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 Betreff des Beitrags: Re: Ariston, Instandsetzung und Spindellager einschaben
BeitragVerfasst: Di 2. Mai 2017, 21:48 
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Keilwinkel hat geschrieben:
Der Bettschlitten klebt dagegen ziemlich fest. Da werde ich mindestens Öltaschen reinschaben.

Laut dem Foto hast du auch eine Verwindung vom vorderen zum hinteren Prisma.
Zusätzlich sind wahrscheinlich alle 4 Gleitflächen am Bettschlitten ballig.
Schabe mal das mittlere Drittel der 4 Flächen leicht "hohl" (nur so viel das das Tragbild gerade so weg ist).
Wenn das erledigt ist den Schlitten am Bett tuschieren und dabei über dem vorderen Prisma niederdrücken,
dann solltest du Verwindung und Abstandfehler am Tuschierbild des hinteren erkennen können.

Keilwinkel hat geschrieben:
Was die Prismenführung für den Bettschlitten betrifft, bin ich am Überlegen, ob ich diese an den Enden etwas nachschaben soll.
Am Überlegen bin ich deshalb, weil ich das rein Intuitiv und ganz ohne aufwendige Messerei, machen würde - einfach weil mir das Equitment dafür noch fehlt.

Solltest du nicht machen, eine Doppel V Führung wie an deiner Drehmaschine ist auch mit einer passenden Messbrücke (Verwindung und Abstand der beiden Prismen) recht anspruchsvoll zu schaben.


Keilwinkel hat geschrieben:
Ausrichtung noch mal checken, bevor ich die Unterseite des Spindelstockes schabe:
Die Messung mache ich so weit auskragend, um die meistgenutzte und gleichmäßig eingelaufene Stelle des Bettes als Referenz zu haben.

Wieso stellst du den Spindelstock zum Messen nicht auf deine Platte und schabst die Hauptspindel so parallel zur Grundfläche?
Den Rest dann am Bett korrigieren.

Das alles macht aber erst Sinn wenn du das Bett mit der Maschinenwasserwaage möglichst eben und Verwindungsfrei ausgerichtet hast.

Lg Franz


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 Betreff des Beitrags: Re: Ariston, Instandsetzung und Spindellager einschaben
BeitragVerfasst: Di 2. Mai 2017, 22:04 
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Keilwinkel hat geschrieben:
Mich würde z.B. Interessieren, wie man in der gängigen Werkstattpraxis die Durchbiegung einer einseitig gespannten Spindel misst. Jemanden, der die Spindellager seiner Eisenschweindrehmaschine neu einschabt, wäre das sicher hilfreich. Die Lust mal eben einen 150kg schweren Spindelstock einfach auf den Kopf zu stellen, hält sich wohl in Grenzen.

Ich bin der Meinung da biegt sich nichts durchs Eigengewicht. Wenn deine Spindel "hängt" wenn nur sie nur im vorderen Lager gespannt ist, dann ist sie im Lager "gekipppt".
Für 0,03 Fehler an hinteren Ende braucht es dazu im vorderen Lager nur ein paar µm.

Wir haben Mitte 2016 eine Gildemeister NEF 720 (=Drehdurchmesser) überholt und dabei auch die Hauptlagerung erneuert.
Die vordere Lagerung sind 4 vorgespannte Spindellager in Tandem O Anordnung (Innendurchmesser 140mm)
Die gesamte Spindel ist ca 1100mm lang. Rundlauf auf der Wuchtmaschine an beiden Lagerstellen und an der Spindelnase < 2µm

Beim Zusammenbau und vor dem Einbau des hinteren Zylinderrollenlagers war der Rundlauf am hinteren Spindelende 3µm (nur mit den vorderen Lagern).
Würde sich die Spindel durchbiegen würde die nie auf 3µm am hinteren Spindelende rund laufen.

Lg Franz


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 Betreff des Beitrags: Re: Ariston, Instandsetzung und Spindellager einschaben
BeitragVerfasst: Di 2. Mai 2017, 22:19 
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Hallo Keilwinkel, das ist wieder mal ganz grosses Kino dieser detaillierte Bericht über die Anlageflächen der Axiallager! Bei meiner Atlantic ist diese Anlagefläche am Spindelstock auch geschabt, habe das aber als "Zierschabung" abgetan :pfeif: Vielen Dank für die Erhellung, darauf zu achten wäre ich nie gekommen!

