Drehmaschine für den Hobbybereich

Doc Alex
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Re: Drehmaschine für den Hobbybereich

Beitrag von Doc Alex » So 11. Nov 2018, 04:07

Gemeint ist die Verteilung der Drehzahlen des Getriebes.

Die Aufgedruckte Drehzahl weist massiv von der tatsächlichen ab.

Interessanterweise bei beiden Maschinen gleich.
Wer Kunststoff kennt nimmt Stahl!

Doc Alex
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Re: Drehmaschine für den Hobbybereich

Beitrag von Doc Alex » So 11. Nov 2018, 07:55

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Niskie
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Re: Drehmaschine für den Hobbybereich

Beitrag von Niskie » So 11. Nov 2018, 08:01

Naja, das wird halt vom gleichen "Vorbild" abgekupfert sein. Alex, hast du noch die Zahnanzahlen von den Zahnrädern bzw. Wellen in der Fräse? EDIT: ist dort: viewtopic.php?p=285543#p285543

Trotzdem wage auch ich zu behaupten, dass in China eine Qualitätssortierung stattfindet. Die guten Teile sind teurer als die billigen. Weggeworfen wird nichts, das wird nur noch billiger verramscht.

Problematisch ist halt, dass umgekehrt mit hohem Preis nicht zwangsweise eine hohe Qualität verknüpft ist. Damit ist man wieder auf den Händler seines geringsten Misstrauens angewiesen. Wenn man nun in der ZB die Berichte verfolgt, so scheint es doch eine gewisse "Qualitätsrangfolge" zwischen den üblichen Verdächtigen zu geben.

Gruß Peter
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:runningdog: China Bandsäge, China Fräse, China Drehbank. Was mach ich nur ...

zuendler
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Re: Drehmaschine für den Hobbybereich

Beitrag von zuendler » So 11. Nov 2018, 10:51

Das mit den verschiedenen Herstellern vom selben Produkt kenne ich auch aus ein paar Elektronikbereichen.
Da am einfachsten sind die, die nur einen anderen Namen drauf drucken. Manche bauen zusätzlich anders farbige LEDs ins anders lackierte Gehäuse.
Aber den Werkzeugmaschinen ist es am ausgeprägtesten finde ich. Meine Drehmaschine wird von 5 oder 6 Herstellern angeboten und kommt doch aus dem selben Laden. Ich glaube nicht, dass die Aussortieren, was wollen die machen wenn sie grade nicht genug "gute" Teile für den Premiumhesteller haben?

Oder es ist so wie bei den Beamer-Herstellern. Für sog. Lightengine da drin gibt es eigentlich nur einen Hersteller, bei dem kaufen sie alle ein, egal welche Marke.
Dann bauen sie ihre eigene restliche Elektronik und Gehäuse dazu, fertig.
Soll Optimum mal die Herstellung ihrer Maschinen zeigen, und wehen da stehen Holzmänner im Hintergrund :-D

Doc Alex
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Re: Drehmaschine für den Hobbybereich

Beitrag von Doc Alex » So 11. Nov 2018, 11:35

Was aber sicher unterschiedlich ist, ist der Service, den die Händler bieten.

Service aus Holland kann ich mir nicht vorstellen,
SWM sagte gleich von Anfang, dass sie keine Monteure haben und schicken. Wenn die Maschine reklamiert wird wollen Sie die originalverpackt am Straßenrand.
Von Optimum hört man von einem vorhandenen Service ebenso bei Bernardo.

Am Ende ist es alles China. Wer z.B. einen guten Oberschlitten haben will, muss ihn selbst überholen (lassen).
Das gilt für viele andere Aspekte der Maschinen auch.

Ich sehe solche China Maschinen eher als Bausatz mit Grundfunktion. Sobald die nicht mehr reicht muss man selbst ran.

Allerdings ist die Situation bei einem Maschinenkäufer eine andere als bei einem Fernseher.

Der typische Maschinenkäufer kann das (irgendwann), der Typische Fernsehkäufer nicht.

