Nockenwellenschleifmaschine im Eigenbau

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Oldie-Mike
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Re: Nockenwellenschleifmaschine im Eigenbau

Beitrag von Oldie-Mike » Di 21. Feb 2017, 16:29

Als Nächstes zu Abtastung des Meisternockens:
Zustellung.JPG
Der Schwenkrahmen wird ja inklusive dem Meisternocken über eine Feder (nicht dargestellt) gegen ein Bogensegment gedrückt. Dieses Segment muss den gleichen Radius haben wie die Schleifscheibe, damit die Kontur richtig übertragen wird. In diesem Fall R=100 mm. Das Segment ist aber auswechselbar für die Verwendung anderer Scheiben. Dazu gehört natürlich auch eine Zustellung, die ähnlich der Verstellung der festen Spitze ausgebildet ist. Das Gewinde hat 1 mm Steigung um eine feinfühlige Verstellung zu gewährleisten. Leider habe ich keinen passenden Skalenring gefunden, so dass ich mir den auch noch anfertigen musste.
Der Zustellmechanismus wird in einem Klemmbock gelagert (Laserteil), der wiederum an einer Stütze verschraubt wird. Hier habe ich auch wieder beim oben erwähnten Link geklaut und den Klemmbock so konstruiert, dann er auch an der anderen Seite der Stütze verschraubt werden kann. Dann wird das Segment nicht mehr gegen den Meisternocken gedrückt, sondern gegen eine Traverse, die den mittleren und rechten Schwenkarm verbindet. Damit kann ich dann z.B. die Lagerstellen rundschleifen.

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Re: Nockenwellenschleifmaschine im Eigenbau

Beitrag von Sync » Di 21. Feb 2017, 16:48

Ja, wenn du keine Erfahrung damit hast ist das natürlich schwierig. Aber genau das Problem mit dem Taststück ist für mich der Grund da nichts mechanisches zu bauen. Dann kann der Scheibendurchmesser beliebig sein...

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Oldie-Mike
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Re: Nockenwellenschleifmaschine im Eigenbau

Beitrag von Oldie-Mike » Di 21. Feb 2017, 18:31

... aber nur, wenn Du den Effekt in die Steuerung mit einprogrammierst.

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Re: Nockenwellenschleifmaschine im Eigenbau

Beitrag von Oldie-Mike » Di 21. Feb 2017, 18:40

Nun noch die Schleifspindel:
Schleifspindel.JPG
Vom Prinzip her wie die Antriebsspindel, aber schon etwas robuster ausgeführt.
Auch wieder zwei Schrägkugellager in 2RS, eins fest, eins vorgespannt.
Antrieb über Zahnriemen, die Stützen für die Spindel sind in Längsführungen verschiebbar zur Einstellung der Riemenspannung.
Die Übersetzung ist 1:1, die Drehzahl wird über den FU eingestellt.

Und so sah das Maschinchen nach dem ersten Probezusammenbau aus:
Testaufbau1.jpg
Testaufbau2.jpg

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Re: Nockenwellenschleifmaschine im Eigenbau

Beitrag von Sync » Di 21. Feb 2017, 19:48

Naja, dynamisch den Kontaktpunkt zwischen der Scheibe und dem Profil zu berechnen ist vergleichsweise simpel.

Generell erscheint mir die ganze Profilrundschleiferei ansich recht simpel zu sein was die Steuerung angeht, man muss ja nur eine Achse bewegen (naja, zwei) solange die Scheibe breiter als das Profil ist...

Interessanter wird es wenn man gleichzeitig noch einen Abrichter steuern will.

Was man da als Steuerung will ist mir auch noch nicht so klar, vermutlich kann man da was mit LinuxCNC und der Radiuskorrektur bauen. Ansonsten muss es was eigenes werden...

