Ventilstößel selbstgefertigt

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Stolle1989
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Re: Ventilstößel selbstgefertigt

Beitrag von Stolle1989 » Mi 19. Sep 2018, 09:37

Welcher Porsche hat denn Stößelstangen?
Ein alter 911er jedenfalls nicht, und ein neuer sowieso nicht. Da wird ja über 2 stufige Hydros :scheisse: der variable öldruckgesteuerte Ventilhub realisiert.

Käfer hat Stößelstangen ja.
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nockenfräser
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Re: Ventilstößel selbstgefertigt

Beitrag von nockenfräser » Mi 19. Sep 2018, 10:24

Ääh, was hat denn der 911er dann? Das ist ein vulgärer Stangerlmotor, wie der Käfer auch.
Nachtrag zum Apfelbeck: Gerade was die Herstellung von Stößeln betrifft, gibts keine besonderen neuen Erkenntnisse. Komplexe Feingussteile kann man heut billiger aus Einzelteilen mittels Laserschweissen zusammenfügen. Die Werkstoffe sind im Prinzip die Gleichen, teilweise pulvermetallurgisch hergestellt und damit homogener im Gefüge. Wenn ich Dein Projekt vor hätte, würd ich mich an den Apfelbeck halten.
Hans
Zuletzt geändert von nockenfräser am Mi 19. Sep 2018, 10:38, insgesamt 1-mal geändert.

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Stolle1989
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Re: Ventilstößel selbstgefertigt

Beitrag von Stolle1989 » Mi 19. Sep 2018, 10:37

Ääh, das ist ein OHC Motor mit wie der Name schon sagt einer oben liegenden Nockenwelle pro Seite. Später dann DOHC mit je 2 Nockenwellen pro Seite...

Ansonsten bräuchtest du ja auch beim alten 2 Nockenwellen, da der hemispherische Brennraum je eine Stößelstange oben und je eine unten erfordern würde.
Dazu bedürfte es auch noch äußerst ungünstig geformte Kipphebel weil sonst die Stange mitten im Kanal steht...
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Re: Ventilstößel selbstgefertigt

Beitrag von nockenfräser » Mi 19. Sep 2018, 10:45

Ääh, stimmt natürlich. Irgendwie bin ich beim Vierzylinder hängen geblieben.

Hans

racepart
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Re: Ventilstößel selbstgefertigt

Beitrag von racepart » Mi 19. Sep 2018, 12:13

Also die Nummer mit den Stößeln aus irgendeinem anderen Serienmotor ( Käfer etc.) könnt ihr vergessen, wenns da welche gäbe sind die bleischwer, meist aus Guß und massiv. Schon meine Serienstößel sind ja becherförmig. Hängengeblieben bin ich mal beim Alfa V6, der hat eine exotische Lösung mit einem kurzen flachliegenden Stößel, der die Auslaßventile über kurze Stößelstangen bedient, aber die haben glaub 24 mm Durchmesser. Schon für meinen geplanten 21er Durchmesser muß ich den Block um 2 mm aufbohren, Originalmaß ist 19. Auf 24 geht nicht, zuwenig Fleisch.
@Hans: Du hast recht, was Stößel angeht sind die Apfelbeck -Vorschläge immer noch lesenswert und auch der X210 ist noch up to date. Eine ganz abgedrehte Lösung wäre es auch, den Stößelboden aus Stahl zu drehen, ließe sich ja selbst auf der Mechanikerdrehbank machen, und außen auf den Bund ein ultrafeines Gewinde, etwa 20 x0,5 draufzumachen. Dann ein Alurohr unten auch mit dem Innengewinde aus 7075 da draufzuschrauben und verkleben, evtl. etwas verstemmen. Mein Motorblock ist aus Grauguß, da läuft das Alurohr tribologisch perfekt drin, evtl. könnte man das Rohr auch hartcoadieren. Über das Rohr läuft keine Kraft, lediglich die minimale Kippbelastung aus der Nockenbewegung. Die Stößelkräfte werden ja vom Stahlboden aufgenommen. Das ganze wäre ultraleicht.....und relativ einfach zu fertigen.

Die angesprochenen Motorradtassen sind ja immer von OHC (bzw. DOHC)-Motoren und haben zuviel Durchmesser, da die ja keine Kipphebelübersetzung haben und somit der ganze Ventilhub auf den Stößel übertragen wird. Da muß der Stößel einen relativ großen D haben, da sonst der Nocken über die Kante läuft. Insofern wird es kaum einen tauglichen Stößel aus einem OHC- Motor geben, der paßt. Auch müßte man innen einen Einsatz reinmachen, der die Kalotte für die Stösselstange beinhaltet, was wieder Gewicht und Probleme bedeutet weil die Innenkontur meist nicht klar definiert ist ....Ich habe selbst schon in der Norton- oder Triumph-Rennszene recherchiert, weil die Dinger ja auch OHV sind , ob da irgendwer einen solchen Stößel herstellt. Nix gefunden. Außerdem, wie schon weiter oben jemand geschrieben hat: Selbst wenn jemand sowas anbietet, muß es noch lange nix taugen. Falsches Material, falsches Härteverfahren, falsche Konstruktion, schlechtes Schleifbild, Rauigkeit, da können 1000 Fehler gemacht werden. Da hab ich am liebsten selber die Kontrolle drüber und kann mich selber in den ***** treten wenns nix taugt ;-)

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Stolle1989
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Re: Ventilstößel selbstgefertigt

Beitrag von Stolle1989 » Mi 19. Sep 2018, 12:27

Schon mal bei kibblewhite in den Staaten angefragt?
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Re: Ventilstößel selbstgefertigt

Beitrag von R2S5V0 » Mi 19. Sep 2018, 13:23

Ich glaub schon der alte 911 Luftkühler Stößelstangen hat. Schließlich ist das eine Schwachstelle der Abdichtung.

