Motorrad Vergaserbatterie komplett zerlegen oder lieber nicht?

Alles was nicht fertig ist hier rein.
Schaublin12
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Motorrad Vergaserbatterie komplett zerlegen oder lieber nicht?

Beitrag von Schaublin12 » Mi 1. Aug 2018, 12:40

Hallo liebes Forum,
ich besitze schon sehr lange eine Suzuki GSF-400 Bandit. Die letzten Jahre stand sie mehr als dass sie gefahren wurde. Vor einiger Zeit bin ich mal wieder gefahren, aber schön ist sie nicht gelaufen. Ich habe mir Vergaserreiniger gekauft, den man in den Tank kippt. Dann bin ich noch etwas gefahren. Als ich sie nach ein paar Tagen wieder starten wollte ist sie nicht angesprungen. Jetzt habe ich die Vergaserbatterie ausgebaut und in der Schwimmerkammer eines Vergasers war ein Klumpen ähnlich wie Baumharz.
So nun die Frage an die Vergaserspezialisten: Es ist ja doch einiges an Arbeit die Vergaser komplett zu zerlegen, außerdem benötigt man Spezialwerkzeug um die Vergaser zu synchronisieren. Meint ihr mit dem Vergaserfrei und der Entfernung des Klumpens aus der Schimmerkammer läuft der Motor wieder... oder lieber doch alle Düsen prüfen reinigen? Ist es schwer wieder eine Einstellung zu finden, mit der der Motor astrein läuft?
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Schon jetzt vielen Dank für eure Einschätzung.
Viele Grüße
Christoph

TheBlackOne
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Re: Motorrad Vergaserbatterie komplett zerlegen oder lieber nicht?

Beitrag von TheBlackOne » Mi 1. Aug 2018, 12:46

Mein persönlicher Rat: Zerleg' das Ding, oder lass es machen. Die Einstellungen kann man sich vorher notieren (z.B. Einstellung Leerlaufduese etc), aber synchronisiert werden sollten die Vergaser hinterher so oder so (eben weil es sein kann, dass er sich durch eine ordentliche Reinigung anders verhält als vorher).

Ich hatte meinen XT600 Vergaser vopr Jahren hier zur Ultraschallreinigung und kann ihn nur weiterempfehlen: http://www.321wmd.de/ultraschallreinigung.html
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techam
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Re: Motorrad Vergaserbatterie komplett zerlegen oder lieber nicht?

Beitrag von techam » Mi 1. Aug 2018, 12:48

Syncronisieren solltest du nach dem aus und Einbau eh wieder.

Ich würde alle Schwimmerkammern einmal öffnen und reinigen, dann das ganze wieder einbauen und syncronisieren. Schauen wir das Motorrad läuft und wenn es dann noch nicht ordentlich will, zu einem Spezi geben, der ein Ultraschallbad dafür hat.

Danach wirst aber sicherlich einiges wieder neu einstellen müssen, ein Werkstatthandbuch mit Grundabstimmung sollte also vorhanden sein.

Vielleicht gibt es auch ein Forum in dem du dir diese Informationen beschaffen kannst.

MfG Christian
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Re: Motorrad Vergaserbatterie komplett zerlegen oder lieber nicht?

Beitrag von Knifemaker » Mi 1. Aug 2018, 13:02

Zuallererst jemanden suchen, der ein großes 'Ultraschallbad hat!
Versuch doch die Schwimmerkammern abzubauen, die Haupdüsen raus (die hat keine Einstellmöglichkeit), den Deckel runter und alles was noch ohne Probleme runtergeht abzubauen und dann den ganzen Krempel ins Ultraschallbad (destilliertes Wasser mit Spezialreiniger ist am besten) zu geben. Mit dem Reinigungsmittel vorsichtig sein, nicht zu viel nehmen, das greift den Aluguss an. Gemisch bzw Leerlaufdüsen auch raus, zuerst aber genau aufschreiben, wieviel Umdrehungen (aufs 1/8 genau!!!) die offen sind (ganz zuschrauben und dann Aufschreiben, dann raus!!!)
Immer wieder rausnehmen und mit Pressluft/Bremsenreinger reinigen. Wiederholen. Ruhe bewahren... irgendwann geht der Bernstein raus....
Das gibts übrigens besimmt auch als Serviceleistung irgendwo...

Gruß
Richard

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Re: Motorrad Vergaserbatterie komplett zerlegen oder lieber nicht?

Beitrag von goloman » Mi 1. Aug 2018, 13:41

Ich würde so vorgehen in step 1 - ohne alles zu zerlegen

Schwimmerkammer Gehäuse - nach einander 1-4 - ab; Hauptdüse Nebendüse etc und Düsenstück - wenn kein Ultraschall dann Bremsenreiniger & Druckluft. Reinigen wo geht.

Dann den Durchlauf testen - Anschluß der Hauptleitung und die V-Batterie waagerecht klemmen, halten etc. und schauen ob Benzin aus allen Zuläufen die "offene" Schwimmerkammer flutet.
Benzin auf Reserve, oder extern Benzin zuführen.

Kerzen raus, und prüfen ob und welche ggfs. trocken ist -> dann weisst Du zumindest welcher Vergaser es ist.

momech
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Re: Motorrad Vergaserbatterie komplett zerlegen oder lieber nicht?

