Altes Dach isolieren

Heisti
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Re: Altes Dach isolieren

Beitrag von Heisti » Di 31. Mär 2020, 17:26

Siehst du, dann hast du jetzt ja richtig Geld und Aufwand gespart. Ich trinke gerne Rotwein. :muahaha:

Bollwerk
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Re: Altes Dach isolieren

Beitrag von Bollwerk » Di 31. Mär 2020, 17:33

Hirnrissig ist in diesem Verordnungswirrwarr so manches,

und mit eigenwilligen aber, nach dem Text dieser Verordnungen, legalen Interpretationen, kann man das eigentliche Ziel dieser Verordnungen ganz schnell ad absurdum führen. Legal vielleicht aber illegitim und.......???
Im gegebenen Fall würde ich mal nachrechnen, oder nachrechnen lassen, ob der Aufbau: innen Heraklith außen Brettschalung, den Mindestwärmeschutz nicht ohnehin schon erfüllt. Wenn ja, machte ich, ganz legal, erst
mal gar nichts. Irgendwann, vielleicht im Zuge einer Neueindeckung, würde ich dann von aussen, auf die Brettschalung, eine diffusionsoffene Dämmung aufbauen.

Grüße vom
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zuendler
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Re: Altes Dach isolieren

Beitrag von zuendler » Di 31. Mär 2020, 17:38

Ne, erfüllt es bei weitem nicht im Bezug auf die EnEv die in meinem Fall wirksam wird.
Es gibt da schon schöne Simulatoren dafür im Netz.
Deswegen reichen auch schon 12cm Glaswolle nicht (wollte ich eh nicht haben).
Richtwert sind eben die 0.24W/(K m²) wenn Besitzerwechsel stattfindet.

Wenn man die Maßnahmen innerhalb 2 Jahren nicht umgesetzt hat gibt´s saftiges Busgeld bis 50.000€.
Man muss einen anerkannten Gutachter beauftragen der das ganze abnimmt. Ich weis nur noch nicht
ob man dass dann beim Amt einreichen muss, oder ob die das selbst mal anfordern. Vermute aber das ist
wie beim Finanzamt, die vergessen auch niemand.

Bollwerk
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Re: Altes Dach isolieren

Beitrag von Bollwerk » Di 31. Mär 2020, 17:44

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wurmwichtel
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Re: Altes Dach isolieren

Beitrag von wurmwichtel » Di 31. Mär 2020, 17:47

öhm...
Wenn das Haus den Eigentümer wechselt, hat das erstmal rein gar nichts mit der EnEV zu tun und ich habe große Zweifel, dass ein Altbau auf Dämmwerte eines neu gebauten Niedrigenergiegebäudes vergewaltigt werden muss.
Die greift erst bei umfassenden Instandsetzungs-, beziehungsweise Erneuerungsmaßnahmen.

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zuendler
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Re: Altes Dach isolieren

Beitrag von zuendler » Di 31. Mär 2020, 17:57

Bei Eigentümerwechsel sind 3 Themen fällig:
- oberste Geschossdecke isolieren
- Heizung erneuern falls älter als 30 Jahre
- nicht isolierte Rohrleitungen in unbeheizeiten Räumen müssen isoliert werden.

Das kannst du überall nachlesen.

Und das was du schreibst kommt noch oben drauf.
Wenn man z.B. die Fassade neu macht, muss man sie gleichzeitig isolieren.

Für die Sanierung von alten Häusern gelten dabei auch geringere Anforderungen als für Neubauten.
Also was das Dach angeht weis ich es grade etwa, da muss der Neubau etwa doppelt so gut isoliert werden.

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Re: Altes Dach isolieren

Beitrag von Bollwerk » Di 31. Mär 2020, 18:10

Noch'n Text:

https://www.baunetzwissen.de/bauphysik/ ... ke-4941150

Im Grunde ist es ganz einfach. Die Pflicht zur Dämmung besteht grundsätzlich. Es gibt zwei Ausnahmen: Decke oder Dach erfüllt die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz (bitte genau nachlesen was das ist) oder: der Eigentümer
eines grundsätzlich dämmpflichten Ein-oder Zweifamilienhauses wohnt bereits seit 1.Februar 2002 selbst in dem Gebäude. Der Alteigner muß nicht dämmen. Erst ein neuer Eigentümer muß dämmen, aber nur dann, wenn das, siehe Satz eins, erforderlich ist.
Bei durchgreifender Sanierung oder Erneuerung von Bauteilen ist im Zuge solcher Arbeiten, egal von wem, sofort auf den in der ENeV festgelegten Wert zu dämmen.
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Re: Altes Dach isolieren

Beitrag von flexiblebird » Di 31. Mär 2020, 18:25

Heisti hat geschrieben:
Di 31. Mär 2020, 16:26
Die Absätze 2 bis 5 sind nicht anzuwenden, soweit die für die Nachrüstung erforderlichen Aufwendungen durch die eintretenden Einsparungen nicht innerhalb angemessener Frist erwirtschaftet werden können.
Genau das ist der Kern von EnEV:

Alles ist nur zu machen, wenn es sich finanziell lohnt.

Niemand sollte auf die Vorschläge der EnEV verzichten.

Bei dem neu gekauften alten Haus sollte man nicht bloss die oberste Geschossdecke dämmen.
Oder die alte Ölheizung gegen eine effektivere ersetzen.
Sondern sich die ganze Hütte angucken, was *sinnvollerweise* gemacht werden kann.

Ich habe hier Dach und Wände gedämmt und den Heizenergieverbrauch auf 2/3 abgesenkt.

Nicht so gut wie ein neues Passivhaus, die Eigenleistungen haben sich aber schon nach
wenigen Jahren bezahlt gemacht.

Und der Wohnkomfort steigt in warmen Räumen mit warmen Wänden auch erheblich.
Wabeco F1200, RC6123BX500, Emco BS2, Einhell MBS400, Woodstar PB06, Proxxon FKS/E

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Re: Altes Dach isolieren

Beitrag von zuendler » Di 31. Mär 2020, 18:42

So, ich muss nochmal nachkorrigieren, nach dem hier
https://enev-online.com/enev_praxishilf ... %C3%A4mmen

braucht man nichts zu tun, wenn die DIN4108-2 erfüllt wird.
Habe das nochmal durch den Simulator geschossen sowohl für obere Geschossdecke, als auch für Dachschrägen.
(In der Geschossdecke ist noch eine Kiesschüttung drin)
Die erforderlichen Wärmeübergangswiderstände von 0,35 und 0,9 werden grade so erreicht.
Wenn ein Gutachter das ebenso sieht bräuchte man also überhaupt nichts zu machen wie Bollwerk schon angemerkt hat.
Ansonsten wäre die oberste Geschossdecke selbst mit geringen Mitteln auf Stand zu bringen.

sepp
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Re: Altes Dach isolieren

Beitrag von sepp » Di 31. Mär 2020, 19:31

Ich kann dir zumindest sagen, dass die Dachdämmungbi uns sehr viel Energieeinsparung gebracht hat. Also Preis/Nutzen sehr gut. Eine Fassadendämmung dagegen werde ich nie machen, das Haus würde damit mit Sicherheit kaputtsaniert (Bj 1975) Würde sich auch von den Kosten her niemals bezahlt machen, nichtmal wenn ich das in Eigenregie machen würde.

:hi: Sepp

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