Bohrerschleifgerät- Selbstbau

Hier könnt ihr Videos einstellen die mit unserem Hobby zu tun haben!
Lehrvideos, Tips und Tricks...
Forumsregeln
Bitte die Videos im "Titel" eindeutig beschreiben!
Schleifgott
Beiträge: 127
Registriert: Mo 18. Apr 2016, 10:26

Re: Bohrerschleifgerät- Selbstbau

Beitrag von Schleifgott » Mi 18. Jul 2018, 17:30

Ich muss noch hinzufügen, dass es beim Schleifen von Hartmetall umso wichtiger ist, die Schleifscheibe gegen die Schneide laufen zu lassen, da ansonsten beim Abtragen des Materials mikrofeine Fragmente des Hartmetalls aus dem Verbund herausgerissen werden und in Folge dessen die Schneide keine saubere Schnittkante aufweist, sondern eine unsaubere und bröckelige, was auch deutlich auf Kosten der Standzeit führt. Zudem ist es auch besser mit Diamant zu arbeiten, anstatt mit Siliziumcarbid, da SIC das Material förmlich raushackt und nicht schneidet. Die Unterschiede sieht man deutlich, auch ohne starker Lupe oder Mikroskop. Fürs Grobe um so zu sagen „Meter“ zu machen ist die SIC geeigneter. Aber wenn es darum geht feine Schnittkanten an einem HM- Werkzeug zu erzeugen, ist eine Diamantschleifscheibe unerlässlich. Mit der entsprechenden Korngrösse variiere ich entsprechend die Abtragsmenge, allerdings auch die Oberfläche der Schnittkante. Aber darüber habe ich ja auch schon ausführlich hier geschrieben.

Was die Gratbildung bei HSS-Werkzeugen angeht, hat man diese bei beiden Varianten der Schleifrichtung, wobei es im Gegenlauf etwas geringer ist. Diesen Grat kann man mit einer Messingbürste ohne Weiteres wegbürsten. Dies ist im Übrigen auch besser, da der Grat im ersten Moment des Einsatzes des Werkzeuges die Schärfe der Schnittkante beeinflussen kann. Jedoch äußerst wichtig bei Gewindebohrern und Gewindestrehlern, da wiederum der noch vorhandene Grat die Qualität des Gewindes deutlich beeinflusst bzw. das es möglich ist, dass das Herstellen des Gewindes durch den Grat unmöglich macht, vor allem bei sehr weichen Materialien. Bei der Bearbeitung von Holz sollte nicht mit der Messingbürste entgratet werden, da dadurch eine mikrofeine Schneidkantenverrundung entsteht und bei der Holzbearbeitung exakt scharfe Werkzeuge zum Einsatz kommen müssen. Hierzu verwendet man ein kleines Hartholzstöckchen. Ist mit etwas mehr Aufwand verbunden, aber kann entscheidend sein.
Gruß SIG

motor64.1
Beiträge: 1979
Registriert: Fr 17. Feb 2012, 22:28
Wohnort: Ö-Ost + Versandadresse in D
Austria

Re: Bohrerschleifgerät- Selbstbau

Beitrag von motor64.1 » Mi 18. Jul 2018, 21:29

SchlosserIng hat geschrieben:
Di 17. Jul 2018, 17:29

Mein einziger Satz Spannzangen (ER32) würde sich zwar (bis auf die ganz kleinen Bohrer) als Halter eignen, aber ich wollte ihnen die Korundkörner nicht antun.
Ein überzähliges Bohrmaschinen-Spannfutter ist mir nicht mehr genau genug ...


