Mörtelrezept gesucht

bernhard
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Mörtelrezept gesucht

Beitrag von bernhard » Mo 4. Nov 2019, 12:30

Ich möchte alte Natursteinmauern neu fugen.
Dafür soll sich eine Mörtelspritze gut eignen. Entweder sehen die aus wie ein Kuchen-Dekorationsspritzbeutel, auch manuelle oder Akku-Pumpen gibt es - genauso wie Viedeos bei Youtube dazu.

Erste Test mit normalen Putzmörtel aus'm Sack mit einer Hand-Kartuschen-Presse verliefen enttäuschend:
Das Zeug lässt sich nicht rauspressen.
Die Viskosität ist einfach nicht "geschmeidig" genug.

Was muß ich da anrühren?

P.S.: Es gibt fertige Fugenmörtel "aus dem Eimer", die kommen allerdings aus Kostengründen nicht in Frage.
Ciao,
Bernhard

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gerhard_56
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Re: Mörtelrezept gesucht

Beitrag von gerhard_56 » Mo 4. Nov 2019, 12:56

Hallo Bernhard,
ich habe eine Natursteinverkleidung am Haus und an einer Mauer mit selber angemischtem Mörtel verfügt. Die Idee, dass mit einer "Kartusche" zu spritzen hatte ich auch, das ging aber gar nicht, weil sich selbst pastörös angemischter Mörtel schnell absetzt und dann nicht mehr gespritzt werden kann. Mag sein, das Profis dafür anderes Werkzeug haben, ich habe es dann mit der Fugenkelle gemacht und nach etwas Übung ging das auch recht schnell.

Den Fugenmörtel habe ich mir bodenfeucht aus Quarzsand und Trass-Zement im Verhältnis 3:1 gemischt. Je trockener der Mörtel ist, um so weniger verunreinigt man sich beim verfugen die Steine, optimale Konsitenz ist, wenn Du mit der Hand einen Klumpen formst und der dann so hält und nicht gleich wieder auseinander bricht. Eine Hand voll habe ich davon auf eine Glättkelle gepackt, die an der Fugen angelegt und mit der Fugenkelle in die Fuge mit Überschuss gedrückt. Bei den senkrechten Fugen habe ich den Mörtel als Klumpen in der Hand gehalten (Handschuhe) und ebenfalls mit der Fugenkelle angedrückt. Wenn der Mörtel etwas angezogen war, habe ich mit einem ca. 30 mm dicken Rundholz (hängt von der Fugenstärke ab) den überschüssigen Mörtel von der Fuge abgekratzt und mit einem Handfeger noch etwas gereinigt. Das sah dann schon ganz gut aus, nach dem aushärten der Fuge bleibt aber ein leichter Zementschleier an den Steinrändern, den habe ich mit einem Zementschleierentferner weg bekommen und dann mit viel Wasser gespült.

Von einem normalen Zementmörtel kann ich Dir wegen der Ausblühungen nur abraten.

So sieht meine Verkleidung nun nach rund 4 Jahren Bewitterung aus.
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Viele Grüße, Gerhard

Limbo
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Re: Mörtelrezept gesucht

Beitrag von Limbo » Mo 4. Nov 2019, 12:56

Normalerweise macht man die Steine und Fugen vorher nass, damit der Mörtel sich besser verbindet.
Der angerührte Mörtel wird nicht gespritzt, sondern es wird eine Portion auf ein kleines Reibebrett gegeben, und der Mörtel in kleinern Portionen von dem Brett mit einer Fugenkelle in die Fuge gedrückt. Mit einer Spritze fehlt die Einpressung und der Verbund mit dem Mauerkalk.

Welche Mischung richtig ist hängt auch von den verbauten Steinen ab. nicht jeder Stein verträgt Zementmörtel.
Bei Klinkersteinen nehme ich etwas Kalk, mehr Sand und weniger Zement als Kalk. Mit Wasser mache ich die Mischung so geschmeidig wie Hunde :scheisse:

Hans

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Re: Mörtelrezept gesucht

Beitrag von tofro » Mo 4. Nov 2019, 13:04

Um die ursprüngliche Frage zu beantworten:

Es gibt Fließverbesserer für Mörtel/Beton (z.B sowas) - Damit dürfte sich das Zeug wahrscheinlich einigermassen gut mit der Spritze verarbeiten lassen - Nur fließt es dann so gerne, dass es prompt aus deiner Fuge wieder rauskommt...
Jemandem schon mal aufgefallen, dass die Anzeigen "Sie nutzen nur 30% ihres Gedächtnispotentials" zeitgleich mit der Einführung der IBAN verschwunden sind?