_________________
LG, Tom

Ein wenig Rhythmuswechsel gefällig?


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 Betreff des Beitrags: Re: Ariston, Instandsetzung und Spindellager einschaben
BeitragVerfasst: Mi 3. Mai 2017, 09:34 
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Hallo Franz,

opa12 hat geschrieben:
Wieso stellst du den Spindelstock zum Messen nicht auf deine Platte und schabst die Hauptspindel so parallel zur Grundfläche?
Den Rest dann am Bett korrigieren.

Das hätte ich gerne gemacht, aber mangels passender Paralellunterlagen dann eben nicht. Ich hätte nur Wälzlagerringe, aber ob die was taugen? Am Bett selbst konnte ich den Spindelstock auch bequem tuschieren.

opa12 hat geschrieben:
Das alles macht aber erst Sinn wenn du das Bett mit der Maschinenwasserwaage möglichst eben und Verwindungsfrei ausgerichtet hast.

Das Bett ist ziemlich kurz, und diagonal verrippt, sollte als sehr verwindungssteif sein. Wenn ich das Axiallager fertig habe, ist das Ausrichten des Bettes bestimmt der nächste Schritt. Für alle weiteren Arbeiten komme ich da sowieso nicht drum rum. Und dann kann ich auch nochmal die Ausrichtung der Spindel prüfen, und evtl. den letzten Rest nachschaben, wenns mich juckt.

opa12 hat geschrieben:
Solltest du nicht machen, eine Doppel V Führung wie an deiner Drehmaschine ist auch mit einer passenden Messbrücke (Verwindung und Abstand der beiden Prismen) recht anspruchsvoll zu schaben.

Von der Idee bin ich eh wieder abgekommen. Wenn ich das Bett schabe, dann möchte ich das schon halbwegs vernünftig angehen. Von der genauen Vorgehensweise habe ich bisher nur ein paar vage Ideen. Gibts eigentlich noch was fießeres als Doppelprismen?


opa12 hat geschrieben:
Laut dem Foto hast du auch eine Verwindung vom vorderen zum hinteren Prisma.

Ich werde mal die Unterseite (wo der Schlosskasten anliegt) abtasten. Ob das eine wirklich brauchbare Referenz ist, bezweifle ich. Aber mir gehts daraum, ob der Schlosskasten nach vorne runter gekippt liegt. Wahrscheinlich braucht es schon recht viel, bis es an Leit- und Zugspindel zwickt, aber ganz außer Acht lassen möchte ich das nicht.
Rein theoretisch müsste an dem Bereich des hinteren Prismas, der jetzt nicht trägt, am meisten weggeschabt werden, um den Bettschlitten wieder "ins Wasser" zu bringen?

opa12 hat geschrieben:
Für 0,03 Fehler an hinteren Ende braucht es dazu im vorderen Lager nur ein paar µm.

Das allerdings! Hast Du noch ein paar Tricks, wie man die Flucht der beiden Gleitlager beim Einschaben überprüfen kann?


opa12 hat geschrieben:
Würde sich die Spindel durchbiegen würde die nie auf 3µm am hinteren Spindelende rund laufen.

Folgt eine Durchbiegung nicht ganz unbemerkt der Schwerkraft? :kopfkratz:



moto-x hat geschrieben:
Bei meiner Atlantic ist diese Anlagefläche am Spindelstock auch geschabt, habe das aber als "Zierschabung" abgetan :pfeif: Vielen Dank für die Erhellung, darauf zu achten wäre ich nie gekommen!


Hallo Tom,
Eine schöne Maschine, Deine Christen Atlatic! Da wurde offensichtlich sorgflältig gearbeitet ;-)


Gruß
David


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 Betreff des Beitrags: Re: Ariston, Instandsetzung und Spindellager einschaben
BeitragVerfasst: Mi 3. Mai 2017, 09:52 
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Das will ich an meiner Oscar Ehrlich auch machen, aber vorher bin ich schon froh, wenn ich mal Zeit finde, überhaupt mal zu Schaben ^^

Super Arbeit :)

mfg Patrick

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Vilh Pedersen VPU1; Klopp Schnellhobler 450; Csepel Säulenbohrmaschine; Oscar Ehrlich Drehe; Friedrich Ondricek Drehe; Frikla WS1; Prusa I3 3d Drucker;
Aber egal was du hast, das was du brauchst, fehlt immer ^^


