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 Betreff des Beitrags: Beschriftungsverfahren Vor- Nachteile
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 09:06 
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Hallo zusammen,

zum beschriften von Bauteilen gibt es heute ja die unterschiedlichsten Verfahren (Laser, Prägen, Ätzen usw.)
Hat von Euch jemand eine Art Gesamtübersicht bei den die Vor- und Nachteile der Verfahren aufgelistet sind?

Gruß

Allemool

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschriftungsverfahren Vor- Nachteile
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 09:37 
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Guten Morgen,

ich komme aus der Branche, habe aber noch nie eine wirklich umfassende Gegenüberstellung gesehen. Was ist der Hintergrund Deiner Frage?

Grüße,
Georg

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschriftungsverfahren Vor- Nachteile
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 11:54 
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Hi Georg,

es sollen Teile aus unterschiedlichen Material (Stahl, Messing, Alu, Delrin, PVC) mit einer 13- stelligen Nummer versehen werden.
Da es sich teilweise um recht kleine Teile handelt wäre eine Beschriftung mit QR- Code recht dankbar, da ich dort die Informationen recht leicht unter bekäme.

Sicher wird es einige Materialien geben die mit dem jeweiligen Verfahren wohl nicht gut zu beschriften sind. Ich denke mal ätzen wird wohl nicht überall gehen.

Ich suche eben ein Verfahren bei dem ich wenigstens einen Großteil an Materialien abdecken würde.

Gruß

Allemool

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschriftungsverfahren Vor- Nachteile
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 12:26 
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 Betreff des Beitrags: Re: Beschriftungsverfahren Vor- Nachteile
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 13:36 
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Wieviel Platz steht denn zur Verfügung- also welche max. Schriftgröße darf sein?

13 stellig, da denke ich eher an eine kleine Schrift und um noch gute Lesbarkeit zu gewährleisten fallen dann versch. Verfahren wie Nadeln etc.
wohl aus.

Recht universell und im Verhältnis erstmal billig ist Gravieren. Bei größeren Stückzahlen wird aus dem Billig aber teuer, weil zu langsam.
U.U. so viel zu langsam, dass eine Maschine nicht ausreicht.

Wir nadeln bei uns (größere Teile) oder Gravieren versch. Teile direkt auf der Fräse im Anschluss an die Bearbeitung (mittelgroße Teile).

Deine Frage nach dem am besten geeigneten Verfahren ist denke ich nicht so einfach zu beantworten, und hängt nicht nur vom Material sondern auch von Teilegröße, Loszahl und so ab.

:hi: Sepp

Edit: wohl zu lange geschrieben, manche Infos sind bereits überholt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschriftungsverfahren Vor- Nachteile
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 14:48 
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Mahlzeit!

Bevor ich zu irgendwas raten würde, müsste man mal noch ein paar Dinge abklopfen:

1. Werkstoffe: hast Du schon genannt. Bis auf Delrin - hier kommt es auf die Farbe an, weiß/natur kannst Du vergessen, schwarz geht hervorragend - könnte man die Werkstoffe lasern. PVC ist da allerdings auch ein bißchen problematisch, da entsteht u.U. Salzsäure und noch ein paar unangenehme Verbindungen, kann man aber machen, wenn's ab und an mal vorkommt. Ätzen funktioniert auf Kunststoffen nicht. Gravieren/Nadeln gibt keinen Farbumschlag -> schlecht lesbar, ungünstig für Codes, die maschinell ausgelesen werden sollen. Und genadelte Firmenlogos sehen auch nicht schön aus.

2. Wie groß ist das größte Bauteil, daß man noch beschriften können möchte und wie klein müsste die kleinste Schrift sein, die man, ggf. aufgrund der Platzverhältnisse, noch darstellen können möchte?

3. Wie lange darf eine Beschriftung dauern?

4. Inhalt der Beschriftung: Bei Klartext kommt man beim Nadeln/Gravieren nach unten recht schnell an eine Grenze. Ätzen ist bei variablen Inhalten blöd, da man immer eine neue Maske brauchen würde. Statt QR-Code würde ich Dir zum in der Industrie üblicheren Datamatrixcode (ECC200) raten. Der geht mit dem Platz etwas sparsamer um. Logos und Grafiken sind mit Nadeln/Gravieren nur eingeschränkt darstellbar. Und sei Dir sicher, egal, welche Beschriftungslösung Du einführst, die Begehrlichkeiten und Ideen (im eigenen Haus und von Kundenseite) werden zunehmen.

5. Welche Stückzahlen? Wenn es um ein paar Teile in der Woche geht, dann wäre Ätzen für die metallischen Teile und Gravieren für die Kunststoffe denkbar. Reden wir von 50...100 Teile/Woche kann man mal anfangen, über einen Laser nachzudenken. Wäre hier für mich eine ganz wichtige Frage, da die Rüstzeiten mit zunehmender Stückzahl immer mehr ins Gewicht fallen.

Keine ganz einfache Geschichte. Am universellsten, aber auch am teuersten ist der der Laser. Wenn genug Platz für die Beschriftung und immer eine einigermaßen ebene Fläche für die Beschriftung vorhanden ist und man die Teile ohne Sondervorrichtungen vernünftig fixieren kann, würde ich zu einem Nadler tendieren, der kann i.d.R. auch den DMC, da braucht's dann halt ein gutes Lesegerät.

Die Verfahren Nadeln und Gravieren haben den entscheidenden Nachteil, daß man die Werkstücke irgendwie fixieren muss und entsprechende Vorrichtungen braucht. Wenn es sich ohnehin immer um die gleichen Bauteile handelt, dann baut man sich halt einmal die Vorrichtungen und gut ist. Wenn es jedoch immer Einzelteile sind, dann steigt der Aufwand, den man für das Spannen treiben muss, entsprechend an und kann, wenn man ehrlich rechnet, das ganze Verfahren dann doch wieder teuer machen.

