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 Betreff des Beitrags: Mein Hobler HB/1, -das häßliche Entlein
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 13:14 
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Noch im alten Jahr hat eine neue Zerspanungsmaschine Einzug in meine eher bescheidene Werkstatt gehalten: Eine kleine Hobelmaschine HB/1 Baujahr 1952.
Der Hobel soll meine Mikrofräse unterstützen, deren Spann- und Bearbeitungsbereich doch arg gering ist.
Hier ein paar Bilder, noch vom Verkäufer.
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Die Maschine wurde vom Verkäufer vorgeführt. Stichelhaus sowie 2 unterschiedliche Stößel zum Nutenstoßen waren dabei, ebenso ein Konstrukt zum Aufspannen von Zahnrädern und dergleichen, vom Vorbesitzer selbst gebaut. der Maschinentisch macht einen guten Eindruck; nicht verhunzt. Ein Schraubstock war nicht dabei.
Verladen ließ sich die Maschine mit 3 Mann.
Das Maschinenunterteil war leider nicht mehr vorhanden, das fahrbare Untergestell ähnelt allerdings mehr einem Teewagen, das muß also neu gefertigt werden.
Der Hub läßt sich zwischen 2 Geschwindigkeiten mittel eines seitlichen Hebels umschalten, eine Leerlaufstellung gibt es ebenfalls. Nicht gerade üppig, aber evtl. reichen die beiden Geschwindigkeiten für meine Anwendungen. Falls nicht, einige FU habe ich ja zu liegen. Hobelstähle und Aufnahmen für Hobelstähle waren nicht dabei.
Die Konstruktion und Ausstattung ist spartanisch einfach, nicht mit Klopp, Gack, Gastl usw. vergleichbar. Das ist wohl der wirtschaftlichen Situation der DDR 7 Jahre nach dem Krieg geschuldet. Hier noch ein Foto vom Typenschild der Maschine und des Motors.
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Zu Hause angekommen habe ich die Maschine erstmal in einen Lagerraum gebracht.
Die eingehende Befundung am nächsten Tag hat mich für einige Augenblicke fassungslos gemacht: Die Kurbelschwinge fehlte komplett!
Statt dessen hat der Vorbesitzer die Schwinge durch eine starr 90° mit der Ramme verbundene Kurbelschiene (so möchte ich das mal nennen) ersetzt; aus dem Vollen gefräst. Den Maschinenpark hatte er dazu! Hier die Fotos:
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Das kann man so machen, es gibt jedoch 2 Probleme
1. Der Hub der Ramme wird wesentlich verringert
2. Die Verteilung der Kräfte auf die Ramme wird äußerst ungünstig
Die Kurbelschwinge muß ich also komplett neu fertigen, hier werde ich weitestgehend auf Normteile zurückgreifen
Bevor sie der Vorbesitzer wieder zum Leben erweckte war die Maschine vermutlich ein Ausstellungs-Exponat. Sie wurde zweifarbig überlackiert, die Kugelöler ebenso wie Klapperbox, Stichelhaus und Anderes.
Die Führungen sind meiner Meinung nach in Ordnung, das Schabebild ist zwar weg, aber nicht eingelaufen oder mit Riefen. Wieder ein Foto.
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Bei etwas wärmeren Temperaturen geht es mit der Maschine weiter, ich werde berichten!

Arnd


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 Betreff des Beitrags: Re: Mein Hobler HB/1, -das häßliche Entlein
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 13:41 
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Hallo Arnd.

Schöner kleiner Hobel. Gefällt mir sehr gut. Was der Vorbesitzer da gemacht hat :scheisse: :unknown: :wall: :steinigung: !!!

Die Gabel mit Kulissenstein soft dafür das die Drehbewegung in eine saubere Lineare kraft umgewandelt wird. Die Konstruktion des Vorbesitzers hat aber auch vertikalen Zug und Druck auf den Stoßkopf ausgeübt. Rappel mal kräftig am Stoßkopf in der Mitte und wenn er vorn und hinten steht in der vertikalen. Also versuchen den Stoßkopf nach oben zu heben.

Ich könnte wetten da klapperts. Ich wünsche Dir das es noch noch nicht lange in der Konfiguration gelaufen ist das Schätzchen und es nicht klappert.

Lieben Gruß,
Udo

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 Betreff des Beitrags: Re: Mein Hobler HB/1, -das häßliche Entlein
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 13:53 
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Hallo Arndt,

ähnliche Maschinen sind meines Erachtens bei einigen Hobby-Zerspanern im Einsatz. Ich hätte mir fast selbst mal so eine gekauft. Ich meine auch, in einem Youtube-Video mal so ein buntes Ding gesehen zu haben. Die Firma Hama hat mal ähnliche Maschinen hergestellt.
Das mit der fehlenden Schwinge ist natürlich blöd. Darauf sollte man als halbwegs anständiger Verkäufer doch hinweisen.

Die einfache Machart ist auch ein Vorteil: Was nicht dran ist, kann auch nicht kaputt gehen. Und ehe andere die 40 Liter Maschinenöl gewechselt haben, bist Du schon munter dabei, die Schwinge zu bauen. Ich nehme an, dass diese Maschinen früher für kleine Handwerksbetriebe gebaut wurden, und nicht für die industrielle Serienproduktion. Da sie wenig Platz brauchen, hat man sie stehen lassen, da sich immer eine Aufgabe dafür fand.