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 Betreff des Beitrags: Re: Ariston, Instandsetzung und Spindellager einschaben
BeitragVerfasst: Do 4. Mai 2017, 21:22 
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pipi hat geschrieben:
Das will ich an meiner Oscar Ehrlich auch machen


Hallo Patrick,

Die sieht nach einer wertigen Maschine aus. Verdient hätte sie es ;-)


Dass ich in meine alte Reibe so viel Zeit und Geduld investiere hat nur wenige Gründe:
Ich hab sie in Zeiten gekauft, wo ich noch keine Ahnung hatte - und da sie jetzt schon da stand,.....
dann die fast jungfräuliche Leitspindel, und die (ebenfalls fast jungfräuliche) Planscheibe. Aber mittlerweile bin ich guter Dinge, dass das Arbeiten damit auch Spaß machen wird und ich es nicht bereue.





Weiter gehts. Ich habe jetzt die Mutter soweit fertig.

Die erste Fläche war ja schon geläppt. Also mal an der nächsten Fläche wieder kontrolliert, ca. 1 Hunderstel Felher gemessen, und durch wegschaben und Läppen beseitigt.

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1.JPG
1.JPG [ 171.83 KiB | 1276-mal betrachtet ]


Als Läppwerkzeug habe ich eine alte Gleitlagerbuchse genommen, die vom Durchmesser optimal gepasst hat - also mit ein paar mm Spiel, so dass ich in der Bohrung rumexzentern kann ;-)

Dateianhang:
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2.JPG [ 185.44 KiB | 1276-mal betrachtet ]


Nachdem mir das Läppen von Hand zu langsam war, hatte ich die Buchse in die Drehbank gespannt,...... Materialabtrag war dann angenehm schnell, die Fläche war nacher immer noch paralell, aber leider konisch, was ich gar nicht mag. Daher habe ich entschieden, die Fläche zu überfräsen, und noch mal, aber vorsichtiger zu läppen.

Zum Fräsen habe ich mir die geläppte Stahlscheibe auf den Tisch gespannt, und zwei Anschläge montiert:
Dateianhang:
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3.JPG [ 147.22 KiB | 1276-mal betrachtet ]


Die Mutter von Hand unterm Fräser durchgeschoben:
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4.JPG [ 138.69 KiB | 1276-mal betrachtet ]


Auch nach dem Läppen war die Fläche schön gerade. Das Messen mit der µ-Uhr auf einer Oberfläche mit Frässpuren macht keinen Spaß. Bzw. ist meine µ-Uhr schon zu wackelig, wird Zeit, dass ich mir eine neue beschaffe. Daher habe ich nur mit der 5µ-Uhr gemessen - kaum Abweichung :-)

Dann wollte ich die nächste Fläche auf die selbe weise mit einem T-Nutenfräser überarbeiten. Ging sich nicht aus, also warum nicht eine neue Bezugsfläche schaffen, und das hintere Ende der Mutter planparalell zur Auflagefläche machen? Da der T-Nutenfräser schon eingespannt war:

Dateianhang:
5.JPG
5.JPG [ 145.42 KiB | 1276-mal betrachtet ]


Nach etwas großzügigem läppen (um mit der µ-Uhr messen zu können) war etwa 1µ Abweichung. Einmal vorsichtig mit dem Schleifstein drüber, nochmal geläppt, und dann hats exakt gepasst. War ja eine leicht Übung :-D


Die neue Bezugsfläche genutzt, um die letzte Lager-Auflagefläche zu überfräsen:
Dateianhang:
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6.JPG [ 142.22 KiB | 1276-mal betrachtet ]



Um da drinnen sinnvoll läppen zu können, habe ich mir ein Werkzeug gebastelt
Dateianhang:
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7.JPG [ 116.97 KiB | 1276-mal betrachtet ]


Das habe ich anstelle des Fräsers eingespannt und die Mutter, genauso wie beim Fräsen, darunter durchgedreht.

Die erhabenen Partien weggeläppt:
Dateianhang:
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8.JPG [ 101.08 KiB | 1276-mal betrachtet ]

Braucht ja nur so viel zu sein, als dass man auf der Fläche brauchbar messen kann.


