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 Betreff des Beitrags: Re: Was ist schief gelaufen???
BeitragVerfasst: Di 13. Feb 2018, 12:42 
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Vielen Dank für eure Antworten,

diese sind in sich schlüssig und waren mir auch schon vorher bewusst. Das die Aufspannung für schwere Zerspanung so nicht ideal ist, sollte jedem klar sein, ich habe nur die mit diesem Fräser auftretenden Kräfte gewaltig unterschätzt. Wie bereits erwähnt hatte ich ja vorher mit großer Kraft versucht das Werkstück an dem langen Hebel hoch zu ziehen, da hat sich nichts bewegt und da ich ja nur ein paar hundertstel in Automatenstahl runter kratzen wollte für ausreichend gehalten. Mit meinen HSS Fräsern wäre das kein Problem gewesen, die hätten das ganz locker gemacht. Gut den Drall des Fräsers hatte ich jetzt nicht so im Fokus und das der das Werkstück stärker höher zieht als meine anderen war mir nicht so bewusst. Ich denke auch das wird leider nicht mein letzter Fräser gewesen sein. Mit dem einschätzen der Kräfte fehlt mir gerade bei VHM Fräsern noch die nötige Erfahrung, da ich meist mit HSS arbeite.

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LG. Andreas

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 Betreff des Beitrags: Re: Was ist schief gelaufen???
BeitragVerfasst: Di 13. Feb 2018, 15:15 
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Bin auch der Meinung, das die gröbsten Fehler der frei schwingende lange Arm ist und das der Fräser nicht im Gleichlauf lief.

Generell kann ich dir empfehlen fast alles im Gleichlauf zu fräsen, da es selten eine Situation gibt, wo Gegenlauf besser ist.
Das schlimmste jedoch für HM-Werkzeuge sind Schwingungen und Vibrationen. Dabei brechen die Schneiden generell sehr schnell.
Das ist wahrscheinlich auch eher der Grund, das es bei deiner Spannung dazu geführt hat das dein Werkstück sich `heraus-vibriert`. So ein Hartmetallfräser ist in der Regel nämlich eigentlich so scharf, das die Kräfte bei einer solchen Wendelung eher nebensächlich werden und er nicht auf Grund der Wendelung das Teil aus den Backen zieht. AAAABER auch nur solange an den Schneiden keine Vibrationen auftreten! Wenn dort Vibrationen auftreten, dann werden die Kräfte ganz schnell sehr viel größer und die Fehler der Spannung summieren sich zu deinem jetzigen Problem.

Viel Erfolg beim nächsten Versuch!

Ach und erzähl doch mal wie sich Macke´s Hardcorefräser geschlagen hat! ;-) Kleiner Tipp, lass die Drehzahl dabei im Keller ;-)

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Liebe Grüße Arne


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ist schief gelaufen???
BeitragVerfasst: Di 13. Feb 2018, 16:02 
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Ich denke, das die Schneiden von VHM zu gunsten der Standzeit generell nicht so scharf sind wie HSS (deswegen das Quitschen beim ankratzen).

Macke's Feinfräser ist gerade angekommen. Aber im Moment traue ich mich noch nicht, sieht schon echt edel aus. Ich stelle ihn erst mal in die Gasvitrine und genieße den Anblick.

Ihr könnt ja mal Vorschläge machen welche Materialien ich mit welchen Schnittdaten testen soll, mal sehen was ich dann davon umsetzen kann. Ich denke für Alu ist der zu fein.

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LG. Andreas

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 Betreff des Beitrags: Re: Was ist schief gelaufen???
BeitragVerfasst: Di 13. Feb 2018, 16:30 
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Meistertruck hat geschrieben:
Macke's Feinfräser ist gerade angekommen. Aber im Moment traue ich mich noch nicht, sieht schon echt edel aus. Ich stelle ihn erst mal in die Gasvitrine und genieße den Anblick.