Die Schwinge kannst Du sicher gut aus Stahl zusammenbraten. Als Kulissenstein-Material eignet sich Rotguss, Grauguss und Pertinax gehen auch.

Viel Spaß mit der Neuerwerbung und gutes Gelingen bei der Reparatur.


Viele Grüße,

Bob


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 Betreff des Beitrags: Re: Mein Hobler HB/1, -das häßliche Entlein
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 14:12 
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Hallo Arnd,

eine gute Nachricht für dich, der Hobelstahlhalter liegt in der Platikbox das runde nach vorn konische Teil mit Schlitz. Da sollte dann noch ein dicke Scheibe drauf für den Schutz der Klapperbox Oberfläche.

viewtopic.php?f=4&t=26322&start=70 ziemlich unten

Gruß Mike


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 Betreff des Beitrags: Re: Mein Hobler HB/1, -das häßliche Entlein
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 15:56 
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astoba hat geschrieben:
der Hobelstahlhalter liegt in der Platikbox das runde nach vorn konische Teil mit Schlitz.

Ja Mike, ich weiß. Ich hatte das in meiner Beschreibung "Stichelhaus" genannt. Leider ist das Stichelhaus ausgeleiert; ich meine tonnenförmig (konvex) verformt, ca 0,5mm.
Da muß ich wohl eine Auftragsschweißung machen(lassen), Auftragsmaterial 1.4337, und überfräsen. Es passen 14mm Hobelstähle in das Stichelhaus. Der Ring fehlt natürlich, ist aber das kleinste Problem.
Das Größte ist die Schwinge. Ich habe mich hier im Forum in verschiedenen Beiträgen informiert wie sowas aussehen könnte.
Die Schwinge selbst werde ich aus C45 Flachstahl 40x8 herstellen und mit Vierkantstahl 40x40 verschrauben, M8x1.
Der Kulissenstein soll aus entstehen, es ginge aber auch CW307G oder CC493K. Als oberes Endstück der Schwinge nehme ich einen in Verbindung mit einem 18mm Kolbenbolzen von einem Jawa-Krad.
Am unteren Drehpunkt und Längenausgleich habe ich keine Reibpartner vorgesehen, da reicht sicher MoS2-Fett.

Arnd


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 Betreff des Beitrags: Re: Mein Hobler HB/1, -das häßliche Entlein
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 16:18 
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Hallo Arnd

ahh jetzt verstehe ich

"Hobelstähle und Aufnahmen für Hobelstähle waren nicht dabei."

bezog sich auf Spahrhalter ? und nicht en eigentlichen Meißelhalter.

Beim Rest gutes gelingen!

Gruß Mike


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 Betreff des Beitrags: Re: Mein Hobler HB/1, -das häßliche Entlein
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 18:03 
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:hi: ,
Schöne Maschine, das der Verkäufer den Mangel verschwiegen hat kann ich verstehen da hätte er für die Maschine maximal den Kilopreis bekommen, die feine Art war es aber nicht.......
Hoffe es nimmt dir nicht die Freude an der Maschine, habe selbst erst einen Klopp 250 gekauft und hatte auch keinerlei Ahnung von der Maschine, ich hätte mir auch den Kulissenstein anschauen sollen udgl.......man lernt dazu^^ passiert mir nicht noch ein mal.
Viel Spaß beim Wiederaufbau der Maschine :andiearbeit:
Grüße
Bob


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 Betreff des Beitrags: Re: Mein Hobler HB/1, -das häßliche Entlein
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 20:23 
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Claugsheister hat geschrieben:
Die Schwinge selbst werde ich aus C45 Flachstahl 40x8 herstellen und mit Vierkantstahl 40x40 verschrauben, M8x1.Arnd


Hast Du schon eine konkrete Idee, wie die Schwinge aussehen soll? Die 8mm klingen für mich recht flatterig. Ich hätte da entweder an ein T-Profil oder einen wirklich amtlichen Querschnitt gedacht, vielleicht 40x25 oder so. Bei Bedarf kann ich mal die Schwinge meiner 400 kg - Stoßmaschine grob vermessen. Von den Maßen aus könnte man dann runterdimensionieren.

Viele Grüße,

Bob


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 Betreff des Beitrags: Re: Mein Hobler HB/1, -das häßliche Entlein
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 21:55 
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Hallo Bob,
so soll das etwa aussehen, das Foto stammt von David >zebbel< hier im Forum Thread #25744
Dateianhang:
David-Zebbel.jpg
David-Zebbel.jpg [ 129.85 KiB | 2283-mal betrachtet ]

Aber ich bin für jede Idee offen... -sofern sie einfach zu realisieren ist

Arnd


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 Betreff des Beitrags: Re: Mein Hobler HB/1, -das häßliche Entlein
BeitragVerfasst: Di 10. Jan 2017, 22:12 
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Hallo Arndt

Kannst du mal grob die Arbeitswege und Abmessungen des Maschine nennen,
den Bildern nach scheint das eine sehr kleine Maschine zu sein.
Aber ist sie tatsächlich so platzsparend?

Gruß Jürgen


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