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 Betreff des Beitrags: Re: Meine "Werkstattgeschichten"
BeitragVerfasst: Mi 9. Mai 2018, 06:25 
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Der Hackrotor sieht verdächtig nach Pöttinger AP 2000 aus ;-)

Ich hab auch noch einen der irgendwann mal restauriert werden möchte - Höllengerät

Kannst du mehr dazu schreiben? Was hast du denn daran gemacht?
Bilder sind nie verkehrt^^


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine "Werkstattgeschichten"
BeitragVerfasst: Mi 9. Mai 2018, 18:57 
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Hallo,

ja ist ein AP 2000, Totalschaden, musste komplett gemacht werden.
Ich habe etwas über 500 Fotos in der Dokumentation für den Häcksler, werde bei Gelegenheit mal ein paar rauskramen.

Grüße

manni


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine "Werkstattgeschichten"
BeitragVerfasst: Fr 11. Mai 2018, 21:50 
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Hallo,

auf Wunsch kommt jetzt die Aufarbeitung des Grobhackers. Ich habe mal die besten Fotos aus selektiert, ist bei dem Haufen gar nicht so einfach.

Zur Vorgeschichte: Bei uns auf der Alm fällt jedes Jahr einiges an Ästen und Gebüsch an, die letzten Jahre hat es sich immer mehr gesteigert so das eine Lösung her musste.
Bis davor wurden die kleinen Äste einfach liegen gelassen und die größeren per Hand verarbeitet, das ist sehr Zeit intensiv.

Die Anforderung: das Material darf nicht zu sehr zerkleinert werden damit es noch in Stückgutöfen als Zusatz verheizt werden kann.

Das Projekt führt mein Vater, es wird nur eine Aufarbeitung werden keine Restauration.

Der Hacker wurde zum Schrottpreis gekauft, es werden in der lokalen "Bauernzeitung" immer wieder welche angeboten: Aussage vom Verkäufer: Totalschaden. Ein Freund hat ihn uns abgeholt und in die Werkstatt gebracht.

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Antrieb des Einzuges, "Warum liegt hier Stroh" :muahaha:

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Übersicht nachdem alle Schutzabdeckungen weg sind.

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Die ersten sichtbaren Schäden. Zahnausfall

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Das obere Rad treibt die beiden unteren an (Einzug Hackgut)

Konstruktionsfehler: Für den Rahmen wurden U-Eisen verwendet die sind an der Innenseite abgeschrägt, für das gibt es als Ausgleich DIN 434 Keilscheiben.

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Der Hersteller hatte darauf verzichtet, alle Schrauben waren verbogen, teilweise schon leicht eingerissen.

Riemenscheibe Zapfwellenantrieb: Sie wackelt bereits auf der Welle, das Keilprofil ist arg ausgeschlagen.

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Nach dem Reinigen sieht man einen ordentlichen Riss ausgehend von der Nut.

Die Setzschraube fehlte bereits, nach dem Abziehen fällt die Passfeder raus, zumindest was einmal die Passfeder war.

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So sieht das Gegenstück der Riemenscheibe aus.

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Die Setzschraube hat einen Krater in der Welle hinterlassen, dieses System ist :scheisse:

beim hinteren Lager gabs irgendwann mal Probleme, so ist die Welle im Innenring weitergelaufen.

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Scheinbar hat das mal jemand bemerkt, beim Lagerdeckel abgeschrauben dann gleich den Nilosring durchlöchert, Teile davon sind in den Käfig gekommen und haben das Lager endgültig zerstört.

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Das Gegenmesser ist in einem massiven Gussblock verschraubt mit M16 Schlitzschrauben.

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Die sehen aus als ob sich das halbe Dorf schon daran versucht hat, ein "Werkzeug" (Adapter von Schlitz auf Sechskant) zum lösen hat der Hersteller zwar mitgegeben aber das war durch argen Rost unbrauchbar.
Da die Schrauben nicht mehr zu retten sind, habe ich sie einfach mit dem Kreuzmeißel gelockert.

