Filament verhakt sich

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Bob
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Re: Filament verhakt sich

Beitrag von Bob » Sa 12. Jan 2019, 18:20

Hallo zusammen,
das Problem mit dem Abrollen gibt es doch auch beim Angeln: Bei einer Stationärrolle (übliche Art, Spule steht, Rotor wickelt Schnur drauf) wird viel Aufwand betrieben, um eine gleichmäßige und gut abwerfbare Wicklung zu erzeugen. Ich gehe davon aus, dass nicht bei jedem Filamenthersteller ein Angler sitzt, der auf diese Parallele hinweist. Wenn die das Filament dann irgendwie aufwickeln, erst links einen Berg, dann rechts auffüllen... dann ist das natürlich schnell ein Problem.

Das mit den zu dünnen Spulenhaltern habe ich auch nicht verstanden. Das Filament sollte doch eh nicht sehr eng gewickelt werden, der Innendurchmesser der Spule kann also nie so dünn sein, wie die meisten Spulenhalter. :nixweiss:

Viele Grüße,

Bob

SQLException
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Re: Filament verhakt sich

Beitrag von SQLException » Sa 12. Jan 2019, 19:05

Ich glaube nicht, dass das gleichmäßige/sanfte/wasauchimmer abrollen irgend einen Einfluss darauf nimmt, ob sich da irgendwas "verhaken" wird, oder eben nicht.

Soweit mir bekannt, ist dieser Fehler ausnahmslos Benutzer-hausgemacht: Beim Filamentwechsel ist man mit dem Ende der Rolle unter eine andere Bahn gekommen, und steckt das so dann in den Extruder. Anfangs merkt man das nämlich auch gar nicht, aber später dafür.

Zur leichtgängigen Lagerung der Rollen: der Anpressdruck des Extruder-Zahnsrads sollte so (straff) eingestellt, das er sich schon nimmt was er braucht. Die Zähnchen des Extruder-Zahnrades dürfen sich da auch gerne ins Filament beißen und ihre Abdrücke hinterlassen, das stört den Druck rein gar nicht. Ob's dadurch dann an der Spule "ruckelt", oder die Rolle nun doppelt-SKF-Kugelgelagert ist, bringt da rein gar nichts (Quelle: ich). Es ist nicht nötig, dem Extruder die Arbeit abzunehmen. Und falls man das doch muss, dann passt etwas anderes nicht!
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Bob
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Re: Filament verhakt sich

Beitrag von Bob » Sa 12. Jan 2019, 21:22

Bei einem Bowden-Extruder gibt es schon Grenzen, wie stark das Förderrad in das Filament hacken darf, denn das reibt sonst mehr im Bowden-Schlauch. Bei PETG habe ich bei meinem CR-10 den Anpressdruck mit ein paar Gummibändern reduziert (natürlich Gummibänder in Profi-Ausführung :-D ) und so ein Förderproblem behoben. Spätetens wenn die Rolle am Druckerrahmen hängt, kann sich das Rumpeln auch auf das Druckbild auswirken. Ein Bisschen Reibung ist vermutlich sogar vorteilhaft, also eher Gleit-als Kugellager.

django013
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Re: Filament verhakt sich

Beitrag von django013 » So 13. Jan 2019, 06:37

Ob's dadurch dann an der Spule "ruckelt", oder die Rolle nun doppelt-SKF-Kugelgelagert ist, bringt da rein gar nichts
Dem Extruder Arbeit abnehmen wollen ist natürlich vergebliche Liebesmüh.

Trotzdem kann eine doppelt kugelgelagerte Rollenhalterung Sinn machen.
Beim A6/A8 ist ja ein externer Ständer für die Filamentrolle dabei. Ne einfache M8 Gewindestange hält die Filamentrolle.
Der Drucker hat einen Direktextruder ...
Durch die Bewegung des Druckschlittens schaukelt die Filamentrolle "lustig" hin und her und zieht im ungünstigen Falle am Druckschlitten. Die Auswirkung kann man durchaus im Druck erkennen.

Ich habe dann eine Rolle für doppelte Kugellagerung gedruckt und mit der im Einsatz fing die Rolle an, sich in beide Richtungen zu bewegen (passend zur Bewegung des Druckkopfes). Dabei war die Bewegung der Rolle so geschmeidig, dass kein Fehler mehr im Druck entstand.

