rund um Leinen - Drehbänke

Eisenwut
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Gewindeuhr / Dial Indicator für Leinen Drehbänke

Beitrag von Eisenwut » So 19. Jan 2020, 21:08

Ein für diverse Generationen von LuZ-Drehbänken verfügbares Zubehör, um das sich ein paar Rätsel ranken ist die Gewindeuhr von Leinen:
Zu meinem Erstaunen wird sie in dem Zubehörkatalog zu meiner Maschine nicht aufgeführt, ist aber definitiv dafür verfügbar gewesen.
In einem älteren Katalog findet sie sich unter der Bezeichnung "w46" ("w" steht für "Zubehör für Support und Wange"):
img69.gif
img69.gif (83.63 KiB) 881 mal betrachtet
.
Bei Tony ist eine MLZ4S der ersten Generation damit abgebildet (er hat die zwar mit einem "LZ4S" bezeichnet,
des Multiplikators wegen muss es aber "MLZ4S" heißen)
(Beim Anblick der Maschine fange ich schon alleine wegen der Kegeldreheinrichtung mächtig an zu sabbern... das nur so am Rande.... :willauch:)

Mein Exemplar habe ich durch Zufall in einem riesen Haufen von Zubehör einer Annonce gesichtet - und solange gequengelt,
bis ich sie bekommen habe- danach gab es 1 Monat Spaghetti- auch wenn eine kleine Ecke am Gehäuse abgebrochen ist.
Irgendwo hab ich mal aufgeschnappt, daß die Gewindeuhr der Leinen etwas anders ist als üblich und vielleicht hat ja irgendeiner von Euch eine Erklärung dafür,
jedenfalls wurde mir mal erzählt, diese sei auch für metrische Gewinde gedacht gewesen.

Wenn man sich die Konstruktion ansieht, fällt einem die 1:1-Getriebestufe auf, die aus meiner Sicht nicht nötig gewesen wäre,
außer, man braucht sie für irgendwas Anderes als die Drehrichtung umzukehren- ich denke an andere Übersetzungen.
Ich habe diverse Beiträge hier im Forum und sonstwo dazu durchgelesen, bleibe aber schon bei der 30er Skala oben stecken.
Eines noch vorweg: die LZ4/MLZ4 hat in der metrischen Ausführung eine 3mm Steigung der Leitspindel.
Das Schneckenrad dieser Gewindeuhr passt perfekt darauf, ist also für metrische Maschinen- es gibt wohl auch zöllige Spindeln mit zölliger Uhr,
vermutlich ist die oben erwähnte Maschine bei Tony so eine, denn die Skalenräder sind in Zoll.
Die Schnecke hat 30 Zähne, mit der 1:1 Stufe ( 2x 18 Zähne) dazwischen zeigt die 30er Skala also komplette Umdrehungen der Leitspindel an.
In einem Beitrag bei practical machinist habe ich ein Bild einer Gewindeuhr mit 16 Zähnen auf der Welle gefunden-allerdings auch etwas anders konstruiert (kein Wellensicherungsring vor dem Zahnrad) :
k-threading dial 2.jpg
Foto von "practical machinist"
Derjenige, der mir eine Kopie der Leinen-Unterlagen zum Gebrauch dieser Gewindeuhr gibt, bekommt von mir eine Kiste besten bayerischen Bieres vor die Tür gestellt !
Für eine plausible Erklärung, wie sie funktioniert (auch ohne originale BA) bin ich natürlich ebenfalls sehr dankbar!!
Hier ein paar Bilder von meinem Exemplar:
k-IMG_20200119_151502.jpg
k-IMG_20200119_151523.jpg
k-IMG_20200119_151546.jpg
k-IMG_20200119_151611.jpg
k-IMG_20200119_152256.jpg
k-IMG_20200119_151821.jpg
k-IMG_20200119_153418.jpg
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Re: rund um Leinen - Drehbänke