Schleifstaub in den Spannzangen läßt sich mit einem Stück Isolierband weitgehend verhindern. :-D


20180718_203257.jpg





Mit in Bohrfuttern eingespannten Bohrern kann man wegen der Vibrationen super Schleifscheiben killen :2up:
Grüße
Franz

Benutzeravatar
SchlosserIng
Beiträge: 463
Registriert: So 5. Jan 2014, 16:53
Wohnort: 08141 Reinsdorf
Germany

Re: Bohrerschleifgerät- Selbstbau

Beitrag von SchlosserIng » Mo 23. Jul 2018, 16:43

motor64.1 hat geschrieben:
Mi 18. Jul 2018, 21:29
Schleifstaub in den Spannzangen läßt sich mit einem Stück Isolierband weitgehend verhindern.
Daraufhin habe ich mich mal virtuell umgeschaut und diesen Halter gefunden. Er erscheint mir für die Weiterverarbeitung als präzise Bohrerhalterung unter Verwendung des vorhandenen Spannzangensatzes (preis-)günstig, könnte aber genau deshalb auch ungeeignet sein. (Ihr wisst doch inzwischen, dass ich mir nicht so gerne teuere Anschaffungen genehmige.)
Weiß jemand was Konkretes über das Teil?
Das Sechskant wäre auch für das Ausrichten der Schneiden von 3-Flöten-Schaft- oder Finger-Fräsern brauchbar ...

Franz, hast Du vielleicht sogar ein Video von "(mit in Bohrfuttern eingespannten Bohrern) gekillten Schleifscheiben"?
Macht's besser
Gottfried

Meine Meinung: es erst mal versuchen ... und dann verzweifeln?
EFM200DS, EDM300DS, GFW4013, Woodstar-pt85, Oberfräse,
viel Eigenbau (wovon die Hälfte nicht gut funktioniert), viel "wenig Platz"

Benutzeravatar
Stahlfussel
Beiträge: 1043
Registriert: Mi 5. Nov 2014, 17:28
Wohnort: Mainz
Germany

Re: Bohrerschleifgerät- Selbstbau

Beitrag von Stahlfussel » Mo 23. Jul 2018, 22:55

Hallo SIG,
ich lerne immer dann am besten, wenn ich die betr. Sachverhalte auch verstehe.
Du schreibst:
Schleifgott hat geschrieben:Die Schleifrichtung ist in dem Fall entgegen der Schneide. Dies hat einen entscheidenden Nachteil. Man führt beim Schleifprozess die Wärmeenergie komplett in Richtung Schneide.
Dein Bild dazu habe ich hier noch einmal einkopiert. Der untere Fall, so verstehe ich Dich, ist der, den es zu vermeiden gilt.
Schleifgott_Schleifrichtung.png
Schleifgott_Schleifrichtung.png (27.09 KiB) 177 mal betrachtet
Wenn ich nicht unzulässig verkürze, dann sagst Du, dass die Richtung einer Reibung auch die Richtung der Ausbreitung der Reibungswärme bestimmt.

In meiner Vorstellung entsteht Reibungshitze am Werkzeug dort, wo Material abgetragen wird. Der Wärmeeintrag - so nehme ich bisher an - sollte unabhängig von der Reibungsrichtung sein. Diese Wärme wird sich entsprechend des geringsten Widerstands (unterschiedliche Wärmeleitfähigkeiten) ungerichtet ausbreiten. Da Luft und Schleifkorn im Vergleich zu Metall die Wärme schlechter leiten, hätte ich angenommen, dass sich der Großteil der Wärme im Werkzeug ausbreitet und davon an die Umgebung abgestrahlt bzw. weitergegeben wird. Ein kleiner Teil der Wärme wird auch in die Schleifscheibe eindringen. Da diese schnell umläuft, könnte man annehmen, dass ein gedachtes, einzelnes Schleifkorn die Stelle des Materialabtrages wärmer verlässt als es dort - in der nächsten Runde - wieder ankommt. Ein Kühleffekt, wenn es überhaupt dazu kommt, würde demnach eher am Anfang der Abtragstelle zu finden sein.
Zusammengefasst: wenn die Schleifscheibe die Wärme an der Abtragstelle des Werkstücks erst einmal erzeugt hat, ist sie aus dem Spiel raus.

Wie funktioniert die von Dir genannte Führung der Wärmeenergie? Mal abgesehen vom Schleifen, wäre das bspw. beim Fräsen auch so (Gleichlauf/Gegenlauf)?

Gruß,
Jochen

Antworten