Das Antriebsrad des Vorschub auf der Waschanlage.

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119.JPG [ 100.1 KiB | 772-mal betrachtet ]


Nach dem Waschen sieht man was hier los ist, drei Zähne ausgebrochen und die Nabe ist geplatzt, dabei hat es die Passfeder "ausgebaut". das dürfte auch zum Totalausfall geführt haben.

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Die Zahnräder der Vorschubwalzen:

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Seegerringe ausgehängt und sie fallen von allein runter, bis jetzt waren alle Passungen massivst ausgeschlagen.

Weiter gehts mit zerlegen des Einzuges, die Wellen der Gegenwalzen waren derart verbogen das ich sie freischneiden musste.

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150.JPG [ 138.7 KiB | 772-mal betrachtet ]


Die Lager der Vorschubwalzen sind in Gussgehäusen untergebracht, deren Schrauben hatten sich scheinbar immer wieder gelockert, teilweise waren keine Gewinde mehr im Rahmen teilweise schon auf M12 aufgebohrt.

Die Passungen der Lager waren hier noch in Ordnung, das Toleranzfeld wurde vom Hersteller so gewählt das die Lager nicht zerstörungsfrei demontiert werden konnten (Eventuell wäre es mit Ultra-spezial-Werkzeug gegangen).
Ich habe mal den Winkel an diverse Stellen des Einzug gehalten, die Schweißkonstruktion hat so 2-3mm Fluchtungsfehler, das wurde mit Pendelkugellager egalisiert.

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185.JPG [ 82.01 KiB | 772-mal betrachtet ]


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186.JPG [ 127.42 KiB | 772-mal betrachtet ]


Der Hackrotor ist dran, Demontage der Messer, M24 hochfest zugerostet das macht keinen Spass.

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Die Messer sind gar nicht so schlecht in Schluss, alle drei hat mein Vater unserem Schärfdienst mitgegeben. Er hat eine dezente Fase draufgegben dies soll die Standzeit der Schneide erhöhen.
Nach Ausssage des Herstellers sollten die Messer eigentlich nur auf der Innenseite geschliffen werden.

In den grauen Gussfüssen sind Pendelrollenlager untergebracht, die braucht es auch, so schön rund läuft die Kiste nicht. Ich wollte zuerst die Riemenscheibe der Trommel abziehen aber sie steckt fest.
Beim genaueren Hinsehen gibt es da einen Abgebrochenen Nasenkeil (DIN 6887)

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200.JPG [ 91.24 KiB | 772-mal betrachtet ]


Ok, Planänderung, die rechte Seite kommt zuerst dran, Lagerdeckel hinten und vorn abgeschraubt Gussteil lässt sich mit Gummihammer bewegen. Das Freiligende Lager gereinigt und auf Schäden untersucht.
Da gibt es arge Kratzer in der Lauffläche, großen Abzieher angesetzt dabei platzt der Aussenring. nachgesetzt den innenring erwärmt und abgezogen, dabei den Wellendichtring im hinteren Lagerdeckel verbrannt.

In das Lager muss Wasser eingedrungen sein die Kratzer sehen wie ein Korrosionsschaden aus.

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215.JPG [ 93.94 KiB | 772-mal betrachtet ]


Fortsetzung demnächst.

Grüße
manni


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine "Werkstattgeschichten"
BeitragVerfasst: Sa 12. Mai 2018, 07:08 
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Wao Beeindruckend.

