Blechbearbeitungsmaschinen

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hometown
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Re: Blechbearbeitungsmaschinen

Beitrag von hometown » So 10. Feb 2019, 13:58

so ist es - beim Julian, da "geht was" ...

Sag mal Julian, warum hast du dich denn für eine der Art "mächtige" Rolle in der Rollenstreckmaschine entschieden? Bei den gekauften sind die doch immer deutlich kleiner, oder hab ich da was übersehen?
tut mit leid - ich kann einfach nicht immer das antworten, was Ihr hören wollt

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Steinbruchsoldat
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Re: Blechbearbeitungsmaschinen

Beitrag von Steinbruchsoldat » So 10. Feb 2019, 21:08

Vielen Dank euch, freut mich dass es gefällt. :welcome:
django013 hat geschrieben:
So 10. Feb 2019, 07:12
...Platz ohne Ende ...
Also das halte ich für ein Gerücht... :steinigung: :pfeif:


hometown hat geschrieben:
So 10. Feb 2019, 13:58
Sag mal Julian, warum hast du dich denn für eine der Art "mächtige" Rolle in der Rollenstreckmaschine entschieden? Bei den gekauften sind die doch immer deutlich kleiner, oder hab ich da was übersehen?
Öhm, die Ronde war grade geschickt da und eine Bildersuche hat die eigentlich passend aussehen lassen. Hab mir da nicht viel mehr gedacht als die sieht passend aus... :nixweiss: :pfeif:

Heute habe ich das zweite Pedal noch fertig gemacht:
IMG_6062.JPG
Dann habe ich noch eine untere Rolle aus 1.2363 vorgedreht:
IMG_6073.JPG
IMG_6074.JPG
Da gehts dann mit den 3D gedruckten Schablonen und der Kopiervorrichtung weiter:
IMG_6075.JPG
Sind 5 Radien zwischen 60mm und 400mm.

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Steinbruchsoldat
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Re: Blechbearbeitungsmaschinen

Beitrag von Steinbruchsoldat » Mo 11. Feb 2019, 22:14

Mit den Schablonen ist das immer so eine Sache. Wenn ich flache Schablonen mit der Aufspannplatte verwende fehlt mir die Einstellung in Z-Richtung die bei den originalen Schablonenträgern gegeben ist. So ist das immer eine ewige verschieberei. Ich habe noch einen kleinen Schlitten mit Spindel und Handrad, vermutlich werde ich den mal dafür adaptieren. Jetzt ging es aber nochmal so, und da alle 5 gleich sind reicht mir das mit den Anschlägen so:
IMG_6082.JPG
Die Ausrichtung ist keineswegs trivial, auch hier treffen mich die 30° wieder. Wenn ich an der Kopiervorrichtung zustelle dann ändert sich nicht nur X, also der Durchmesser sondern bedingt durch die 30° auch Z, sprich der Abstand zum Futter und damit die Position des Radius auf dem Werkstück. Mit Zustellung auf Endmass kann ich ja nicht messen, sonst rauscht mit der Drehmeissel voll in das Werkstück.
Nächstes Problem: Dieser Radius hat keinen Winkel größer 30°, sprich ich kann den komplett ohne Profilverschiebung drehen. Theoretisch. Fange ich denn nun an den Radius zu drehen nimmt er rechts (Z+) einen Span ab, fährt dann dem Radius folgend in die Luft und nach der Mitte und damit höchster Stelle der Schablone wieder in Richtung Werkstück. Und dann rauscht er kurz nach Werkstück-Mitte voll rein. Das Problem dabei ist dass ich ja mit wenig Zustellung anfange sprich meine Radius-Position verschiebt sich Richtung Reitstock. Stelle ich nun zu nimmt er auf der rechten Seite MAterial ab (Radius verschiebt sich Richtung Futter) und aber der Mitte schneidet er nur noch in der Luft weil er das MAterial ja vorher schon geschnitten hat. Also doch eine ganz gewaltige Profilverschiebung.
Hab ich übrigens nicht gemacht, ich habs noch rechtzeitig gemerkt.
Was also tun?
Ich war kurz davor die Kopiervorrichtung auf 90° umzubauen, das wäre bei diesem Werkstück durchaus möglich. Allerdings gibt das meine Aufspannung nicht her, da wäre ich voll ins Futter geknallt.
Eine andere Möglichkeit wäre das Werkstück von beiden Seite zu drehen mit jeweils einem halben Radius dass die sich in der Mitte sauber treffen. Die Rolle muss aber absolut glatt sein weil sich alles sonst im Blech abbildet und das schaffe ich mit der Aufspannung nicht. Irgendwann ist mir dann aufgefallen dass wenn ich eine Seite vordrehe, das Werkstück dann umdrehe ich direkt mit der quasi letzten und damit vollen Zustellung (bei der die Z-Position exakt stimmt) alles zusammen nochmal ohne Verschiebung fertig drehen kann. Und so hab ichs dann auch gemacht.
Ich hoffe ihr könnt mir wenigstens ein bisschen folgen, die Kopiervorrichtung ist so ziemlich das einzige was mich jedes Mal wieder vor eine gewaltige Herausforderung stellt. Oder ich checks einfach nur nicht...