Süüüß <3

Kupfer, Messing, Bronze, Aluminium, Stahl sowie Edelstahl sollte sehr gut Funktionieren mit dem.
Wichtig ist bei solchen Fräsern (sofern du lange was von ihnen haben willst) ein KONTROLLIERTES Schlichtaufmaß.
Ich rate dir bei dieser Kategorie Feinzahn-WKZ ein Aufmaß von 0,1mm/Fläche nicht zu überschreiten für Nachhaltiges und langes Fräsvergnügen..
Beschichten wird definitiv auch nicht schaden sobald du im bereich Werkzeugstahl oder Edelstahl unterwegs bist..
;)

Schnittdaten-Technisch kann man dir nur grobe Richtungen geben
(da das Werkzeug in dieser Schneidengeometrie so nicht als Vergleich vorhanden ist auf dem Markt)
Da kommt es dann drauf an was du Fräsen willst.
im Alu hätte ich gesagt sollten 150-300m/min als Vc drin sein und Vorschub 0,015-0,035mm/Zahn solltenm ebenfalls als unterer Richtwert greifen/funktionieren
Also knapp 3000rpm und 1200mm Schlichtvorschub sollten realistisch sein.

An deiner Stelle würde ich mich Materialtechnisch langsam von weich nach Zäh/hart vorarbeiten.
Und wenn er jemals überm Jordan ist: zum nächsten Schleifer bringen und den damit ärgern
(des wird nämlich echt ne Nuss werden zum Schärfen -> am besten vorher Pauschalpreis ausmachen ^^) :D


Wichtig ist aber wirklich: Vibrationsfrei und sauber als möglich Spannen.
solche Werkzeuge werden es dir danken ;)
Und da es dieses Werkzeug nur EIN mal gibt, wirst du es dir selbst auch danken Nachhaltig als möglich damit umgegangen zu sein ^^


Wenn du von den anderen Tipps haben möchtest schadet es im übrigen nicht Bilder und Eckdaten des Werkzeugs anzugeben, Ich übernehme das mal für dich:
Zähnezahl: 16
Durchmesser: 16
Drallwinkel: unbekannt (ca 30-35grad)
Nutspanwinkel: etwa 4-6grad (weiß ich auch nicht mehr auswendig)
Stirnspanraum-Winkel: 90grad
1. Stirn+Umfang-Freiwinkel: 4-6grad
Spannut-Tiefe: etwa 1mm

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 Betreff des Beitrags: Re: Was ist schief gelaufen???
BeitragVerfasst: Di 13. Feb 2018, 17:19 
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Meistertruck hat geschrieben:
Ich denke, das die Schneiden von VHM zu gunsten der Standzeit generell nicht so scharf sind wie HSS (deswegen das Quitschen beim ankratzen).


Das VHM Schneiden stumpfer sind als bei HSS Werkzeugen höre ich jetzt zum ersten Mal :o

Glaub mir, es gibt nix schärferes als hochwertige Hartmetallwerkzeuge und genau da liegt auch häufig das Problem bei der Bearbeitung.
Das es gequietscht hat, ist deiner Spannung zu verdanken und der SCHÄRFE des VHM Fräsers.

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Liebe Grüße Arne


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ist schief gelaufen???
BeitragVerfasst: Di 13. Feb 2018, 17:35 
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Arnster83 hat geschrieben:
Das VHM Schneiden stumpfer sind als bei HSS Werkzeugen höre ich jetzt zum ersten Mal :o

Glaub mir, es gibt nix schärferes als hochwertige Hartmetallwerkzeuge und genau da liegt auch häufig das Problem bei der Bearbeitung.
Das es gequietscht hat, ist deiner Spannung zu verdanken und der SCHÄRFE des VHM Fräsers.

