Aktuelle Zeit: Mi 29. Mär 2017, 20:05

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 31 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4  Nächste
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Gleitlagerpartner Bronze und Aluminium
BeitragVerfasst: Mo 9. Jan 2017, 21:25 
Offline
Geselle
Geselle

Registriert: Fr 2. Dez 2016, 18:58
Beiträge: 131
bedankte sich: 0 mal
Danke erhalten: 5 mal
Hätt da gern mal ein Modellbau-Problem.

Für eine dünne Radwelle von 15mm Durchmesser brauche ich Lager. Aus Gewichtsgründen will ich keine grossen Lagerböcke mit Kugellager nehmen wie es die meisten machen. Das Gewicht steck ich lieber in andere Teile. Es gibt eine Gewichtsbeschränkung von 13,6 kg für Fratherweightroboter.

Ich wollte Wellen aus Alu nehmen, hab schon welche aber es stand auf dem Stab nicht drauf welche Legierung es ist, ist aber kein Baumarktzeug sondern für Zerspanung geeignetes. Vermutlich ist es aber Bleihaltiges.

Ok nun will ich Lagerbuchsen aus Ölgetränkter Bronze nutzen.

Die Laufgeschwindigkeit der Welle in der Buchse ist etwa bis zu 0,7m/sekunde. Das Modellfahrzeug wiegt 13,6kg und die Räder sind auch vielfach heftigen Schockbelastungen ausgesetzt. Vier Räder sind es am Modell.

Was für ein Aluminium wäre da ein geeigneter Gleitpartner für die Bronze? Ich find da nicht wirklich viel. Oder muss ich auf Aluminiumbronze ausweichen? Wiegt doppelt soviel wie Alu.

Denkbar wär auch eine geschlitzte Buchse mit Kragen. Aus Blech mit PTFE-Beschichtung innen. Sind wohl auch bekannt, gehört zum Standardprogramm zb auch bei Mädler. Da wär auch die Frage nach dem passenden Gleitpartner in Alu.

Eine aufgedrückte Buchse auf die Aluwelle die dann im Lager dreht wäre möglich, wenndie ebenfalls einen Kragen hat dann würden die Kragen beider Buchsen zugleich als Ersatz für Anlaufscheiben dienen. Wäre dann eine Eigenanfertigung weil ich dann zwei drei Gewinde in dem Kragen brauche um die auf der Welle zu befestigen. Hab kein Werkzeug um Ölgetränkte Bronze zu bearbeiten, auch nicht in der Firma. Die Poren würden zugeschmiert und dann wärs vorbei mit Selbstschmierung.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gleitlagerpartner Bronze und Aluminium
BeitragVerfasst: Mo 9. Jan 2017, 22:13 
Offline
Techniker
Techniker

Registriert: Fr 8. Jan 2016, 18:29
Beiträge: 478
bedankte sich: 2 mal
Danke erhalten: 83 mal
Geeignet und leicht wäre eine Kombination aus IGUS Iglidur J und eloxiertem Aluminium.
Das ist eine erprobte und preisgünstige Materialkombination mit unschlagbar geringem Gewicht.
Iglidur J gibt es neben Fertigbuchsen auch als Stangenware.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gleitlagerpartner Bronze und Aluminium
BeitragVerfasst: Mo 9. Jan 2017, 22:28 
Offline
Geselle
Geselle

Registriert: Mo 7. Nov 2016, 18:03
Beiträge: 174
bedankte sich: 4 mal
Danke erhalten: 9 mal
Alu und Bronze gepaart taugt gar nichts. Es sollte ein deutlicher Härteunterschied beider Materialien zueinander vorhanden sein.
Wenn denn die Welle unbedingt aus Alu bleiben soll, dann möglichst hardcoatiert und in Kunststoffbuchsen (Igus) gelagert.
Eloxieren dient vor allem Optik und als Korrosionsschutz. Hardcoat hat idR weit höhere Schichtdicken und dient dem Vermeiden von Schwarzabrieb und als Verschleißschutz und hat beachtliche Härte).
Es kann aber nicht jeder Aluwesrkstoff coatiert werden (abhängig vom Kupferabteil).