Beitrag von momech » Mi 1. Aug 2018, 14:07

Mach mal noch ein Bild eines Vergasers ohne Schwimmerkammer , dann kann ich schreiben was Du tun musst . Die bisherigen Antworten waren nicht falsch aber entweder mit zu viel oder zu wenig Aufwand verbunden .
Gruß Norman

sepp
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Re: Motorrad Vergaserbatterie komplett zerlegen oder lieber nicht?

Beitrag von sepp » Mi 1. Aug 2018, 14:29

Servus,
Ja, gut Ultraschallreinigen lassen ist der richtige Weg - es gibt auch etliche Murxer in der Branche!

Wenn du ihn selbst zum Reinigen vorbereiten (und dann wieder zusammenbauen) willst, dann kannst du dir ja viele Digitalfotos machen, das kostet ja nix mehr außer Speicherplatz ;-)
Besonders zu achten ist ob die Hauptdüsen der 4-er Batterie alle die selbe Größe haben oder ob innen/außen unterschiedlich bedüst ist. Das unbedingt notieren, falls es Unterschiede gibt.
Und die Stellung der Leerlaufgemischschrauben auch aufschreiben (Umdrehungen zählen bis Schraube zugedreht!).

Ansonsten wie folgt:
Sind Gleichdruckvergaser, also alle Deckel ab, alle Membranen herausnehmen,
Schwimmerkammern abnehmen, Düsen und Mischrohr entnehmen
Leerlaufgemischschrauben hineindrehen, Umdrehungen hier mitzählen und dann herausdrehen- Achtung es folgt dort bei jeder Schraube eine Feder, eine spezielle Unterlegscheibe und ein klitzekleiner O-Ring.
Die müssen alle raus damit sie nicht verlorengehen.
Schwimmer und Nadelventil ausbauen.
Je nach Vergaser sind auch die Sitze der Nadelventile ausbaubar- da sitzt oft ein Sieb drauf und ein O-Ring.
Das deshalb, da in diese Kanäle möglichst leicht die Reinigungsflüssigkeit des Ultraschallbades eindringen soll- wo kein Bad hinkommt gibts auch keine Reinigungswirkung! Also eingeschlossene Luft verhindert die Reinigung.

Die 4er Batterie als solche kannst du zusammen lassen, die Vergaser müssen also nicht einzeln sein (das gibt zuviel Arbeit).

Dann kannst den ordentlich reinigen lassen.
Danach sollten die beweglichen Teile wieder geschmiert werden (Öl) und alle O-Ringe sowie die Schwimmerkammer Deckeldichtungen erneuert werden.
Dafür gibts Reparatursätze, manchmal sind neue Düsen (richtige Größe?) und das Schwimmerventil auch dabei.


Mit der nötigen Sorgfalt ist das problemlos zu machen-

:hi: Sepp

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Re: Motorrad Vergaserbatterie komplett zerlegen oder lieber nicht?

Beitrag von schleibi » Mi 1. Aug 2018, 14:59

Und falls du neue Nadeln und Düsenstöcke einbauen willst, weil die eben gerne ausschlagen, hier ne prima Adresse


Topham

Gruß
Kalle
Fräse: Sieg Super X3 mit SK30; Drehbank: RC-Maschine RC6125WLPx750; Stossmaschine: Gack HE20; Schweissgeräte: Stahlwerk WIG TIG AC/DC 200 PULS

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die Würfel sind gefallen

Beitrag von Schaublin12 » Mi 1. Aug 2018, 15:32

Vielen Dank für eure guten Ratschläge. Ich habe mich inzwischen entschieden:
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Ich werde mich etwas eingehender mit meinen Vergasern beschäftigen. Einen Ultraschallreiniger und das Werkstatthandbuch besitze ich. Nur eine Schlauchwaage muss ich mir basteln. Das Zerlegen ging relativ problemlos. Lediglich die Schrauben, die die Vergaser über die Blechleiste verbinden waren sehr fest, wahrscheinlich geklebt, so dass rohe Gewalt mit der Kneifzange angewendet werden musst.
Viele Grüße
Christoph

Jalle
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Re: Motorrad Vergaserbatterie komplett zerlegen oder lieber nicht?

Beitrag von Jalle » Mi 1. Aug 2018, 18:15

So ist es richtig :2up:

Zerlege alles und reinige es im Ultraschallbad und montiere es. Achte bei der Montage besonders auf die Membranen der Kolben und prüfe mit Unterdruck / Saugen ob diese sich ruckfrei heben und senken. Dann Gemischschrauben in Grundeinstellung und Drosselklappen Synchronisieren. Dabei ist ein Vergaser fix (Ohne Verstellschraube) meist der 2. oder 3. daran werden die anderen angepasst. Danach kannst du mithilfe von Laserthermometer den CO /Gemisch der einzelnen Vergaser angleichen und danach mal den CO z.B. beim TÜV messen. Sollte un 4,5% liegen. Zum Schluss bzw. schon bei der Montage die Ansaugstutzen auf Feuchtigkeit und Risse prüfen ggf. nit Bremsenreiniger.

Viel Spaß damit

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