Schleifarbeiten mit der Knuth Universalschleifmaschine

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stefangtwr
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Schleifarbeiten mit der Knuth Universalschleifmaschine

Beitrag von stefangtwr » Sa 1. Sep 2018, 22:20

Jetzt hat man da eine Werkzeugschleifmaschine stehen, da ist die Versuchung doch gegeben, das Ding nicht nur zum Rundschleifen zu missbrauchen, sondern auch mal ein Werkzeug damit zu schärfen.

Mal Kegelsenker probieren. Im Schütte Handbuch geguckt, wie die das machen:
art_kegelsenker_001.jpg
Geschliffen wird an der Spanfläche, durch radiale Zustellung (Verdrehen des Senkers)

Fürs bessere Verständniss (Also für mich ;) ) hab ich das mal aufgemalt - Den radialen Hinterschliff hab ich mal weggespart und nur eine Spannut gezeichnet.
art_kegelsenker_002.jpg
Ich schätze dass das dann so gedacht ist - Der Senker wird so gespannt das die Spanfläche genau senkrecht steht und die Schleifscheibe wird in die Spannut gestellt (Hier durch das Stahllineal dargestellt), so das sie die Spanfläche flächig berührt:
art_kegelsenker_003.jpg
Und dann verdreht man den Senker um die Mitte gegen die Schleifscheibe:
art_kegelsenker_004.jpg
Hab ich dann mal auf der Schleifmaschine ausprobiert, mit einer CBN Scheibe die praktischerweise eine halbwegs passende Form hatte. Die Spanfläche hab ich mit der Messuhr so gut es ging ausgerichtet.
Dann mit der Scheibe leicht an der Spanfläche angekratzt, die Scheibe rausgefahren, die Teilkopfspindel etwa 0,25° verdreht und dann durch pendeln vom Tisch die Spanfläche geschliffen.
art_kegelsenker_005.jpg
art_kegelsenker_006.jpg
Testsenkung in Alu (Ist ja ein Gelbringsenker für Alu, Kunststoff), senkt ganz ausgezeichnet, alle drei Schneiden rollen einen schönen Span:
art_kegelsenker_007.jpg
Die Senkung wird auch sauber und ratterfrei (Das sie nicht mittig zur Bohrung ist, ist meine Schuld, da will ich nicht drüber reden ;) )
art_kegelsenker_008.jpg
Das Ergebniss passt ja so irgendwie, aber öhm, wie macht das ein echter Werkzeugschleifer auf einer konventionellen Maschine? :-D

Zum Beispiel ist mir der "Neigungswinkel" vom Teilkopf nicht ganz klar - Schütte schreibt, man soll entsprechend dem Nutgrund der Spannut ausrichten. Aber ich komm da mit dem Fühlerhebelmessgerät nicht sinnvoll rein

gruß
Stefan

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ostwestfale
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Re: Kegelsenker an der Spanfläche schleifen

Beitrag von ostwestfale » So 2. Sep 2018, 07:47

Interessantes Thema ...
Habe ich auch schon öfters drüber nachgedacht, allerdings steht mir nur eine SSM von HBM zur Verfügung
und ich habe mich noch nicht richtig rangetraut.
Nach deiner Technik wandert die Spanfläche immer weiter nach aussen, irgendwann ist dann Schluß ?
Aber hier gibt es bestimmt Kollegen, die dazu mehr sagen können.

Gruß aus Bielefeld
Hans

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HansD
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Re: Kegelsenker an der Spanfläche schleifen

Beitrag von HansD » So 2. Sep 2018, 07:52

ostwestfale hat geschrieben:
So 2. Sep 2018, 07:47
A allerdings steht mir nur eine SSM von HBM zur Verfügung und ich habe mich noch nicht richtig rangetraut.
B Nach deiner Technik wandert die Spanfläche immer weiter nach aussen, irgendwann ist dann Schluß ?
A sehe ich auch so - Stefan, probiers doch mal mit deiner Holzmann SSM.

B das ist unvermeidlich beim Nachschleifen. Wenn man den Kegelmantel schleift wird halt der Durchmesser kleiner.