Der war tatsächlich nicht mehr weit her. Respekt dass du dich da durchgebissen hast. :super:

Bin mal gespannt wie du die ganzen Schäden behoben hast. Du scheinst da ja sehr gewissenhaft ran zu gehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine "Werkstattgeschichten"
BeitragVerfasst: Sa 12. Mai 2018, 21:20 
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Hallo,

wie könnte es weitergehen mit der Riemenscheibe? den Keil anzubohren ohne das der Bohrer verläuft ist sicher nicht einfach da das Wellenende gut 15cm herausragt. Bei einer Nachdenkpause wird abgewogen: Sollte das Anbohren sprichwörtlich daneben gehen muss die Welle aus dem Rotor.
Die ist mit Sicherheit voll reingerostet, auf das kann ich verzichten. Wir gehen das Risiko und ziehen die Scheibe über den Keilrest, sollte die Nabe platzen dann gibts schon Alternativen.
Ich leihe mir die "Flamme" von unserem Schlosser, beim zweiten Versuch gelingt es dem Abzieher mit äußerster Anstrengung die Scheibe über den Rest des Keiles zu bringen.

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243.JPG [ 95.89 KiB | 606-mal betrachtet ]


Der Gussbock liegt frei, vom Wellendichtring ist nur die verkohlte Wurmfeder übrig, auch dieses Lager hat Korrosionsschäden, nach dem Abziehen war erstmal Schluss mit dem Projekt, SKF verlangt knapp 700€ für beide Lager neu, mein Vater will nicht mehr.
Ich konnte etwa 2 Monate später in der Bucht die gesuchten Lager bei einer "Lagerräumung" :hae: für schmalen Taler ergattern. Zustand: Stark mit verharzten Öl und Papier verklebt aber unbenutzt. Es kann weitergehen.

Das Typenschild hat seine besten Tage schon hinter sich. Für solche verdellten Bleche weis ich einen guten Mann, der ist teuer aber jeden Cent wert.

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282.JPG [ 123.57 KiB | 606-mal betrachtet ]


Die Kerbnägel werden aufgebohrt, mein Vater schleift dann die alte Farbe/Rost des Einzuges ab.

Derweilen: Das Stützrad sieht nicht mehr gut aus.

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Total vergammelt hat es sich der Zerlegung erfolgreich widersetzt. Nach Absägen des Rohres wird auch klar warum: die letzten Gewindegänge der Spindel sind verschmiert.

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300.JPG [ 131.81 KiB | 606-mal betrachtet ]


Der Dreherkollege ist mit den schwierigen Teilen schon gut beschäftigt, ich traue mir alle Teile zu bis auf die Gewindemuffe, also wird diese "gerettet". Die Spindel wird knapp dahinter abgesägt und der Rest ausgebohrt.

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Die letzten Schritte habe ich vorsichtig mit der Bohrstange gemacht, als die Gewindetäler durchbrechen mit der Kombizange den Anfang geschnappt und herausgezogen.

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304.JPG [ 114.44 KiB | 606-mal betrachtet ]


Ein Stück Baustahl auf Maß gedreht und mit dem Gewinden begonnen, da ich keine Lehre habe einfach nach jeder Zustellung versucht die Muffe aufzuschrauben bis es gelang.
Soweit ich mich noch erinnern kann war der Durchmesser des Gewindes ein krummes Maß, sonst hätte man einfach eine Gewindestange verwenden können.

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314.JPG [ 148 KiB | 606-mal betrachtet ]


Noch ein paar Rohre zugeschnitten und zusammengeschweißt.

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Die verklebten Pendelrollenlager habe ich einige Zeit in Petroleum eingeweicht bis alles runter war, jetzt nachdem alles sauber ist kommt das nächste Problem, sie gehen viel zu leicht in die Gussfüsse.
Loctite 648 muss es richten.

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354.JPG [ 110.81 KiB | 606-mal betrachtet ]


Die Trommel wurde seitlich auf Paletten gelegt, die Lager mit Fön angewärmt und schnell mit passenden Rohr auf die Welle gedrückt das ging zum Glück einwandfrei. Die Lagerdeckel haben neue Wellendichtringe bekommen.