Beitrag von Eisenwut » So 19. Jan 2020, 21:15

tilly hat geschrieben:
So 19. Jan 2020, 19:44
Hier zeige ich das Setup für das Spitzendrehen mit dem Sicherheits-Mitnehmer:
https://youtu.be/46tkXBUJVHU
Hallo Udo,
Du hast da auch ein paar echt spannende Teile,
neben derm Sicherheitsmitnehmer ( echt chic- wofür ist der Haken auf der Innenseite ?) habe ich hinten links in der Ecke eine Adapterplatte unter dem Werkzeughalter entdeckt... ist das zufällig die hier ?
Handhebelsupport Platte.JPG
Gruß,
Denis
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Re: Gewindeuhr / Dial Indicator für Leinen Drehbänke

Beitrag von Eisenwut » Mo 20. Jan 2020, 08:09

Eisenwut hat geschrieben:
So 19. Jan 2020, 21:08
Die Schnecke hat 30 Zähne, mit der 1:1 Stufe ( 2x 18 Zähne) dazwischen....
Es muss natürlich "Schneckenrad" heißen... :?
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Re: rund um Leinen - Drehbänke

Beitrag von tilly » Mo 20. Jan 2020, 20:33

Hallo Denis,
welche Funktion der Haken hat kann ich Dir leider auch nicht sagen. :nixweiss:
Er verhindert auf jeden fall das Mitdrehen des Mitnehmers beim festschrauben der Mutter.
Das würde aber auch ein gerader Stift tun. Vielleicht war der ja mal gerade!?

Meine Adapterplatte ist eher so etwas (w10 d/1):
Stahlhalter.jpg
Beide Teile können direkt auf den Planschlitten montiert werden (da wo die Ms.-Schrauben drin sind)
oder das Teil mit der T-Nut kann auf die Adapterplatte geschraubt werden.
Das ist universell zu gebrauchen. Ich habe das schon einmal für eine Aufspannung zum Fräsen benutzt.
7010.jpg
7009.jpg
7011.jpg
7012.jpg
Gruß, Udo
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Re: rund um Leinen - Drehbänke

Beitrag von Forestervinnetou » Di 28. Jan 2020, 18:41

So nun will ich auch mal etwas kurzes zum Thema "Zubehör" beitragen:
Seit heute kann ich das Zubehör "s52/25 Gewindebohrer für das Zangengewinde Z23x1" mein Eigentum nennen. Orginal von Leinen, Vor- und Nachschneider, wurden nichtmal nachgeschärft :freu:.
s52 kopie.jpg
Katalogausschnitt: Bitte die Angabe Z25x1 vergessen, das ist ein Schreibfehler :-( . Es handelt sich um ein M23x1/Z23x1 Gewinde.
Anmerkung s52.png
Hatte nicht erwartet das ich die jemals Besitze.


Viele Grüße
Vinzenz
Ps.: An den "Langen" Beiträgen zu den Themen aus dem Startpost werkel ich schon. Müsst euch aber noch ein wenig gedulden :stumm: .
Suche noch weitere Bedienanleitungen und Seriennummern (ideal wäre mit Baujahr) von Leinen-Drehbänken. Wer kann mir da weiter helfen?
Gerne auch per PN.
Maschinen in der Werkstatt:
Leinen MLZ4S mit hydraulischer Kopiereinrichtung
Beling & Lübke FWS160 Präzisions-Fräsmaschine

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Schmierung

Beitrag von pegmi » Do 30. Jan 2020, 17:56

Das Thema Schmierung unserer Leinen-Drehbänke wurde zwar schon in diversen Threads angesprochen, doch wenn es dann darum ging ein konkretes Produkt zu besorgen, fiel mir die Auswahl dennoch schwer. Bekanntlich treten Lagerschäden hauptsächlich infolge falscher oder keiner Schmierung auf. Deshalb habe ich eine kleine Recherche angestellt, die vor allem Auskunft darüber geben soll, welche Schmierfette für die wälzgelagerten Modelle geeignet sind. Dazu habe ich diverse Hersteller kontaktiert und nach Alternativen zu den damals von Leinen empfohlenen Produkten angefragt. Das Resultat ist die folgende (unvollständige) Vergleichstabelle:

Empfohlene Schmierfette lt. Betriebsanleitung und deren moderne Ersatzprodukte:
ARAL Fett HL 2 --> Aral Aralub HL 2 (nicht verwechseln mit HLP 2)
BP Energrease RBB2 --> keine Antwort
BP Energrease LS2 --> keine Antwort
Castrol SPHEEROL AP2 --> nach wievor erhältlich. In Österreich allerdings nur in 180kg Gebinde. Alternativ von Castrol als (höherwertige) Alternative empfohlen: High Temperature Grease oder Spheerol EPL 2
CHEVRON Dura-Lith Grease 2 --> ChevronTexaco Dura-Lith® NLGI 2 Grease EP (inzwischen mit EP Additiven)
CONDOR Fett 712 --> -
ESSO BEACON 2 --> Unirex N2 oder Mobilith SHC 100
MOBIL GARGOYLE Fett 1200 --> keine direkte Alternative aber Mobilux EP 004 kann sein
MOBIL MOBILUX 2 --> Unirex N2
Shell Alvania Fett 2 --> Shell Gadus S2 V220 2
SUN MULTI DUTY GREASE Nr. 2 --> Sunoco Multi Duty Grease ep-2 (inzwischen mit EP Additiven)

Des weiteren habe ich versucht zu klären, welche negativen Auswirkungen moderne EP-Additive auf alte Werkzeugmaschinen haben können - Vor allem im Hinblick auf Schichtaufbau und Lagererwärmung sowie Werkstoffverträglichkeit. Dabei muss ich ein großes Lob für die kompetenten Antworten von Meguin und Shell aussprechen, denn ich hätte nicht erwartet eine individuelle technische Auskunft bei einer Abnahmemenge von 1kg Schmierstoff zu erhalten. :super:
Nun endlich zu den Fakten: EP-Additive werden in komplexen Mischungen eingesetzt und es ist nicht abzuschätzen welche Schichtdicken sich bei unserer Anwendung ausbilden. Beide Hersteller raten von EP-Additivierten Schmierfetten aufgrund des möglichen Buntmetallangriffes ab.
Ich persönlich werde daher eines der folgenden Fette einsetzen:
Meguin Mehrzweckfett L2
Shell Gadus S2 V220 2

Alle anderen Öl-Schmierstellen versorge ich mit HLP46 Hydrauliköl, konkret mit Eurolub HLP ISO-VG 46. Auch dort gilt natürlich zu beachten, dass Buntmetalle verbaut wurden (Stichwort Lamellenpaket).

Für das Bett kommt CGLP 68 zum Einsatz. An den Hersteller kann ich mich leider nicht mehr erinnern, aber das ist meines Erachtens nach die unempfindlichste Schmierstelle.

Sollte ich irgendwo falsch liegen, lasse ich mich gerne belehren! :-D

@Vinzenz: Meine Maschinennummer sende ich dir, wenn ich das nächste Mal zuhause bin.

Schöne Grüße,

Michael

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Oliver M
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Schmierung

Beitrag von Oliver M » Do 30. Jan 2020, 20:32

Hallo Michael

Klasse Arbeit mit den Fettsorten.
Ich würde gerne noch ergänzen, das man CGLP 68 eigentlich für alle Ölschmierstellen außer dem Getriebe mit Lamellenkupplung verwenden kann.

Wenn gewünscht mach ich noch mal eine Aufstellung passender Spindelöle für die Gleitlager und Kegelrollenlager-Maschinen.

Gruß Martin
Früher war alles:
A: besser B: aus Holz C: mit Schlitzschrauben

Eisenwut
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Re: rund um Leinen - Drehbänke