Hat das Zustellen durch Verdrehen Vorteile gegenüber dem Verfahren des Tisches - ausser dass es evtl einfacher ist?

Hans
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Re: Kegelsenker an der Spanfläche schleifen

Beitrag von FräsGazelle » So 2. Sep 2018, 09:09

Stefan, vielen Dank fürs Zeigen!
Da wird die Vorgehensweise zum Schleifen etwas klarer!

Wie schon Hans angesprochen hat, bitte überlege ob das auf einer Stichelschleifmaschine
so auch machbar ist...
Das wäre :super:

Grüße,
Dieter
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stefangtwr
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Re: Kegelsenker an der Spanfläche schleifen

Beitrag von stefangtwr » So 2. Sep 2018, 10:33

Hat das Zustellen durch Verdrehen Vorteile gegenüber dem Verfahren des Tisches - ausser dass es evtl einfacher ist?
Schau doch mal was passiert wenn man die Spanfläche parallel nach aussen verschiebt. Der Spanwinkel immer mehr und mehr positiv, die Schneide wird immer dünner und der Senker wird brutal einhaken und rattern.
IMG_20180902_102432-1.jpg
(Ähnlich wie wenn Leute die runden Komet/Hufnagel Innendrehstähle nachschleifen und nicht wissen was sie machen)
Nach deiner Technik wandert die Spanfläche immer weiter nach aussen, irgendwann ist dann Schluß ?
Irgendwann ist jedes Werkzeug am Ende ;)

Wie gesagt, alles unter Vorbehalt, ich hoffe das ein echter Werkzeugschleifer hier noch reinschaut ;)

gruß
Stefan

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Europa
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Re: Kegelsenker an der Spanfläche schleifen

Beitrag von Europa » So 2. Sep 2018, 11:50

stefangtwr hat geschrieben:
Sa 1. Sep 2018, 22:20
Jetzt hat man da eine Werkzeugschleifmaschine stehen, da ist die Versuchung doch gegeben, das Ding nicht nur zum Rundschleifen zu missbrauchen, sondern auch mal ein Werkzeug damit zu schärfen.
:-)

stefangtwr hat geschrieben:
Sa 1. Sep 2018, 22:20
Mal Kegelsenker probieren.
Wollte ich ja auch schon ewig mal machen, aber seit ich die Rema hab die den radialen Hinterschliff kann hat sich das erledigt :pfeif:
Beim nachschleifen der Spanfläche sollte sich aber mehr leben aus dem Senker quetschen lassen wenn der Nachschliff rechtzeitig passiert. Und den nur-SSM-Besitzern würde ich sagen das die Stichelschleifmaschine eine Stichelschleifmaschine ist, da fehlen einfach die Freiheitsgrade um da die Spannut nachschleifen zu können.

stefangtwr hat geschrieben:
Sa 1. Sep 2018, 22:20
Zum Beispiel ist mir der "Neigungswinkel" vom Teilkopf nicht ganz klar
Hätte ich die Möglichkeit den Teilkopf der Schreyer zu kippen würde ich den Neigungswinkel einfach frei Auge nach Lichtspalt einstellen :pfeif:
Ist ja nicht so entscheidend so lange man nicht total daneben ist? (So wirklich Ahnung vom manuellen Werkzeugschleifen hab ich aber auch nicht.)

stefangtwr hat geschrieben:
Sa 1. Sep 2018, 22:20
mit einer CBN Scheibe die praktischerweise eine halbwegs passende Form hatte.
Ist wohl eine schmale gerade Schleifscheibe? Geht natürlich auch, etwas besser wäre aber schon die Tellerscheibe wie im Schüttehandbuch beschrieben. Die kann man schön hohl ziehen damit nicht so viel Belag im Eingriff ist, Scheibe etwas frei stellen (Scheib etwas um die Hochachse verdrehen) hilft aber auch schon. Beides sorgt dafür das du nicht so viel Wärme ins Werkzeug bringst beim schleifen.