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gerhard_56
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Re: Mörtelrezept gesucht

Beitrag von gerhard_56 » Mo 4. Nov 2019, 13:15

Eine richtige Natursteinmauer habe ich auch gebaut. Für die Vermauerung habe ich ein Gemisch aus Feinsplitt und Trass Zement genommen. Der Vorteil dabei ist, dass die Fugen wasserdurchlässig und damit frostfest sind. Das kann man auch in entsprechend grobe Fugen einbringen, wenn die aber nicht tief genug ist, fällt einem der Kram ständig raus.

Sieht dann so aus und Macht sich mMn bei dieser Mauer Art besser als eine glatte Füge.
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Viele Grüße, Gerhard

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Re: Mörtelrezept gesucht

Beitrag von Ikosaeder » Mo 4. Nov 2019, 14:54

Die wichtigste Frage, die man sich bei der Mörtelauswahl stellen sollte, ist jene nach der Beschaffenheit des Mauerwerks. Grundsätzlich hat es sich bewährt, die Rezeptur der Druckfestigkeit und der Wasseraufnahmefähigkeit des Steins anzupassen. So können Hartgesteine wie Granit, Gneis oder Basalt problemlos mit reinem (Trass)Zementmörtel 1:3 verfugt werden, während poröse Weichgesteine wie Tuff, Konglomerat oder Muschelkalk von einer weicher eingestellten Mischung mit höherem Kalkanteil profitieren. Sinnvoll wäre es auch, zu erfahren, um welche Art von Mauerwerk es sich handelt. Immerhin lässt deine Frage eine Vielzahl von Interpretationen zu, die von Opus Quadratum aus tonnenschweren Blöcken über historisches Bruchsteinmauerwerk mit Kalkmörtel bis hin zu auf Beton geklebten Platten reichen.

MfG,
Philipp
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Re: Mörtelrezept gesucht

Beitrag von Matthias78 » Mo 4. Nov 2019, 15:05

Hatte auch das Problem mit der Spritze aber nur bei selbst angemischtem Mörtel. Bei der Sackware hat das aber gut funktioniert. Ich habe Trasszementmörtel genommen den Hersteller weiß ich gerade nicht, kann ich aber morgen nachschauen.

Matthias78
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Re: Mörtelrezept gesucht

Beitrag von Matthias78 » Mo 4. Nov 2019, 15:13


schubidu
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Re: Mörtelrezept gesucht

Beitrag von schubidu » Mo 4. Nov 2019, 18:47

den insekten zuliebe die fugen offen lassen.

pimalde
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Re: Mörtelrezept gesucht

Beitrag von pimalde » Mo 4. Nov 2019, 19:02

Hallo Bernhard,

dem von gerhard_56 und ikosaeder gesagtem kann ich beipflichten.
Erdfeuchter Mörtel läßt sich gut mit Mörtelbrett und Fugenkelle verarbeiten.
Die Steine nässe ich normal mit einem kleinen Drucksprüher vor, das ist ganz praktisch.
Als Mörtel für weiche Klinker verwende ich die Mischung:
1 RT Portlandzement 32,5N
1 RT Weißkalkhydrat
1 RT Traßmehl ! (kein Traßzement!!)
7 RT Sand 0-1mm für die Deckfugenlage (letzter Zentimeter, zum auffüllen klinkertiefer Fugen Sand 0-2mm)
Das ergibt einen im ausgehärteten Zustand rel. weichen hellen Mörtel der sich gut verarbeiten läßt.
Das Traßmehl reagiert mit dem Kalk zu wasserfestem Bindemittel und verhindert Ausblühungen des Portlandzementes, bin auf diese Mischung gekommen da Traßzement relativ teuer ist,
1,4 Tonnen Traßmehl mich aber nur 130 Euro gekostet haben und ich größere Mengen brauche :-)

Für harte Steine und kleine Mengen würde ich 1:3 Traßzement: Sand nehmen

Gruß
Erik

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