Beitrag von Eisenwut » So 2. Feb 2020, 15:16

tilly hat geschrieben:
Mo 20. Jan 2020, 20:33
Meine Adapterplatte ist eher so etwas (w10 d/1):
Kurioses Teil- hast Du heraus gefunden, wofür die 4 flachgesenkten Bohrungen gedacht sind, die auf der Unterseite in verschiedenen Höhen austreten ?
Ich hab vor Kurzem den oben im Katalog rechts gezeigten Handhebel-Support ergattert- "leider" ist es der für die Multitype-Maschinen, die offenbar einen breiteren Planschlitten haben, denn das Lochbild passt nicht auf den Planschlitten meiner MLZ...
Mal sehen, ob ich das mit einer selbst gebastelten Adapterplatte ausgleichen kann, Fotos kommen noch...
Forestervinnetou hat geschrieben:
Di 28. Jan 2020, 18:41
Seit heute kann ich das Zubehör "s52/25 Gewindebohrer für das Zangengewinde Z23x1" mein Eigentum nennen. Orginal von Leinen, Vor- und Nachschneider, wurden nichtmal nachgeschärft :freu:.
Interessanter Punkt : wozu braucht man die, wenn man eine L&Z-Drehe hat ? Oder ist das eher ein Zubehör für die Maschinen ohne Leitspindel - die brauchte man doch nur, um sich ein frisches Zugrohr anzufertigen, oder ?
Habe gerade versucht herauszufinden, was der Gewinde-Kennbuchstabe "Z" bedeutet- leider nix gefunden...
In dem Zusammenhang fällt mir ein, daß ich bei den kleinen 15er Spannzangen von Leinen ein 13x1 Gewinde drauf habe,
das ich mit einem M13x1 Gewindeschneider nicht nachschneiden kann, ohne daß da mehr abgeragen wird , als es soll...die sehen auch irgendwie abgerundeter aus, soweit man das erkennen kann...
pegmi hat geschrieben:
Do 30. Jan 2020, 17:56
Alle anderen Öl-Schmierstellen versorge ich mit HLP46 Hydrauliköl, konkret mit Eurolub HLP ISO-VG 46. Auch dort gilt natürlich zu beachten, dass Buntmetalle verbaut wurden (Stichwort Lamellenpaket).
Danke für die Zusammenstellung, vor allem für den Hinweis mit der Buntmetallverträglichkeit !
beim Stichwort Lamellenpaket/Buntmetall ist mir eingefallen, daß ich dafür vor Ewigkeiten ein "H.O.B-Mechaleum ISO VG 46 " gekauft habe-
ich finde keine Speizifikation dazu im Netz, der Händler hat es nicht mehr im Programm... weiß einer von Euch, ob das für die Bronze-Lamellen geeignet ist ?
Oliver M hat geschrieben:
Do 30. Jan 2020, 20:32
Wenn gewünscht mach ich noch mal eine Aufstellung passender Spindelöle für die Gleitlager und Kegelrollenlager-Maschinen.
Das ist auf jeden Fall gewünscht, Du hast das zwar schon an vielen Stellen im Forum beratend getan (so auch bei meinen beiden Maschinen :hi: ),
aber meines Wissens noch nicht als Zusammensfassung , das wäre hier der richtige Platz dafür!

Wenn ich Eure beiden Informationen VG 46 und CGLP 68 nebeneinander stelle: nach welchen Kriterien kann ich hier unterscheiden ?
Was von beiden ist für die zwei Vorgelege- und Wendeherzgetriebe im Spindelstock besser geeignet ?
Gibt es "Geräusch-dämpfende" Unterschiede ? ( Das ist in meiner Bude ein heikles Thema...)

Mal eine andere allgemeine Frage zum Material der Gussteile bei Leinen:
Ich habe eine originale Zeichnung des Maschinenbettes der L4, darin wird als Werkstoff GG-20 genannt.
Ich würde jetzt erstmal davon ausgehen, daß alle Gussteile aus dem gleichen Material gefertigt wurden (Reitstöcke, Supporte, Handauflage, Lünetten....), Ausnahmen gab es sicherlich ...
Weiß einer von Euch (oder hat einer jüngere Zeichnungen als Quelle), woraus diese Teile bei den späteren Generationen (70er) gefertigt wurden, oder war es wie auch sonst bei Leinen üblich : "Bewährtes bleibt wie es ist" ?
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Re: rund um Leinen - Drehbänke

Beitrag von Oliver M » So 2. Feb 2020, 15:50

das ich mit einem M13x1 Gewindeschneider nicht nachschneiden kann, ohne daß da mehr abgeragen wird , als es soll...die sehen auch irgendwie abgerundeter aus,
Es gibt die, zumindest von G.Boley auch mit 55° Flankenwinkel, dann hast du das Problem auch.
Bei der ebenfalls existierenden Schaublin Variante passt der 13x1 Gewindeschneider.

Gruß Martin
Früher war alles:
A: besser B: aus Holz C: mit Schlitzschrauben

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Re: rund um Leinen - Drehbänke

Beitrag von pegmi » So 2. Feb 2020, 17:15

Hallo Denis,

Das Öl das du dafür eingesetzt hast, kenne ich leider nicht, doch ich versuche noch ein paar Fakten zu erläutern, die auch die Frage "VG 46 oder CGLP 68" klären sollten.