Gruß
Florian

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Re: Kegelsenker an der Spanfläche schleifen

Beitrag von stefangtwr » So 2. Sep 2018, 12:08

Lach nicht :muahaha:
Die Umrüsterei macht mich jetzt schon irre.
Hätte ich die Möglichkeit den Teilkopf der Schreyer zu kippen würde ich den Neigungswinkel einfach frei Auge nach Lichtspalt einstellen
So hab ichs dann gemacht - der Neigeweg reicht aber nicht ganz aus. Ich werd das mal noch probieren mit Vertikal gestellter Schleifscheibe, dann reicht der Schwenkweg aus. Aber irgendwas anderes wird dann vermutlich anstoßen :muahaha:
Ist wohl eine schmale gerade Schleifscheibe?
Eine gerade Scheibe (1A1) mit einseitigem Eckradius

Die CBN Scheibe schleift relativ kalt, obwohl sie sehr fein ist - Eine K80 Korundtellerscheibe hätt ich, aber mir war nicht nach abrichten..

gruß
Stefan

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Europa
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Re: Kegelsenker an der Spanfläche schleifen

Beitrag von Europa » So 2. Sep 2018, 12:25

stefangtwr hat geschrieben:
So 2. Sep 2018, 12:08
Lach nicht :muahaha:
Die Umrüsterei macht mich jetzt schon irre.
:pfeif:

stefangtwr hat geschrieben:
So 2. Sep 2018, 12:08
So hab ichs dann gemacht - der Neigeweg reicht aber nicht ganz aus.
stefangtwr hat geschrieben:
So 2. Sep 2018, 12:08
Aber irgendwas anderes wird dann vermutlich anstoßen :muahaha:
Das Problem tritt auch bei ausgewachsenen Universalschleifmaschinen auf ;-)
Alternativ einfach die Scheibe so anstellen das sich der Winkel ergibt und Anschlag setzen: download/file.php?id=65543&mode=view


Gruß
Florian

django013
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Re: Kegelsenker an der Spanfläche schleifen

Beitrag von django013 » So 2. Sep 2018, 13:03

Ich hatte mir mal nen billigen Kegelsenker zugelegt, aber erstens ratterte der und zweitens sah der Abtrag mehr geschabt als geschnitten aus.
Habe den Kegelsenker dann mit dem Dremel und ner Diamantscheibe (0,5mm dick) geschliffen - frei Auge, bis alle Flächen sauber glänzten. Schnittwinkel habe ich dabei etwas verkleinert.
Danach schnitt der Senker - allerdings das Rattern konnte ich ihm nicht abgewöhnen.

Ich bekam dann den Tip zu Querloch-Senkern und habe mir einen Satz zugelegt. Auch billich-Angebot, aber im Gegensatz zum Kegelsenker schnitt der vom ersten Moment an sauber und so konnte ich meine knapp 100 Senkungen für M8-Senkkopfschrauben fertigen und hatte sogar Spaß daran.

Seither ist der normale Kegelsenker nur noch Staubfänger.

Gruß Reinhard

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Re: Kegelsenker an der Spanfläche schleifen

Beitrag von motor64.1 » So 2. Sep 2018, 14:07

Hallo Stefan!
die Teilkopfspindel etwa 0,25° verdreht und dann durch pendeln vom Tisch die Spanfläche geschliffen.
Kannst du bei deinem Teilkopf radial zustellen? :-D

Da ich vermute, daß das nicht geht: was machst du dagegen? 8-)

Sehr viele Teilköpfe von Werkzeugschleifmaschinen können nicht radial zustellen, was die Schleifmöglichkeiten enorm einschränkt ;-)

Zum Beispiel ist mir der "Neigungswinkel" vom Teilkopf nicht ganz klar - Schütte schreibt, man soll entsprechend dem Nutgrund der Spannut ausrichten. Aber ich komm da mit dem Fühlerhebelmessgerät nicht sinnvoll rein
Wenn das Augenmaß nicht mehr reicht: Blechstreifen ("Endmaß") in den Nutgrund legen und mit der Wasserwaage oder Winkelmesser ausrichten :klugscheiss:
Grüße
Franz

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