Und weil das soo gut funktioniert hat, habe ich die gegenüblerliegende Fläche auch noch mal überarbeitet:
Dateianhang:
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9.JPG [ 133.25 KiB | 1276-mal betrachtet ]



Nach dem Läppen:
Dateianhang:
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10.JPG [ 109.76 KiB | 1276-mal betrachtet ]

Man sieht, dass ich in drei Zustellungen gefräst hatte :pfeif:

Ich habe danach alles nochmal mit der 5µ-Uhr auf Paralellität geprüft. Nachdem der Zeiger genau da bleibt, wo er bleiben soll, glaube ich dass da kein Fehler größer als 1µ ist.


Jetzt wo das sooo genau ist, gerate ich ja in Verlegenheit, die Fläche am Spindelstock auch noch mal zu vermessen. Mittlerweile weiß ich auch, wie man das sinnvoll und viel viel einfacher messen kann - auch mit der µ-Uhr :-)



Gruß
David


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 Betreff des Beitrags: Re: Ariston, Instandsetzung und Spindellager einschaben
BeitragVerfasst: Fr 5. Mai 2017, 05:25 
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Deine Berichte sind immer eine Freude zu lesen - Keine Spur von "Das braucht man als Hobbyist nicht" oder "Das geht nicht" :)

Wenn du dich nach einer neuen MühUhr umschaust: Mahr Millimess, die reagieren angenehm sensibel, aber nicht übernervös und haben eine Feinverstellung die tatsächlich funktioniert :D

Wie wirst du die Flucht Reitstock <-> Spindelstock messen? Auskreiseln mit einer Uhr geht ja nicht, da kommen nur Gurken raus.
Mr. King hat uns eine sehr einfache Methode gezeigt:
Rundmaterial im Backenfutter auf genau den gleichen Durchmesser drehen wie die Pinole im Reitstock, dann den Reitstock ranschieben und den Versatz zwischen dem Rund in der Spindel und der Reitstockpinole mit der Uhr messen.

Bitte weiter berichten!

gruß
Stefan

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 Betreff des Beitrags: Re: Ariston, Instandsetzung und Spindellager einschaben
BeitragVerfasst: Fr 5. Mai 2017, 14:12 
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Hallo David,
die Maschine wird!

Ehrlich gesagt, zu den Bearbeitungsschritten der Bilder 4, 5 und 6 hätte mir aber der Mut gefehlt.

Gruß,
Jochen


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 Betreff des Beitrags: Re: Ariston, Instandsetzung und Spindellager einschaben
BeitragVerfasst: Fr 5. Mai 2017, 17:52 
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Hallo,


stefangtwr hat geschrieben:
Keine Spur von "Das braucht man als Hobbyist nicht" oder "Das geht nicht"


Mein Ansprüche steigen - nachdem Du uns immer so schöne selbst gebaute Werkzeuge zeigst ;-)

Ich möchte einfach nur mehr akkurat arbeitende Maschinen rumstehen haben. Das Arbeiten damit soll Freude machen, und lästige Nacharbeiten sollen entfallen.

stefangtwr hat geschrieben:
Mahr Millimess, die reagieren angenehm sensibel, aber nicht übernervös und haben eine Feinverstellung die tatsächlich funktioniert


Einen Millimess wünsche ich mir schon lange, bin sogar am Überlegen ob ich mir den neu kaufe - aber bis ich mich dazu wirklich aufraffe, braucht es noch ein wenig. Bei meinem Keilpart Suhl kann ich immerhin das Ziffernblatt drehen, ohne die Messung zu stören, aber die Verstellung des Zeigers darf ich nicht mal schief anschauen. Ist hald auch schon ein gerauchtes Teil mit Sprung im Gehäuse :?

Ich war erst gestern in einem Ramschladen. Die hatten eine feinmechanische Werkstatt geräumt. Als ich deren Inserate gesehen habe, ist mir die Kinnlade runtergefallen. Leider war ich viel zu spät dran und die guten Sachen waren alle schon weg :heul: Die 4 Stück Millimess die sie noch hatten waren völlig im Eimer?

Ansonsten habe ich nur 8 Messuhren mitgenommen :unknown:
Käfer, Hahn&Kolb und Compac. Zwei der Compac haben zwar µ-Auflösung, aber die scheinen die selbe träge Mechanik zu haben wie die Hundersteluhren.

stefangtwr hat geschrieben:
Rundmaterial im Backenfutter auf genau den gleichen Durchmesser drehen wie die Pinole im Reitstock, dann den Reitstock ranschieben und den Versatz zwischen dem Rund in der Spindel und der Reitstockpinole mit der Uhr messen.