Also habe ich nun eine Seite vorgedreht:
IMG_6084.JPG
Dann umgedreht:
IMG_6085.JPG
Und konnte tatsächlich alles zum Schluss gesamt überdrehen:
IMG_6086.JPG
Dann hab ich mir noch einen Dorn gedreht um ein bisschen weiter vom Futter weg polieren zu können:
IMG_6089.JPG
Noch schnell eine Welle gedreht und eingesetzt:
IMG_6090.JPG
Passt:
IMG_6091.JPG
Dann wollte ich es natürlich unbedingt noch probieren, also wenigstens das eine Ende der Spindel passend bearbeitet:
IMG_6092.JPG
Und funktioniert perfekt:
IMG_6093.JPG
Ich hatte schon die Sorge dass der Rahmen für das dicke Belch nicht stabil genug ist, die war aber absolut unbegründet. :super:

Dann habe ich noch meine billigen Chinarollen bekommen und montiert:
IMG_6094.JPG
Naja, was soll ich sagen, als ich einmal auf eine Pedal getreten habe hatte ich Angst dass gleich alles umfällt so stark geben die hinteren Rollen nach. Muss mal schauen entweder finde ich noch zwei stabile Bockrollen dafür oder ich schweisse da einfach massive Füße an und muss dann zum verschieben hinten anheben und auf den vorderen fahren. Ich mein ich schieb das Teil ja nicht jeden Tag quer durch die Werkstatt...

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Steinbruchsoldat
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Re: Blechbearbeitungsmaschinen

Beitrag von Steinbruchsoldat » Mi 13. Feb 2019, 00:03

Hab heute mal das Handrad auf die Spindel montiert. Um das Gewinde beim spannen zu schonen spanne ich die Spindel im Spannzangenblock sowohl in der Drehbank als auch in der Fräse:
IMG_6104.JPG
Und drauf damit:
IMG_6105.JPG
Nachein bisschen suchen habe ich noch eine Gabel von einem Hubwagen gefunden und sie ihrer Rollen beraubt. Ein Rechteckrohr passend gebohrt und Achsen gedreht:
IMG_6106.JPG
Das wird dann statt der anderen Rolle verschweisst:
IMG_6107.JPG
Denke da gibt dann nichts mehr nach. :2up:

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Rainer60
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Re: Blechbearbeitungsmaschinen

Beitrag von Rainer60 » Mi 13. Feb 2019, 07:15

Hoi Julian
Gute Arbeit - weiter so :2up:

Anmerkungen hätte ich noch. Die Auflager der Rollenachsen bei der Rollstreckmaschine hast Du rund ausgeführt. Hin und wieder gibt es die Situation, dass ich die untere Rolle einseitig unterlege, um den Kontaktpunkt zur Seite hin zu verschieben.
7BFAF3A0-60E7-4D36-9640-7B54A58CF233.jpeg
Z.B. ein Rohr bördeln geht auf der Sickenmaschine bis zu einem Punkt gut. Ab dann muss gestretcht werden. Irgendwann ist das Material mit dem Stretcher überfordert. Mit den flachen Sickenrollen kann zwischen den sanften Stretchvorgängen das Material wieder etwas „beruhigt“ werden. Je nach Geometrie gibt gibt es von den flachen Rollen Abdrücke oder man kommt mit der Sickenmaschine nicht hinzu.