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Re: Ventilstößel selbstgefertigt

Beitrag von racepart » Mi 19. Sep 2018, 13:38

Bei den Amis hab ich die Erfahrung gemacht, dass die zwar freundlich sind und auf ihren Websites auch jedwede Hilfe anbieten. Aber wenn ein abgedrehter Europäer kommt und für einen Motor 8 Stößel will oder von mir aus auch 2 Satz, das kannst vergessen. Da wird sich kein Programmierer hinsetzen und ne Std. verbraten. Das verläuft alles im Sande. Ich habe vor paar Jahren für einen Freund für den Opel CIH Rollenkipphebel in USA machen lassen wollen, der hätte 50 oder 100 Satz abgenommen, also durchaus Geld ausgegeben. Diese Teile sind den in den amerikanischen V8 verwendeten Kipphebeln sehr ähnlich und hätten evtl. durch einfaches Shifting von ein paar Maßen angepaßt werden können. Da hab ich nach 30 Emails hin- und her entnervt aufgegeben, nachdem wir erkannt haben, dass das Interesse mehr oberflächlich ist. We are more than happy to support you.....jaja, alles klar. Nach nem halben Jahr haben die auf vielfaches Drängen ein Musterteil geschickt, das hint und vorn nicht gepaßt hat, nur damit sie irgendwas gemacht haben und wir Ruhe geben. War irgendein Schrotteil, das sie wschl. vor Jahren mal in die Tonne gehauen haben. Alles im Sande verlaufen. Die amerikanische Tuningszene hat einen gigantischer Gesamtumsatz, in jedem Kaff dort gibt's irgendwelche Tuner und auch wirklich gute. Aber die kennen einen Motortyp und der heißt V8. Und das Verständnis von Qualität, Verläßlichkeit und deutscher Perfektion ist dort schon deutlich weniger ausgeprägt als bei uns. Und die paar Nascar-Tuner, die das könnten wissen auch wie man Geld verdient. Europäische Motoren fristen dort ein absolutes Schattendasein, außer Nissan, Honda und vielleicht noch BMW.

Ich bin denen nicht mal böse, die haben daran einfach kein Interesse, was ja nachvollziehbar ist. Wenn Du sagst, du brauchst für nen Chevy Smallblock einen Satz Rollerhebel mit Übersetzung 1,65, liegen die nach drei Tagen vor Deiner Haustür.

PS.: Grad les ich das mit dem Porsche- Stößelstangen: Nein. Der allererste Porsche 912-Motor war noch ein Vierzylinder, sehr ähnlich dem Käfer -Motor, der hatte auch Stößelstangen. Alle nachfolgenden 911er 6-Zyl. hatten je Zylinderbank eine obenliegende Nockenwelle ( OHC) mit Alukipphebeln direkt auf die Ventile. Da sind Hartmetall-Gleitstücke eingegossen, die die Kontaktstelle zur Nockenwelle bilden. Ganz ähnlich den BMW M10-Motoren ( BMW 2002). Beim Umbau zum Rennmotor auch sehr problembehaftet, diese Teile. Also Porsche 911 : hatte niemals Stößelstangen.
Gruß
Udo

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Re: Ventilstößel selbstgefertigt

Beitrag von Stolle1989 » Mi 19. Sep 2018, 14:30

Ah ok, hätte ich nicht gedacht mit dem Amikram.

R2S5V0 ich glaube was du meinst sind die Ölrückläufe aber sicher keine Stößelstangenrohre.

Egal welche Köpfe ich von alten 11er gemacht habe (2l-RSR). Allesamt hatten das gleiche Prinzip und wie gesagt, schau dir an wie die Ventile und Kanäle stehen, da erübrigt sich das eigentlich schon.

Und 912 ist eben kein 911 und lebt ja eher ein Schattendasein.
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Re: Ventilstößel selbstgefertigt

Beitrag von nockenfräser » Mi 19. Sep 2018, 17:52

Das mit dem draufgeschraubten 7075er Rohrstück klingt
Interessant, das sollte man probieren. Als Stahl der mit Gussnocken zuammen läuft, ist der X210CrWo12 super, da hab ich gute Erfahrungen gemacht. Lässt sich auch recht gut zerspanen, bis auf Gewindedrehen. Geht, aber mäßig. Kann man ggf. auch mal selber härten.(acetylenflamme und Luftabschreckung)
Hans

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