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381.JPG [ 137.18 KiB | 606-mal betrachtet ]


Der Rahmen wurde abgeschliffen und die ärgsten Dellen flammgerichtet anschließend mit der Rolle lackiert, die Radnaben zerlegt und gewaschen, trotz bockhartem Fett haben die Kegelrollenlager keinen Schaden genommen, neue Gummis auf die Felgen, die ersten Teile können montiert werden.

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345.JPG [ 119.33 KiB | 606-mal betrachtet ]


Kontermutten verwende ich nicht mehr, sie haben sich nicht bewährt, heute gibt es bessere Möglichkeiten z.B. Stopmuttern, passende Keilscheiben wurden auch eingelegt.

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388.JPG [ 59.12 KiB | 606-mal betrachtet ]


Die Einzugwalzen haben eine Art "Lamellen" um die Äste besser greifen zu können, diese Lamellen haben sich in die Seitenwände des Einzuges geschnitten.
Es wären zwar Setzschrauben vorhanden gewesen die dies verhindern hätten sollen aber diese Konstruktion kann man getrost als Attrappe bezeichnen.
In diesem stark abgenutzten Bereich sind die Gewindebohrungen der Lagergehäuse, es wurde ein dickes Blech eingeschweißt um die Maroden Stellen zu verstärken.

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Nun können die Gewinde verlängert werden was zusätzlichen Halt bringt, die Einzugwalzen waren durch Abnutzung etwas kleiner geworden 2-3mm mussten sie aber noch abgedreht werden.
Der Dreherkollege muss mal wider ran, als er mit den fertigen Dingern zurückkommt gibts gleich einen Anschiss. Die Lamellen sind nicht aus 0815 Blech sondern irgend ein ekelhaft harter Stahl.
Die Feilenprobe bestätigt, da geht nichts mehr, den Kollegen noch etwas beruhigt, er muss mir ja einige weitere Teile anfertigen. :pfeif:

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414.JPG [ 104.37 KiB | 606-mal betrachtet ]


Die drei "entzahnten" Stirnräder sind das nächste Problem, mein Vater hat dann kurzerhand bei Pöttinger angerufen zur großen Überraschung: Teile Lagernd.
Außerdem konnte das fehlende Wechselrad für die kleinste Einzuggeschwindigkeit bestellt werden.
Aussage des Mitarbeiters: Es ruft immer wieder jemand wegen dem AP 2000 an, gewisse Teile werden als Lehrlingsprojekte nachgefertigt.

Etwas schwierig war die Identifikation der Teile da es verschiedene Baugenerationen gab und das scheinbar nicht einwandfrei dokumentiert ist. Bei unserem Modell sind am Einzug drei gleiche Zahnräder verbaut.
Der Hersteller hat uns einfach auf Kommission die verschiedenen Räder zum dranhalten zukommen lassen, da es auch verschiedene Arten der Passfeder gibt.

Vergleich mit den Bestandsrädern darunter: Das Zahnrad links (rosa) ist noch ein Gussrad (alter Lagerbestand), das rechte ist schon aus Baustahl/Automatenstahl sonst sind beide Baugleich, da wir jetzt die richtige Type kennen wird noch ein Stück für den Antrieb nachbestellt, die "Falschen" gehen zurück.

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Der Kollege war auch wieder da und er hat die neuen Wellen dabei.

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Die Pendelkugellager wurden in der Bucht geschossen, und gleich eingebaut.

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Damit ist der Einzug fertig und wird auf den Rahmen gehoben, der Kasten ist irre schwer, sicher gut 400kg, Hauptanteil Gewicht kommt von den Walzen das ist übriges Vollmaterial!

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Kugellager habe ich alle neugekauft, es handelt sich ausnahmslos um Standardtypen ist das sehr günstig. Für die Abdichtung kommen wieder Nilosringe zum Einsatz.

Lagerbock für Riemenscheibe Zapfwelle neu aufgebaut: Zapfwellenstummel gibt es "von der Stange" im Fachhandel, der Durchmesser der Welle ist nun um etwa 2mm größer als vorher, so kann die ausgeschlagene Riemenscheibe aufgebohrt werden.