Ich versuche mal die Vor-/Nachteile aus dem Kopf zusammenzufassen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Gravieren:
Pro: preiswert, für sehr viele Materialien einsetzbar
Contra: Werkstückspannung, Verschleiß der Stichel, nicht für wirklich hartes Material geeignet, kein Farbumschlag, Einschränkungen bei der Bauteilgröße

Nadeln:
Pro: preiswert, schnell, DMC möglich
Contra: laut! Werkstück muss fixiert werden, sieht häßlich aus, kein Farbumschlag, Logos u.ä, nur sehr eingeschränkt möglich

Ätzen:
Pro: sehr preiswert, Farbumschlag auf Metallen, löst recht fein auf, keine Werkstückspannung notwendig
Contra: Maske muss erstellt werden, geht nur auf Metallen, anschliessend muss neutralisiert werden, die Beschriftung ist nicht sonderlich Robust.

Laser:
Pro: umweltfreundlich, schnell, qualitativ hochwertig, keine Werkstückspannung notwendig, sehr kleine Schriften (< 0,2 mm Schrifthöhe) möglich, geht auf ALLEN Metallen sowie Hartmetall und vielen Keramiken, praktisch keine Folgekosten, kein Verbrauchsmaterial, sauber, von Schrift über Grafik zu Fotos alles darstellbar, verschiedene Technologien mit einer Anlage anwendbar (z.B. Weißbeschriftung auf brünierten Teilen, Anlassbeschriftung auf Funktionsflächen, Gravur für robuste, dauerhafte Kennzeichnung.
Contra: teuer, u.U. Einschränkungen bei Kunststoffen (in Abhängigkeit von Material, Farbe, Zuschlagstoffe), ggf. Begrenzungen bei der maximalen Teilegröße (das Bauteil muss/sollte in die Laseranlage rein passen)

Grüße,
Georg

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschriftungsverfahren Vor- Nachteile
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 14:52 
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Hallo,
die Variante der Laserbeschriftung ist, nach meiner Ansicht, am vielfältigsten in Sachen Beschriftung von unterschiedlichen Materialien

Vorteile: damit kann man fast alle gängigen Materialien und in den kleinsten Schriftgößen beschriften; sehr saubere Beschriftung; Beschriftungstiefe recht gut einstellbar

Nachteil: extrem hohe Anschaffungskosten


Bei der Variante des elektrolytischen Verfahrens ist die Anwendung natürlich nur bei den elektrisch leitfähigen Materialien möglich. Dazu braucht man lediglich einen brother P-touch Drucker, die passenden Druckerbandkassetten (STENCIL-TAPE) das TAPE dient als Schablone für den eigentlichen elektrolytischen Beschriftungsprozess, das Steuergerät mit Zubehör für den Beschriftungsprozess und natürlich die speziellen Elektrolyt-Flüssigkeiten passend auf die unterschiedlichen Materialien abgestimmt.
Recht gute Software ist zum Drucker, welche kreative Ausdrucke ermöglicht.

Vorteil: verhältnismäßig kostengünstige Anschaffung

Nachteile: leichte Fummelei; nur elektrisch leitfähige Materialien beschriftbar; nicht so kleine Beschriftungen wie beim Laser möglich; Beschriftung nur oberflächlich, geht nicht so in die Tiefe wie beim Lasern

Gruß SIG

Nachtrag: HeinzHerbert war etwas scheller und es hat sich etwas überschnitten. Aber die Meinungen sind ziemlich deckungsgleich, wie ich sehen konnte.


Zuletzt geändert von Schleifgott am Di 10. Jan 2017, 14:59, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschriftungsverfahren Vor- Nachteile
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 14:56 
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Auch ein Argument sind die Oberflächen, wenn nichts überstehen darf ist Prägen schlecht, kennt man ja von günstigen Bohrern.
Simples Bedrucken ist ja auch eine Möglichkeit zum beschriften, hat aber unter anderem den gleichen Nachteil und ist nicht so haltbar.

Wenn es schön und glatt sein soll ist der Laser oder Ätzen besser als z.B. Prägen oder Gravieren

PS. Richtig kompliziert wird es wenn du gewölbte Flächen beschriften willst

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Mit freundlichen Grüßen, ein Stefan zu viel

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschriftungsverfahren Vor- Nachteile
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 15:01 
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Noch eine Ergänzung: Für Bearbeitungszentren u.ä. gibt es auch "Beschriftungsköpfe" zum Nadeln, Ritzmarkieren und Rollprägen geeignet sind, vielleicht eine Alternative? Gravostar

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschriftungsverfahren Vor- Nachteile
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 15:09 
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Sepp9550 hat geschrieben:
Auch ein Argument sind die Oberflächen, wenn nichts überstehen darf ist Prägen schlecht, kennt man ja von günstigen Bohrern.
Simples Bedrucken ist ja auch eine Möglichkeit zum beschriften, hat aber unter anderem den gleichen Nachteil und ist nicht so haltbar.

Wenn es schön und glatt sein soll ist der Laser oder Ätzen besser als z.B. Prägen oder Gravieren

PS. Richtig kompliziert wird es wenn du gewölbte Flächen beschriften willst


leicht gewölbte Flächen kann ein Laser zum Teil ausgleichen. Wir beschriften, wie schon geschrieben, auch die Schäfte unserer neuangefertigten Zerspanungswerkzeuge. Wenn der komplette Umfang in einem Zug beschriftet werden muß, benötigt man natürlich eine Drehachse wo das zu beschriftende Werkstück aufgenommen wird. Dies gibt es auch, treibt aber enorm den Preis nach oben.

Gruß SIG


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