In der Regel ist die Schneide bei VHM-Fräsern (oder auch Wendeschneidplatten) unter der Lupe betrachtet deutlich runder als bei HSS-Fräsern - Aus dem einfachen Grund, dass VHM im Gegensatz zu HSS sehr leicht bricht. Das wiederum erfordert gewisse Mindestwerte bei Zustellung und Vorschub, was gerade kleine Maschinen schnell mal überfordert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Was ist schief gelaufen???
BeitragVerfasst: Di 13. Feb 2018, 17:43 
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Ist die wirklich runder? Ich hätte eher gedacht, das der Winkel nicht so Spitz ist und sie dadurch stabiler ist aber auch schärfer. Ich denke aber auch da wird es Unterschiede geben in der Schärfe und man kann nicht jeden Fräser miteinander vergleichen. Vielleicht hatte nur ich immer schärfere :-D

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Liebe Grüße Arne


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ist schief gelaufen???
BeitragVerfasst: Di 13. Feb 2018, 17:48 
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Da hat Kalle durchaus nicht unrecht :)

Mikroskopisch betrachtet sind die Schneiden bei VHM-Werkzeugen deutlich stumpfer und voller krater/unebenheiten im vergleich zu ordentlich geschliffenen und sauber abgegrateten HSS-Schneiden.
Das liegt u.A. an der Härte des Materials und dessen grobkörnigkeit. Da "brechen" praktisch bei der Bearbeitung winzig kleine Stückchen/körnchen aus.
Nur durch Läppen lasst sich ein annähernd an HSS herankommendes Bild erreichen.

Durch die, meist vorhandene, Beschichtung wird praktisch nur eine Art "verrundung" erzeugt die diese Stellen beständiger macht (nach dem Motto "was schon Stumpf ist braucht länger um stumpf zu werden")

Denn noch sind die Schneiden beständiger und länger "stumpf"-scharf als die HSS-Schneiden "Scharf"-Scharf sind..


Bisschen blöd zu erklären, ist aber so, deshalb habt ihr beide Recht in euren Aussagen. sowohl Kalle als auch Arne

u.A. deshalb ist es auch absolut Vorrangig wichtig bei nutzung von VHM-Werkzeugen eine möglichst solide und Vibrationsfreie Aufspannung zu gewährleisten, denn sonst brechen die kleinen Krater unter der Vibration sehr schnell weiter aus und bekommen "sichtbaren" verschleiß.

ebenso unter Anderem (und jetzt hör ich gleich auf mit klugscheiß-OT :D) deshalb halten die Hitachi-Hartfräser zum schruppen so lange: die werden erst gar nicht "scharf" gemacht, im gegenteil: die werden teilweise vorsätzlich mit Negativen Spanwinkeln geschliffen und zusätzlich die schon negative Schnittkante noch verrundet um sie noch Stumpfer zu machen.
Dadurch werden die nicht so schnell Stumpf gegenüber konkurrenz-Produkten.
Genial, was? :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Was ist schief gelaufen???
BeitragVerfasst: Di 13. Feb 2018, 17:50 
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Das war mal ne ausführliche Erklärung! Danke Macke! Dann nehme ich alles zurück, behaupte das Gegenteil und werde nie wieder mit der Zunge testen :-D

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 Betreff des Beitrags: Re: Was ist schief gelaufen???
BeitragVerfasst: Di 13. Feb 2018, 17:53 
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marc11 hat geschrieben:
-vhm fräser sind i.d.r. für harte werkstoffe.....grosser keilwinkel = grössere schnittkräfte
hss fräser für weichere..............................kleiner keilwinkel = kleinere schnittkräfte

Öhm, wie verargumentierst du die Tonnen von VHM Fräser für Alu ?
https://toolineo.de/guehring-ratiofraes ... 31468.html

Richtig ist: Grosser Keilwinkel für harte Werkstoffe (dann bricht aus der Schneide nicht so schnell was aus), kleinen für weiche (wären zu dünn an der Vorderkante so daß sie bei harten Werkstoffen ausbrechen würden).

Aber VHM ist inzwischen allgemein verbreitet und beliebt wegen der Standfestigkeit.

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Wabeco F1200, RC6123BX500, Emco BS2, Woodstar PB06, Proxxon FKS/E


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