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Grüße

manni


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine "Werkstattgeschichten"
BeitragVerfasst: Sa 12. Mai 2018, 23:27 
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In einen solchen Pöttinger hab ich auch schon einiges reingeschoben - befeuert durch unseren 18 PS Kramer :-)
Ging gut, hauptsächlich wohl wegen der großen Schwungmasse des Häckslers.

Grüße

Peter


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine "Werkstattgeschichten"
BeitragVerfasst: Di 15. Mai 2018, 21:56 
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Hallo Peter,

stimmt die Maschine kommt mit sehr wenig Antriebsleistung aus, wenn ich mir die heutigen Geräte so ansehe was da für Traktoren gefordert werden... :?

Weiter gehts, bei der Riemenscheibe hat er sich für eine Reparatur entschlossen: ein Ring wurde aufgeschrumpft um die Nabe zu stützen, die Nut wurde versetzt. Sollte es nicht halten gibt es eine neue Riemenscheibe.

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435.JPG [ 122.83 KiB | 409-mal betrachtet ]


Für die Messer habe ich hochfeste Senkinbus (DIN 7991) bestellt, als ich sie in der Hand halte ist erstmal Stirnrunzeln angesagt. Ein Blick ins Normblatt klärt auf das ab M22 der Kopf nicht mehr 90° sondern 60° hat.
Dazu passende Ringe gedreht.

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Original hat der Hersteller hier ein Blech um die beiden Muttern verklopft um deren losdrehen zu verhindern sowas mache ich nicht mehr, Stopmuttern gibt es auch in FKL 10.

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Lagerbock Kupplung neu aufgebaut.

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Der Antrieb, Stroh gibt es keines mehr, ich habe gehört Fett soll sich besser bewährt haben. ;-) Wobei ich am Ende bei Trockenschmierung (OKS 490) gelandet bin, die verklebt sich nicht mit den Holzbröseln die im Betrieb entstehen.

Beim Zwischenrad war nichts kaputt, die Lager wurden aber trotzdem gewechselt.

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Wellenreste wurden aus den Gegenwalzen gepresst, sehr unrund, "etwas" abgedreht.

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Aus den Kugeln die Reste Gebohrt.

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Oberfläche gefeilt und für die neuen Wellen vorbereitet, das Maß ist hier unkritisch so wurde 1.7225 vergütet bestellt.

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Bei der Montage der Gegenwellen ist große Vorsicht angesagt, ein Finger an der falschen Stellen und er ist Matsch.

Das Wechselrad war mit einem verbogenen Stück Blech befestigt gewesen. Eine dicke Ronde gedreht + längerer Schraube (Achtung hier Linksgewinde)

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Mit diesem Rad wird die Hackgutlänge bestimmt, es sind 3 Wechselräder dabei. Das große Zwischenrad muss dabei umgesteckt werden.

Bei diesen Teilen bekommt man es mit dem fürchten, auch wenn es sich "nur" um eine Feststellbremse handelt, mangels Fräse wurde die Kontur gefeilt.

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Einer der Hauptgründe warum die Maschine so schwer beschädigt war dürfte der stark verschlissene Kupplungskegel (springt von selbst heraus) sein, so wurde die Kupplung vermutlich blockiert mit bösen Folgen.

Auch dieses Teil hat mir der Dreherkollege gefertigt, um die Kosten zu minimieren schneiden wir die Schlitze selbst, die werden benötigt um bei fortschreitenden Verschleiß den Kegel verdrehen zu können.

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Gleitsteine aus Rotguss und Stellschrauben habe ich dann wieder selbst gezaubert.

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Nach etwas rumprobiere wurde die Kupplung zusammengebaut und alle Teile montiert.
Danach wurde der Auswurf montiert, der wurde ausgebogen und lackiert. Die Sicherungsbolzen wurden erneuert.