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Re: Nockenwellenschleifmaschine im Eigenbau

Beitrag von mospo27 » Di 21. Feb 2017, 20:06

richtig tolle Arbeit, gratuliere. :super:
Evtl. musst Du allerdings noch kleinere Schleifscheiben bei einigen Nockenprofilen einsetzen (insbesondere, wenn Du Nowe für Schlepphebelsteuerungen machen möchtest).
Ein Freund von mir hatte sich eine solche Maschine ebenfalls gebaut und damit sogar Desmo-Nocken gefertigt, geht also.

Ein Problem ist natürlich immer der Meisternocken mit seiner Herstellung und der vorangehenden Berechnung. Aber wenn man mit den Erhebungskurven von Apfelbeck erst einmal auskommt, dann reicht das ja.

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Re: Nockenwellenschleifmaschine im Eigenbau

Beitrag von HansD » Di 21. Feb 2017, 22:47

Mal ne Verständnisfrage: gibt es nur den, also nur einen einzigen Meisternocken? Wie schleift man damit dann unterschiedliche Nockenformen?

Hans
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Re: Nockenwellenschleifmaschine im Eigenbau

Beitrag von special_b » Di 21. Feb 2017, 23:24

Tolles Projekt. Wie lange kann denn die Nockenwelle maximal sein? Falls ich meinen V12 doch mal weiterbaue, weiß ich immerhin mal dass hier im Forum jemand mit einer Nockenwellenschleifmaschine ist. 8-)


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Re: Nockenwellenschleifmaschine im Eigenbau

Beitrag von mospo27 » Mi 22. Feb 2017, 06:18

Hallo Hans,
Nein, der Meisternocken muss immer die Form haben, die mit den Nockenfolgern die gewünschte Ventilerhebung VEK gibt. Sieht bei gleicher VEK für Schlepphebel oder Tassen also unterschiedlich aus. Und für unterschiedliche VEK (Spirtmotor, Tourer) ebenfalls.

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Re: Nockenwellenschleifmaschine im Eigenbau

Beitrag von Oldie-Mike » Mi 22. Feb 2017, 09:55

@ sync:
Du hast natürlich Recht, grundsätzlich ist die Zerspanung in einer Achse keine sehr komplexe Aufgabe. Und die Kontaktpunktberechnung gehört sicher zum kleinen 1x1 der CNC Steuerung. Für mich lag der Reiz darin, mit einfachen Mitteln ein Maschinchen zu bauen, mit dem ich meine Vorstellung über VEK umsetzen kann.

@ mospo27:
im Augenblick bearbeite ich nur Tassenstößelwellen. Da komme ich mit der 200er Schleifscheibe aus. Aber ich hab mir ja auch verschiedene Abtastsegmente mit unterschiedlichen Radien angefertigt, sodass ich im Bedarfsfall auch kleinere Scheiben verwenden kann.
Hier mal die Nockenform, die ich für meine Chief ermittelt habe:
Nocke_Rollenstößel.jpg
Das ist eine Nocke für einen Rollenstößel mit 20 mm Durchmesser. Man sieht deutlich, dass man den wegen der Einschnürung nur mit einer sehr kleinen Scheibe schleifen kann (Hier nur Bildschirmauflösung!)
Die Apfelbeckkurven benutze ich nur als Anhaltswerte. Ich lege meine VEK selber fest und berechne bis zur dritten Ableitung.

@ Hans
wie mospo schon sagt, brauche ich für jede Ventilerhebungskurve einen Meisternocken. Ich hab nun auch schon eine kleine Sammlung davon.

Darin liegt natürlich der große Vorteil einer CNC Steuerung. Einmal darin investiert, fallen dann keine weiteren Kosten für das Schneiden der Meisternocken an (das machen die Wasserstrahlschneider leider auch nicht umsonst) und das geht dann auch deutlich schneller.
Für mich ist das aber nur Hobby und ich habe nicht vor, eine Massenproduktion zu beginnen. Dafür ist das Maschinchen auf alle Fälle gut genug.

@ Special_B
Ich hab die Maschine für Wellen bis ca. 350 mm ausgelegt. Wenn Dein V12 ein Modellmotor mit 200 cm³ ist, können wir darüber reden.

Michael

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