Wie vermutlich bekannt werden Öle in ISO-Viskositätsklassen eingeteilt. VG 46 gibt zum Beispiel die kinematische Viskosität von 46 mm²/s bei 40°C (lt. Konvention / Norm) an. Anhand eines Datenblattes kann man meist auch herausfinden, welche Viskosität das jeweilige Öl bei 100°C besitzt und das Interpolieren für eine andere Einsatztemperatur ist somit ein leichtes. Früher wurde auch öfters eine Viskosität bei 50°C angegeben...

Wie ich und vermutlich auch Martin auf VG 46 oder VG 68 kommen ist eher historisch zu betrachten. In der Betriebsanleitung werden die Viskositätsklassen nicht wie heutzutage angegeben, sondern in Grad Engler. Vertraut man diversen Vergleichstabellen, so stellt man fest, dass je nachdem welches von Leinen vorgeschlagene Öl gegenübergestellt wird, entweder VG 46 oder VG 68 besser zutrifft.
Grundsätzlich erhöht sich mit zunehmender Viskosität die Tragfähigkeit, die Lebensdauer und auch die Dämpfung. Trotzdem sollte das Öl nicht zu dickflüssig sein, denn dadurch steigt die Temperatur (höhere Scherkräfte im Schmierstoff) und im Extremfall bleibt bei hohen Drehzahlen nicht ausreichend Zeit für die Schmierstoffzuführung zum tribologischen Kontakt. Das ist dann natürlich das absolute Gegenteil dessen was wir üblicherweise wollen. :pfeif:

Um nicht nur über EP-Additive und deren Buntmetallunverträglichkeit zu schimpfen ein paar Worte zur Wirkungsweise von EP-Additiven. Diese bilden Schichten auf Körpern aus die teils beachtliche Stärken aufweisen können (einige 100nm !). Im Falle sehr hoher Beanspruchung reicht die Tragfähigkeit des Schmierfilmes möglicherweise nicht mehr aus - dann kommen die EP-Schichten zum tragen, die die beiden Reibpartner voneinander trennen und dabei noch dazu einen relativ geringen Reibkoeffizienten aufweisen. Dieser Effekt könnte durch den Einsatz von Festschmierstoffen wie Graphit oder MoS2 noch verstärkt werden, doch auch die Schichtdicken steigen dabei und es ist sehr wahrscheinlich, dass das Getriebe deutlich wärmer wird.
Zum Thema HLP 46 oder CGLP 68: Vielleicht ist jemand anderer geduldiger bei der Suche, doch es war nicht möglich ein CGLP 68 ohne EP-Additive in kleinem Gebinde zu einem vertretbaren Preis zu besorgen (vl auch normbedingt, keine Ahnung). Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden HLP46 zu verwenden, das einfach zu bekommen ist und für mich als Hobbyanwender trotzdem genug Tragfähigkeit aufweist. HLP68 wäre natürlich ebenfalls möglich oder sogar besser. HLP hat meist auch Additive die die Alterungsbeständigkeit erhöhen, Schäumen verhindern und Korrosionsschutz reduzieren.
Wenn jemand ein besseres Gefühl dabei hat im Multiplikatorgetriebe was "edleres" einzusetzen, machts wahrscheinlich auch nichts. Ich denke richtig kritisch ist der Einsatz von EP-Additiven nur bei der Lamellenkupplung. Sowohl wegen Bronze-Lamellen als auch wegen möglicherweise verminderter Reibung. Das weicht dann allerdings von der Schmierempfehlung von Leinen ab und ich denk mir, ist doch super, dass unsere Maschine die billigsten Produkte frisst. 8-)

Bei Spindelölen habe ich übrigens gar keine Erfahrung und würde mich freuen, wenn ich etwas darüber lesen dürfte! ( :klugscheiss: - ENDE :-) )

Ein anderes Thema ist bei mir auch offen. Bei meiner MLZ4S war leider keinerlei Werkzeug dabei. Vor allem der Sonderschlüssel zur Einstellung des Schlittenspieles wäre bei meinem Oberschlitten dringend notwendig. Kann jemand von euch ein paar Fotos und Maße des Zubehör-Werkzeuges zusammenstellen?

Schöne Grüße,

Michael

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