Wenn die obere Rolle wie bei der Bernardo einseitig aufgenommen ist, dann hast Du u.U. allen Platz den man braucht.
5F6C363C-B6AD-43FC-BA0F-CD3819D40442.jpeg
5F6C363C-B6AD-43FC-BA0F-CD3819D40442.jpeg (55.11 KiB) 576 mal betrachtet
Der Friede sei mit Euch...
Gruss Rainer
————————————————————————————
Es gibt immer eine Lösung - machmal auch eine Andere

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Re: Blechbearbeitungsmaschinen

Beitrag von Stolle1989 » Mi 13. Feb 2019, 07:31

Wow!!

absolut genial.
Am meisten beeindruckt mich die Herstellung der balligen Rollen :) :respekt:

Mit solch englischem Rad würde ich auch gerne mal arbeiten.
Viele Grüße aus der Braunschweiger Ecke
Lennart

Drehmaschine: Kart EMU 250 + Emco Compact 5
Fräsmaschine: Macmon M100C + Rong Fu 45 oder so
Sägen: MBS115

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Re: Blechbearbeitungsmaschinen

Beitrag von FräsGazelle » Mi 13. Feb 2019, 09:21

Hallo Julian,

lese deine Beiträge sehr gern und staune immer wieder WOW!
Auch wenn ich nicht viel davon verstehe...
Öhm, so hie und da wie machen sind für mich schon manche Sachen dabei! :-)

Grüße,
Dieter
Probleme sind zum Lösen da!

Opti BF20L Vario, Opti TU2506 mit FU Vario, Metallbandsäge Opti S131GH, Ständerbohrmaschine Opti B32, Werkstattkran, Rundtisch viel Zubehör

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Steinbruchsoldat
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Re: Blechbearbeitungsmaschinen

Beitrag von Steinbruchsoldat » Do 14. Feb 2019, 23:19

Danke euch. :hi:

Rainer, mit dem unterlegen hast du recht, das geht nicht so gut mit einer runden Welle. Wird sich zeigen ob ich es mal brauche oder nicht. Zum ändern ist es zu spät...
Die obere Rolle möchte ich nicht einseitig geführt haben, so montiert wie auf deinem Bild geht oben viel Platz verloren.

Ich habe dann mal die Aufnahmen für die Räder fertig gemacht. So etwas bohre ich immer mit 19,75mm, durch die in so dünnem Material leicht dreieckigen, übermaßigen Löcher passt die 20er Welle mit einem Hammer perfekt rein:
IMG_6136.JPG
Und angeschweisst:
IMG_6138.JPG
Jetzt ist alles stabil und ich bringe richtig Druck auf die Pedale. Das ist 1,25mm Blech:
IMG_6145.JPG
Dann habe ich noch begonnen die restlichen Rollen zu drehen:

IMG_6152.JPG

Eierkopfmaschine
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Re: Blechbearbeitungsmaschinen

Beitrag von Eierkopfmaschine » Fr 15. Feb 2019, 08:45

Hallo, mach für deine Sicherheit eine s. g. Radbruchsicherung an das Gestell. Das ist nur ein etwas längeres Formrohr bis knapp zum Boden. Das Kunststoffrad könnte brechen und haut dir die Füße ab wenn es umfällt!
Liebe Grüße
Johann

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Re: Blechbearbeitungsmaschinen

Beitrag von Sepp9550 » Fr 15. Feb 2019, 17:43

Sehr interessant was du da machst, noch mehr interessiert mich was für Werkstücke du in Zukunft mit den Geräten anfertigst.

Dachte immer das ist nur etwas für Auto-Spengler, aber scheinbar lassen sich auch vernünftige Bleche damit bearbeiten
Steinbruchsoldat hat geschrieben:
Do 14. Feb 2019, 23:19
So etwas bohre ich immer mit 19,75mm, durch die in so dünnem Material leicht dreieckigen, übermaßigen Löcher passt die 20er Welle mit einem Hammer perfekt rein:
Manche hier hätten das wohl ausgespindelt :-D
Aber das ganze bewusst kleiner zu Bohren und dann hineinzuschlagen finde ich irgendwie ganz gut, Merke ich mir fürs nächste mal
Mit freundlichen Grüßen, ein Stefan zu viel

...auf der suche nach dem verlegten Werkzeug

Drehmaschine: Quantum D310x910, Bohr(fräs)maschine: Optimum MB4, Deckel G1

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