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gleitlagerpartner Bronze und Aluminium
BeitragVerfasst: Mo 9. Jan 2017, 22:36 
Offline
Geselle
Geselle

Registriert: Mo 7. Nov 2016, 18:03
Beiträge: 174
bedankte sich: 4 mal
Danke erhalten: 9 mal
Wegen der Stick-Slip-Effekte ist aber eine solche Lagerung für ständig beschleunigte und abgebremste Bewegungen ungünstig


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gleitlagerpartner Bronze und Aluminium
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 07:49 
Offline
Geselle
Geselle

Registriert: Fr 2. Dez 2016, 18:58
Beiträge: 131
bedankte sich: 0 mal
Danke erhalten: 5 mal
Hab mal bei igus geschaut, Iglidur J scheidet laut Berechnung wohl aus weil die Flächenpressung zu groß ist da ja auch Schockbelastung usw auftreten. Starke Einschläge durch Spinnerscheiben, Überschlag, Werfen usw.

Iglidur P210 soll geeignet sein laut igus. Ok dann kommt das mal auf den Merkzettel.


Was Stick-Slip angeht soll es das bei den geschlitzten PTFE-Beschichteten Buchsen nicht geben. War jedenfalls irgendwo zu lesen.

http://www.maedler.de/product/1643/1629 ... geschmiert

Sollte laut Berechnung auch geeignet sein, aber ich find keine Infos über geeignete Gleitpartner. Muss mich nochmal damit befassen.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gleitlagerpartner Bronze und Aluminium
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 07:55 
Offline
Techniker
Techniker
Benutzeravatar

Registriert: Mi 3. Okt 2012, 08:44
Beiträge: 471
Wohnort: Bayern
bedankte sich: 7 mal
Danke erhalten: 25 mal
Landesflagge: Germany
Hi,

was spricht denn gegen eine hohle Welle aus Stahl oder evtl Titan?
Ich würde als Alternative mit de Variante der aufgeklebten Hülse arbeiten, denke die bringt den größten Vorteil aus Härte und Gewicht.

VG
Manuel

_________________
Drehmaschine: Interkrenn TY-1340 GH/C (330x1000), Bohr-/Fräsmaschine: Rong-Fu 25 (bgl. Optimum F25), WIG-Schweißgerät: Stahlwerk 200P, Autogenschweißausrüstung
Schreinereimaschinen (Formatkreissäge, Hobelmaschine, Tischfräse und Drechselmaschine)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gleitlagerpartner Bronze und Aluminium
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 08:05 
Offline
Techniker
Techniker
Benutzeravatar

Registriert: Do 3. Apr 2014, 18:24
Beiträge: 388
Wohnort: Papenburg
bedankte sich: 30 mal
Danke erhalten: 58 mal
Landesflagge: Germany
Wie schon gesagt, brauchst du zur Sinterbronze einen Harten Reibpartner, Aluminium ist daher extrem ungeeignet.

Deine Lösung heißt Nadellager Innenring.
http://medias.schaeffler.de/medias/da!h ... qh?lang=de

Gibt es wie hier zu sehen in allen möglichen Abmessungen.

Du wählst also einen Aus, dessen Innenbohrung etwas kleiner als der Durchmesser deines Rohmaterials ist.
Dein Rohmaterial drehst du dann so ab, dass es entweder an der Lagerposition eine Presspassung für den Innenring, sodass dieser nach dem Aufpressen gegen verschieben gesichert ist, oder was vermutlich einfacher ist, du drehst eine Übergangspassung und sicherst den Innenring mechanisch vor Verschiebung. Man munkelt, Loctite Welle-Narbe wäre auch eine Option :P

Auf diesem kann du dann alle möglichen Arten von Lagern laufen lassen.
Sinterbronze, Nadellager, selbstgedrehte Rotgusslager usw.

Sinterbronzelager sollten in eine H7 Bohrung eingepresst werden, sonst ist der Lagerspalt zu groß, vorallem da du das Lager mit einer Punktlast beaufschlagst bei deiner Achsenanwendung.


MfG Christian

_________________
Drehmaschine: EBK 450 mit 550W FU Umbau
Fräsmaschine: Paulimot F207V
Bohrmaschine: AEG DTBM 10
Säge: FLEX SBG 4910
3D-Drucker: fullmetal P3 Steel


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gleitlagerpartner Bronze und Aluminium
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 08:28 
Offline
Geselle
Geselle

Registriert: Fr 2. Dez 2016, 18:58
Beiträge: 131
bedankte sich: 0 mal
Danke erhalten: 5 mal
Hatte vergessen die Langlebigkeit zu erwähnen.