Das ist wohl die einzig wahre Methode. So werd ich das machen!


Stahlfussel hat geschrieben:
Ehrlich gesagt, zu den Bearbeitungsschritten der Bilder 4, 5 und 6 hätte mir aber der Mut gefehlt.


Ach, bei Grauguss geht das wie durch Butter. ;-) Mit einer Handkreissäge Bretter abzulängen ist sicher gefährlicher. Hab ja außerdem zwei Anschläge, und die Spantiefe waren wenige Hunderstel.

Hab aber auch schon mal menschlicher Schraubstock gespielt, und GG bei 2mm Zustellung ohne Anschalg unter einen Fräser geschoben. Von sowas würde sogar ich abraten - wenn man nicht sehr viel Erfahrung mit frei geführten Werkzeugen/Werkstücken hat, sollte man so grobe Aktionen bleiben lassen, und eher mal an kleinen Dingen üben. Ich bin froh, dass ich dafür jetzt eine Fräsmaschine hab, und sowas nicht mehr machen muss!


Gruß
David


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 Betreff des Beitrags: Re: Ariston, Instandsetzung und Spindellager einschaben
BeitragVerfasst: So 7. Mai 2017, 11:12 
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Hallo zusammen,


Um die Fläche am Spindelstock noch mal zu prüfen, habe ich mir einen Stützfinger gebastelt. Die Schraube hat eine Wälzlagerkugel im Kopf.
Dateianhang:
1.JPG
1.JPG [ 137.91 KiB | 1080-mal betrachtet ]


Das Teil hinten an die Spindel montiert, um sie an der Fläche abzustützen:
Dateianhang:
2.JPG
2.JPG [ 127.53 KiB | 1080-mal betrachtet ]


Und so kann ich Problemlos messen. Auch mit der µ-Uhr.
Dateianhang:
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3.JPG [ 110.26 KiB | 1080-mal betrachtet ]

Leider muss ich die Fläche noch etwas nacharbeiten.



Und noch ein Experiment. Stützlast ermitteln:
Dateianhang:
4.JPG
4.JPG [ 146.65 KiB | 1080-mal betrachtet ]

Das sind etwa 630g


Die Spindel dann eingebaut, und das vordere Lager bis über den Totpunkt angezogen. Die Spindel ließ sich also nicht mehr von Hand drehen.
Das hinter Lager liegt locker in der Bohrung - so, dass die Spindel nicht aufliegt. Die Messuhr oben genullt, und dann mit etwa 630g nach oben gedrückt:
Dateianhang:
5.JPG
5.JPG [ 146.05 KiB | 1080-mal betrachtet ]


Das Spindelende hat es dabei um 3µ nach oben gedrückt. Um +4µ zu erreichen, braucht es schon ~800g.

Nächster Schritt war dann, das hintere Lager anzuziehen - ebenfalls ganz bis Null, um zu sehen, wohin es die Spindel drückt, und dann die 3µ abziehen. Da ich weiß, dass die Lagerflächen an der Spindel einen geringen Fluchtungsfehler haben, habe ich die Messung wieder in 4 Drehpositionen gemacht.

Messergebnis:

1. = -4µ
2. = +2µ
3. = +1µ
4. = +2µ

In diesen Werten sind noch die 3µ enthaten, um welche die Spindel nach unten hängt. Ob die nun durch Kippeln oder Durchbiegung verurschat werden, sei mal dahingestellt. Ich denke es ist sinnvoll, diesen "Fehler" zu berücksichtigen. Die Messung mit den 630g habe ich -fast unnötigerweise, kann man sagen- in jeder Stellung wiederholt. Es waren immer +3µ.

Wenn ich das abziehe, erhalte ich -7, -1 und -2µ um welche die Spindel nach unten gedrückt wird. D.h. die hintere Lagerbohrung liegt etwas zu tief.

Die -7µ der ersten Messung halte ich mal für einen Messfehler, mir unbekannter Ursache. Ich habe die Messung auch kein zweites Mal wiederholt. Die übrigen Messergebnise reichen mir, um zu entscheiden, dass der Löffelschaber in seiner Kiste bleibt :-)


Gruß
David


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