Viele Grüße

Alexander
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Re: Drehmaschine für den Hobbybereich

Beitrag von henrik22 » So 11. Nov 2018, 11:59

Also ob ich mich nun für Optimum, Paulimot, HBM, SWM, ... entscheide hängt dann wohl davon ab, welche Funktionen ich haben will (Planvorschub, Getriebe, ..)? Mit 2500€ ohne Zubehör kann man aber schon was anfangen.

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Re: Drehmaschine für den Hobbybereich

Beitrag von Doc Alex » So 11. Nov 2018, 12:38

henrik22 hat geschrieben:
So 11. Nov 2018, 11:59
Also ob ich mich nun für Optimum, Paulimot, HBM, SWM, ... entscheide hängt dann wohl davon ab, welche Funktionen ich haben will (Planvorschub, Getriebe, ..)? Mit 2500€ ohne Zubehör kann man aber schon was anfangen.
Nein.

Die baugleiche Maschine wird von meheren Kistenschiebern angeboten.

Erst entscheiden, was Du willst, dann von wem.

Letzeres hängt davon ab, auf welche Farbe Du stehst und wem Du am meisten vertraust.

Noch ein Tipp: mitgekauftes Zubehör ist nicht tolle Qualität, aber man kann damit arbeiten. Man kann es später ersetzen.
Ein digitales Messystem kann man nachrüsten, kostet dann aber ca. Das doppelte.

Was man später nur noch schwerersetzen kann ist die Maschine und viel Zubehör:

Wenn Du 6 Drehfutter (NP 500€) mit Spindelaufnahme Din 55029 D1-4 wirst Du Dich schwertun das zu ändern. Oder wenn eine Fräse SK30 hat und Du alles Zubehör dafür hast, wirst Du nur schwer auf eine Maschine mit SK 40 wechseln.

Was also teuer wird ist die Feststellung „mist die Spitzenweite ist zu klein, mehr Spitzenweite gibt es aber nur mit einer anderen Futteraufnahme“

Ähnliches gilt für fehlender Vorschübe, fehlende Schaltgetriebe, zu kleine Spindelbohrung (damit ändert sich immer die Futteraufnahme), zu schwachen Motor usw.

Wenn Du jetzt glaubst, Du brauchst die Größe nie, wirst Du oft feststellen, dass Du Deine Teile nicht spannen kannst.

Viele Grüße

Alexander
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Re: Drehmaschine für den Hobbybereich

Beitrag von henrik22 » So 11. Nov 2018, 15:08

Alles klar.

Habe ich das richtig verstanden, das mit einem Schaltgetriebe nicht immer ein Zahnradwechsel erfolgen muss? Sprich man kann verschiedene Gewinde durch die Wählhebel abdecken. Möchte man andere Gewinde haben so ist ein Wechsel erforderlich und ein anderer Gewindebereich wird abgedeckt? Ich meine jetzt das Vorschubgetriebe.

Sry für die Fragen. Ich bin handwerklich zwar sehr geschickt, aber das Gebiet der Drehmaschinen ist Neuland :flehan:

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Re: Drehmaschine für den Hobbybereich

Beitrag von Doc Alex » So 11. Nov 2018, 15:44

Nein.

Gewinde dreht man mit der Leitspindel. Hier musst Du oft Zahnräder wechseln.

Zerspanen geht mit der Zugspindel (wenn Du eine hast). Die treibt ein Getriebe im Schlosskasten (Das Teil mit dem Meißel drauf) an. Der Vorschub läuft dann aber bezüglich der Zugkraft nicht über die Spindel, sondern über eine Zahnstange unter dem Bett. Das schont die Leitspindel, deren Genauigkeit ja die Genauigkeit beim Gewindeschneiden vorgibt.

Wenn Du also immer nur vorne am Futter arbeitest (normal), verschleisst die Leitspindel dort und ein Gewinde wird dort nicht mehr so genau.

Die Vorschübe kann man dann in der Regel über ein Schaltgetriebe schalten. Das ist viel öfter nötig als Du Gewinde schneidest.

Die Zugspindel treibt auch den Planvorschub an.

Frag Du nur, mir gingsam Anfang auch so.