Die ist egal. Wenn die Lagerung 5-10 Fights von je vier Minuten übersteht dann reicht das. Vorrang hat die Leichtgängigkeit damit ich nicht soviel Motorleistung darin verliere. Es sind zwar 3kw Motorleistung aber wenn das bremsen schon bei den Lagern anfängt ist das natürlich uncool.

Nach einem Worstcase-Fight wird warscheinlich eh die Welle krumm sein, egal ob die aus Stahl oder Alu ist, das kann eben passieren bei bestimmten Einschlägen auf die Räder. Der Plan ist das ich die Welle dann einfach rausziehe und eine neue reinstecke.

Eine aufgeklebte Hülse kam mir auch in den Sinn. Allerdings ergeben sich dadurch zuviele Hindernisse im praktischen Betrieb. Ich muss die Welle einfach nach aussen rausziehen können, durch die Lager und durch das Kettenrad das mittig zwischen den Lagern ist. Ohne jedesmal auch die Lager zu demontieren weil ich die Lagerbuchsen erst demontieren kann wenn die Welle schon raus ist. Da wären mehrere Absätze in der Welle nötig = Bruchstellen. Hab nicht viel Platz um da an jeden Absatz einen schön weich geschwungenen Auslauf zu machen.

Stahl / Titan wäre möglich, aber bei einigen Events ist auch das Gewicht der mitgenommenen Ersatzteile stark beschränkt. Das drückt dann alles derbe auf die Ersatzteile die wichtiger sind.

Dazu kommt ja das ich ein 15er Rund überall auch bei einem Event von jemand abstauben kann der was über hat falls mir die Teile ausgehen. Eine Welle samt Absätzen und Hülsen während eines Event anzufertigen ist dagegen nicht möglich, es sei denn jemand hat eine Drehe mitgenommen :-D
Die müsste ich vorgefertigt mitnehmen -> Ersatzteilgewicht


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gleitlagerpartner Bronze und Aluminium
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 08:50 
Offline
Techniker
Techniker
Benutzeravatar

Registriert: Di 9. Dez 2014, 19:33
Beiträge: 536
Wohnort: Mare Suebicum
bedankte sich: 2 mal
Danke erhalten: 50 mal
Landesflagge: Germany
Schon mal an Stahlrohr gedacht, z.B. CroMo24?
Kannst du auch Ausschäumen, um Beulen und Knickung vorzubeugen.

In jedem Falle keine Vollwelle, wenn du schon Leichtbau willst.
Flächenträgheitsmoment optimieren.

Der ganze Aluminium/Titan-Kram macht erst Sinn, wenn man strukturell Leichtbau betreiben kann.
Die ist bei so einer Achse nicht der Fall. :schlaumeier:

Die kritische Belastung für die Achse ist Knickung - Aluminium hat rund ein Drittel des E-Moduls von Stahl, Titan die Hälfte.
28mm Alurohr oder 24mm Titanrohr?
Da sparst du auch kein Gewicht.


Mit dem Wellendurchmesser etwas hochgehen, Stahl, 18mmx2 und das Flächenträgheitsmoment möge mit dir sein.

So ein Rohr kannst du z.B. nitrieren oder auch weich lassen und in Bronze/DU-Buchsen lagern

_________________
"Dich nimmt man immer zwei Mal mit.
Einmal zum Vorstellen, dann zum Entschuldigen..."


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gleitlagerpartner Bronze und Aluminium
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 09:31 
Offline
Geselle
Geselle

Registriert: Fr 2. Dez 2016, 18:58
Beiträge: 131
bedankte sich: 0 mal
Danke erhalten: 5 mal
Die 15mm Durchmesser sind festgelegt eigentlich, weil ich dafür Radnaben usw. habe und ich bei denen den Innendurchmesser nicht viel vergrössern kann, eventuell auf 16.

Aber wenn ich das in Rohr 15x2 / 16x2 mache dann könnte ich mich mit dem Gewicht arrangieren denke ich. wobei Rohr aber wieder was ist das ich nicht mal so abstauben kann bei einem Event. Da muss ich nen Meter mitnehmen für Ersatz. Aber hast Recht, werd wohl mit leben können. So spar ich dann auch Laufhülsen die ich auf die Welle machen muss mit den resultierenden Montage-/Demontageproblemen.

Ich rechne mal, Danke.


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 31 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Impressum

Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de