Endlich sind die letzten Ersatzteile gekommen, Ersatz für die Schlitzschrauben und der Nasenkeil von der großen Riemenscheibe.

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Reichlich spät aber mit etwas Gefummel lässt sich das Gegenmesser einbauen, das durch Schleifen entstandene Spiel soll laut Hersteller mit Passblechen ausgeglichen werden. Zwei Streifen werden hinter das Gegenmesser gelegt.
Mit einer Taschenlampe in der Trommel kann man den Spalt sehr gut beobachten.

Die große Riemenscheibe hat noch Ihre Presspassung also bei 150° in den Ofen, gegen die Angst wurde die Welle ordentlich mit Kältespray eingedeckt.
Es gelingt, aber viel Spiel war nicht, sofort den Keil einbauen der frisst sich augenblicklich fest.

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512.JPG [ 103.19 KiB | 409-mal betrachtet ]


Die Riemen werden aufgezogen, gespannt und nachdem alles abgeschmiert ist kann die Schutzhaube montiert werden.

Auf der Hinterseite das gleiche Spiel, abschmieren und Haube drauf, mit der Kupplung musste später noch ein bisschen gespielt werden, da keine Erfahrungswerte vorhanden sind habe ich eher leicht angefangen.
Auch die Beschriftungen wurden wieder aufgemalt.

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Der letzte Schritt: Die Rekonstruktion des Typenschildes befestigt.

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533.JPG [ 57.29 KiB | 409-mal betrachtet ]


Die Maschine hat hinten das Stützrad und vorne eine eine Klappstütze, die war nur noch Schrott, da mir langsam die Zeit ausgeht hat mein Vater beim Lama ein Standard Anhänger Stützrad gekauft und montiert.
Auch beim fehlenden Bolzen des Zugmauls wurde auf ein Standardteil zurückgegriffen.

Erster Einsatz auf der Alm.

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548.JPG [ 182.17 KiB | 409-mal betrachtet ]


Als Problematisch hat sich gezeigt wenn der Hacker zu schnell läuft, 290U sollen laut Typenschild an der Zapfwelle anliegen.
Wenn die Drehzahl höher ist dann brechen trockene Äste bereits im Einzug und die Stücke führen zu Blockaden.
Außerdem dürfen keine großen Astgabeln rein, die bleiben stecken und gibt es eine Baustelle.

Am Einzugdeckel gab es noch einen plakativen Schriftzug, der war aber kaum noch zu erkennen wenn mal Zeit wird man versuchen diesen zu rekonstruieren.

Ein sehr Interessantes, aber zum Schluss leider etwas stressiges Projekt neigt sich dem Ende zu. Viele Teile mussten gefertigt werden. Der Dreherkollege hat vermutlich immer noch ein Trauma von dieser Baustelle. :pfeif:

Grüße

manni


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine "Werkstattgeschichten"
BeitragVerfasst: Mi 16. Mai 2018, 07:47 
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Sehr schön geworden, tolle Arbeit.
Danke fürs Zeigen
:respekt:

banana_joe hat geschrieben:
Das Projekt führt mein Vater, es wird nur eine Aufarbeitung werden keine Restauration.

Wie sieht denn dann eine Restauration bei Euch aus? :pfeif: :-D

_________________
Gruß Sascha


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine "Werkstattgeschichten"
BeitragVerfasst: Mi 16. Mai 2018, 13:11 
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Zitat:
Das Typenschild hat seine besten Tage schon hinter sich. Für solche verdellten Bleche weis ich einen guten Mann, der ist teuer aber jeden Cent wert.


Kannst du mir bitte die Adresse vom Schildermaler zukommen lassen? :thx:

_________________
Grüße
Franz


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine "Werkstattgeschichten"
BeitragVerfasst: Mi 16. Mai 2018, 15:36 
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Hast du den Schraubenkopf des Linksgewindes markiert oder ist das eh klar?

Hans

_________________
Bauberichte Thread #12691

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