Viele Grüße

Alexander
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Re: Drehmaschine für den Hobbybereich

Beitrag von Limbo » So 11. Nov 2018, 15:52

Doc Alex hat geschrieben:
So 11. Nov 2018, 12:38
.... sagte gleich von Anfang, dass sie keine Monteure haben und schicken. Wenn die Maschine reklamiert wird wollen Sie die originalverpackt am Straßenrand.Am Ende ist es alles China. Wer z.B. einen guten Oberschlitten haben will, muss ihn selbst überholen (lassen).
Das gilt für viele andere Aspekte der Maschinen auch.
Die baugleiche Maschine wird von meheren Kistenschiebern angeboten.
Noch ein Tipp: mitgekauftes Zubehör ist nicht tolle Qualität, aber man kann damit arbeiten.
Ein digitales Messystem kann man nachrüsten, kostet dann aber ca. Das doppelte.
Wenn Du 6 Drehfutter (NP 500€) mit Spindelaufnahme Din 55029 D1-4 wirst Du Dich schwertun das zu ändern.
Ähnliches gilt für fehlender Vorschübe, fehlende Schaltgetriebe, zu kleine Spindelbohrung (damit ändert sich immer die Futteraufnahme), zu schwachen Motor.
Wenn Du jetzt glaubst, Du brauchst die Größe nie, wirst Du oft feststellen, dass Du Deine Teile nicht spannen kannst.


Das ist bei den meisten Händlern so, mit Monteuren, Mängeln und Reklamationen.
Meinen Oberschlitten habe ich auch reklamiert, und Ihn gegen einen weniger Schlechten ersetzt bekommen.
Ja, bei den baugleichen Maschinen gibt es kleine Unterschiede, man kann aber auch nicht generell sagen, Eisenritter ist gut und Holzmüller ist schlecht.
Bei dem Zubehör unterscheide ich zwischen der Maschinenausstattung (Planscheibe, Lünetten, Kühlmittelanlage oder Gewindeuhr und zwischen den Werkzeugen.
Die Anbauteile bekommst Du nie so günstig wie im Paket. Die losen Werkzeuge sind billigste Ausführung.
Ein digitales Messystem kann man nachrüsten, kostet dann aber ca. Das doppelte.
Nein, ein digitales Messystem muss nicht so viel teurer sein. Ein angebautes Messsystem ist aber fast immer nur fix drangeklatscht. Sowas sollte man sich selbst exakt anbauen, auch wenn man einzelne Halter 3x baut, bevor man zufrieden ist.
6 Drehfutter kauft wohl Keiner zu 500€.
Die 160er Drehfutter kosten 130€. Ich habe im Laufe der Zeit 2 Stück nachgekauft, vielleicht kommt nochmal eine Planscheibe.
Spannzangenfutter habe ich auch für die Spindel und für den Reitstock. Aber das ist Zubehör, dass ich nach Lust und Laune nachkaufe, wenn ich Bedarf an Erweiterungen habe.
Die Drehstrom-Motorleistung passt zur Steifigkeit und zu den 12er Drehstählen.... schrieb ich bereits.
Dass mal Werkstücke für die eigene Maschine zu groß sind, passiert jedem. Meine Maschine hat den Beinamen "Big Bohre", trotzdem hatte ich schon Rohre und Stangen, die nicht in die Spindel passten. Die Stangen habe ich abgesägt, damit ich die Teile zwischen Futter und Reitstock bearbeiten konnte, und die Rohre habe ich auf einer "befreundeten" Drehmaschine" bearbeitet.
Meine Maschine hat einen Planvorschub, benutzt wird Der fast nie.
Mit dem Längsvorschub arbeite ich fast immer mit dem gleichen Vorschub, außer für Gewinde. Dafür bekomme ich aber mit den Wechselrädern jede Steigung und ohne Steigungsfehler hin.

Aktuell bekommt man wohl bei HBM das meiste Zubehör zu einem guten Preis dazu, man muss nur vorher die Versandkosten anfragen, und wenn es sich rechnet, vielleicht selbst abholen.

Hans
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