen Seiten "offen"
DeckelMensch hat geschrieben:
Sa 6. Okt 2018, 18:13
und ich hätte tiefere Nuten in die Führung fräsen müssen, somit wäre der nachher weniger Restmaterial/Festigkeit vorhanden, als wenn man nur ein bisschen runterfräst.
Also ich kenne zwar die FP2 nicht im Detail, aber an den letzten FP3's war die Wandstärke auch an den schwächsten Stellen an die 15mm.
Da spielen ein paar mm Nuttiefe über die kurze Länge keine Rolle.
DeckelMensch hat geschrieben:
Sa 6. Okt 2018, 18:13
Und bei den Fressern am Rand wäre das Restmaterial zum Rand hin sehr dünn geworden oder ich hätte den Keil gegen 2 Seiten hin (hinten&unten) offen reinkleben müssen, wo ich mir nicht sicher war, ob das nachher hält.
Richtiger Kleber und richtig verarbeitet hält das sicher.
DeckelMensch hat geschrieben:
Sa 6. Okt 2018, 18:13
Die Führung hatte unten auch einige lange Linienfresser. Die waren zwar nicht tief (weniger als 1/10mm), aber die hätte ich trotzdem weg haben wollen, d.h. mindestens 1/10mm musste so oder so runter. Dann lieber gleich alles.
Das eine Zehntel ist doch recht rasch runter geschabt, nur für das hätte ich das nicht gefräst / geschliffen.
DeckelMensch hat geschrieben:
Sa 6. Okt 2018, 18:13
Beliebig oft kann man beides nicht machen, bei mehrmaligem Abfräsen ist irgendwann nix mehr von der Führung übrig.
GGG Inlay kann ich machen so oft ich will, das original Maß ändert sich nur durch den restlichen Verschleiß und der ist bei einer FP selten mehr als 0,1.
DeckelMensch hat geschrieben:
Sa 6. Okt 2018, 18:13
Hab noch ein paar Bilder vom aktuellen Zustand gemacht. Die rot markierten Bereiche sind die Führung mit Fresser. Da hab ich vor, im Z-Schlitten auch noch ca 0.4-0.8mm runterzufräsen und dann 1/64inch oder 1/32inch Turcite/Rulon142 reinzukleben, sodass die horizontal-rot markierte Führung auf der gleichen Ebene wie die blau markierte Führung links liegt.
Und das ist eben der größte Nachteil an dieser Methode (macht Singer und FPS aber genauso), der Gleitbeleg an diesen Stellen ist ein Nachteil.
Der Belag ist eben weicher als der GG, somit fährt der Schlitten nicht so exakt wie auf GG.
Hatten wir als 1:1 Vergleich an den letzten beiden FP3's. Die erste wurde genau an diesen Stellen bei der ersten Überholung (nicht von uns) vor 20 Jahren mit Turcite repariert.
Die zweite haben wir an diesen Stellen wie im anderen Fred beschrieben mit GG Inlays repariert.
Die OHNE Turcite an diesen Stellen fährt ebener und "kippt" weniger. Wobei natürlich auch die mit Turcite in der Herstellertoleranz ist.
DeckelMensch hat geschrieben:
Sa 6. Okt 2018, 18:13
Die blaue Führung hat normalerweise keine Last zu tragen, sodass man da das Rulon weglassen kann.
Achtung bei dieser Fläche und der dazugehörigen "roten" musst du dich unbedingt an die original Ausrichtung halten, sonst stimmt der Grundwinkel X zu Y nicht mehr.
Die Flächen können, müssen aber nicht parallel zu den Brustführungsflächen der Z-Achse sein.
Je nachdem wo im Werk der bei der Endmontage festgestellte Winkelfehler korrigiert wurde.

BG Franz

PS: ich hoffe mal für dich, dass durch das viele Fräsen keine Spannungen frei geworden sind.

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Re: FP2 NC Führungsschaden

Beitrag von DeckelMensch » Do 18. Okt 2018, 01:57

Der X-Schlitten wäre fertig geschabt. Zuerst mit der Biax die Frässpuren weggeschrubbt und dann von Hand weitergemacht. Schabergott bin ich sicher noch keiner, aber die Führungen sind flach und haben gutes Tragbild, bin daher eigentlich ganz zufrieden.

Hintere rote Führung und blaue Führung sind auf +/-3µm plan zur Messplatte. Zum Schaben der blauen Führung hab ich einfach an meinem Hobel das Oberteil der Kastenführung des Schlittens abgeschraubt, auf der Aussenseite plangeschabt und dann damit tuschiert, da mir der dicke Gussklotz, welchen ich zum Tuschieren der roten Führungen benutzt habe, immer weggekippt ist.

Die untere rote Führung ist ähnlich eben. Die Leute bei Deckel waren so schlau und haben die Oberseite des Schlittens plan zur Führung gemacht, sodass man die untere rote Führung ganz bequem messen kann, indem man den X-Schlitten senkrecht auf die Messplatte stellt. Die Keilleisten-Führung hab ich nicht verändert, ist nach wie vor auf ca. 1/100mm parallel zur unteren roten Führung, mit 75-100mm Mikrometerschraube und 16mm HSS Fräser an Keilleisten-Seite als Messhilfe gemessen.

Abstand rote/blaue Führung zur Seite mit T-Slots: Alt 70,10mm; Neu 69.76mm => 0.34mm weniger
Abstand untere rote Führung zur Keilleisten-Führung + 16mm HSS Fräser: Alt: ca 84,60mm, neu 84,10mm => 0.50mm weniger

Wenn man auf der Messplatte den X-Schlitten auf den Z-Kasten legt und dann die T-Slot-Seite abfährt, hat man ebenfalls nur Abweichungen von etwa +/- 2-3µm, d.h. der Schlitten hat sich demfall nicht allzu stark verzogen.

Was ich jetzt mit den Fressern an den roten Führungen unten im Z-Kasten mache, weiss ich noch nicht so genau.
Guss mit Keilen etc zumachen oder einfach so sein lassen (quasi als zusätzliche Schmiernuten) und einschaben, gibt vieleicht bald wieder Fresser
0.3mm runterschaben/fräsen und 1/32inch Rulon/Turcite reinkleben gibt eventuell kippeligeren X-Schlitten, wie schon erwähnt. Aber dafür weniger/keine Fresser, aber dafür schnelleren Verschleiss am Rulon.

Wie sind eigentlich die Laufeigenschaften/Fressneigung von GGG auf Lagerbronze? Hab mir schon überlegt, ob ich da eventuell als Kompromiss zwischen GGG und Rulon/Turcite einen Liner aus Lagerbronze reinmache.
Also hier einen Klotz SAE 660 Lagerbronze kaufen, ist sogar bezahlbar:
https://www.atlasbronze.com/C93200-Flat ... 32-104.htm
Dann auf Fräse mit Kreissägeblatt ein 2mm Blech runterschneiden und Ölnuten reinfräsen, ähnlich viel aus dem Z-Kasten rausfräsen und dann den Bronzeliner reinkleben und einschaben.

Was wären da die Nachteile? Lagerbronze ist sicher weniger weich als Turcite, von dem her weniger kippeliger Tisch. Fressneigung ist sicher auch besser als mit Gussführung. Ausser eventuelle Probleme mit galvanischer Korrosion würde mir die Lösung eigentlich am besten gefallen. Was meint ihr?

Fertig-geschabt.jpg
Führungen fertig geschabt, mit Touschierlineal vom Hobel
Hobel2.jpg
Hobel mit eingebautem (gerade ausgebaut) Touschierlineal ;-D
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