Jetzt beim Ender-3 ist ja der Rollenhalter auf dem Druckgestell. Die Rolle ist leider für anständige Rollen zu kurz, sodass die Rolle auf der Sechskantmutter aufliegt und es damit auch wieder zum Ruckeln kommt.
Der Bowden entkoppelt die Bewegung vom Druckschlitten vom Pendeln der Rolle.
Ich bin aber Fan von Direktextrudern und (nicht nur) deshalb habe ich auf Titan Aqua gewechselt. Damit habe ich jetzt aber wieder ein Pendeln der Rolle antizyklisch zur Bewegung des Druckkopfes.

Bei der 2kg Rolle ist es mir das erste Mal aufgefallen, jetzt bei der 4kg Rolle trat es noch heftiger zu Tage: das Rollengewicht auf dem Druckergestell führt dazu, dass jetzt auch Y-Bewegungen zum Aufschwingen der Rolle führen.
Gerade beim Infill wird das so heftig, dass es Auswirkungen auf die Außenschichten bekommt.
Rolle muss also stabilisiert oder anderweitig gelagert werden.

Ach ja - die 4kg Rolle war so randvoll gewickelt, dass das Filament seitlich von der Rolle sprang und sich um die Welle wickelte. Das führte früher oder später zur Arbeitsverweigerung des Extruders.
Ich habe dann überlegt, wie ich den Filamentvorschub bremsen könnte.

Zufällig hatte ich einen Alu-T-Träger da, der schon Senkungen für Senkschraubenbefestigung hatte. Also den auf die provisorische Behausung des Druckers gepackt, das Filament durch eine der Bohrungen geführt und ein Päckchen Tempo als Bremse ...
HaiTeck auf die schwäbische Art :D
Schwaben-Haiteck.JPG
Gruß Reinhard

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Re: Filament verhakt sich

Beitrag von FriesenSpan » So 13. Jan 2019, 09:25

Na, geht doch :hi:

Allerdings darfste jetzt keinen Schnupfen kriegen :nixweiss:

Ich wusste gar nicht, das Schwaben und Friesen seelenverwand sind :trink2:
Auch das beste Werkzeug kann mangelndes Know-How nicht ersetzen.

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Re: Filament verhakt sich

Beitrag von django013 » So 13. Jan 2019, 12:15

Ich wusste gar nicht, das Schwaben und Friesen seelenverwand sind
Ich hörte, dass es dafür sogar Belege geben sollte. Ich habe allerdings noch keine gesehen.

Davon abgesehen bin ich garkein Schwabe, sondern eine gelungene Kreuzung zwischen einem Holsteiner und einer Heidschnucke ;)
Auf der Flucht nach Süden bin ich dann in der Stadt geschlüpft, die den chronischen Husten erfunden hat.
Man sagte damals: in Gelsenkirchen wird die Wäsche schwarz, wenn man sie draußen zum Trocknen aufhängt und man hat die Fenster mit einem Handkehrbesen geputzt.
Meine Schultüte bekam ich bereits in der Landeshauptstadt des "Ländle".
Wenn man die Auslandseinsätze weg lässt habe ich das Ländle seither nicht verlassen ;)

Gruß Reinhard

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HansD
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Re: Filament verhakt sich

Beitrag von HansD » So 13. Jan 2019, 12:58

FriesenSpan hat geschrieben:
So 13. Jan 2019, 09:25
Ich wusste gar nicht, das Schwaben und Friesen seelenverwand sind :trink2:
Bernd, wieso, könnt ihr auch kein Hochdeutsch?

Hans
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Spanause
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Re: Filament verhakt sich

Beitrag von Spanause » So 13. Jan 2019, 16:16

Brustleier, Bohrer 1 – 22 mm nullfünf steigend. Steckschlüsselkasten 10 – 32 mm mit Verlängerung und Kreuzgelenk, Matra MDR 2 laut Zerspanungpur im schlechten Zustand dafür den Kopf voller Ideen und die Fähigkeit diese auch umzusetzen!

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Re: Filament verhakt sich

Beitrag von rawing » So 13. Jan 2019, 20:16

Hallo,
vielen Dank für die Ideen und Anregungen. Das selbstverschuldete Problem konnte ich dank euren Inputs nun lösen. Beim Wechseln der Spule hatte ich aus Unwissenheit nicht auf die Windungen geachtet. Dabei ist die erste Lage der Windungen aufgesprungen und hatten sich teilweise untereinander geschoben und dann bei Zug durch den Extruder blockiert. Die lockeren Windungen habe ich nun entfernt und bei erneutem Einlegen die Spannung auf der Rolle erhalten. Jetzt läuft es und wieder was gelernt. :2up:
Gruß vom Niederr(h)ainer

Fast alles da was ich brauche, aber etwas fehlt immer.
Ich kann auch nett, bringt aber nix.

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