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 Betreff des Beitrags: Re: Restauration Boley 4L Drehbank
BeitragVerfasst: Mi 11. Jan 2017, 17:55 
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Oliver M hat geschrieben:
Ja, der Planschlitten war eine ganz schöne "Banane"
Das Unterteil ist ja kürzer, dadurch verschleißt das längere Oberteil hauptsächlich in der Mitte, da musste schon einiges runter.
Wenn man dann das Oberteil auf das Unterteil gelegt hat war an den Enden dann fast 1mm Luft.
Ich hatte das dann überfräst, mit dem Ergebnis, das die Spindel geklemmt hat.
Um den Planschlitten wieder in die Ursprüngliche Lage zu bekommen hab ich dann das Unterteil beschichtet.


1 mm - omg... Ich dachte schon, dass ich bei meinem mit 0,3x mm viel wegnehmen musste. Bei meinem Planschlitten hatte ich ein bisschen das Problem des seitlichen (horizontalen) Versatzes zur Spindel, da der Oberschlitten durch das Nachfräsen der linken Schwalbenschwanzseite (rechts ist eine Klemmleiste), etwas nach rechts gerutscht ist. Das Klemmen habe ich durch minimales erweitern der Löcher für die Befestigungsschrauben der Trapezgewindemuttern aber komplett wegbekommen.

V.G. Stefan

PS: die Oberflächen deiner lackierten Teile sehen echt sahnig aus :2up: Du könntest bestimmt auch KFZ lackieren.

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 Betreff des Beitrags: Re: Restauration Boley 4L Drehbank
BeitragVerfasst: Mi 11. Jan 2017, 18:05 
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FP91 hat geschrieben:
Darf ich fragen, wo du hast schleifen lassen und wie lang das Bett ist? Ich hatte mit Schütz in Berlin telefoniert, die haben abgelehnt "weil wir sowas nicht mehr machen" und durchsickern lassen, dass es in Berlin keinen mehr gibt der es machen würde. Im Pott gibts wohl noch einen Instandsetzer, das ist aber reichlich weit weg. Außerdem hatten sie mir jemanden in Aschaffenburg empfohlen, ist aber auch weit.


Ich habe kürzlich mit jemandem aus der Berliner Ecke gesprochen, der seine Weiler LZ 280 bei mir in der Nähe bei der Firma GEMAG - Gelenauer Maschinenbau AG schleifen lassen hat und da zufrieden war - bis dahin wusste ich nicht, dass die sowas überhaupt machen. Gelenau ist im Erzgebirge in der Nähe von Chemnitz. Ich weiß ja nicht, wie weit du es dort hin hättest. Falls du da anrufst, nicht über den Dialekt wundern, hehe :pfeif:

Ansonsten gäbe es in Chemnitz auch noch eine Firma, die sowas macht, den Namen könnte ich bei Bedarf nochmal recherchieren. Dort hatte ich wegen meiner Weiler angerufen, das Angebot lag aber über den Daumen bei ca. 1500 €, da wollte ich dann lieber das Schaben erlernen. Ich denke aber, dass das hier gezeigte Boley Bett gererell etwas günstiger wäre, da es einfacher geformt und kleiner als bei meiner Weiler LZ280 ist.

V.G. Stefan

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 Betreff des Beitrags: Re: Restauration Boley 4L Drehbank
BeitragVerfasst: Mi 11. Jan 2017, 18:28 
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Alpini hat geschrieben:
FP91 hat geschrieben:
Darf ich fragen, wo du hast schleifen lassen und wie lang das Bett ist? Ich hatte mit Schütz in Berlin telefoniert, die haben abgelehnt "weil wir sowas nicht mehr machen" und durchsickern lassen, dass es in Berlin keinen mehr gibt der es machen würde. Im Pott gibts wohl noch einen Instandsetzer, das ist aber reichlich weit weg. Außerdem hatten sie mir jemanden in Aschaffenburg empfohlen, ist aber auch weit.


Ich habe kürzlich mit jemandem aus der Berliner Ecke gesprochen, der seine Weiler LZ 280 bei mir in der Nähe bei der Firma GEMAG - Gelenauer Maschinenbau AG schleifen lassen hat und da zufrieden war - bis dahin wusste ich nicht, dass die sowas überhaupt machen. Gelenau ist im Erzgebirge in der Nähe von Chemnitz. Ich weiß ja nicht, wie weit du es dort hin hättest. Falls du da anrufst, nicht über den Dialekt wundern, hehe :pfeif:

Ansonsten gäbe es in Chemnitz auch noch eine Firma, die sowas macht, den Namen könnte ich bei Bedarf nochmal recherchieren. Dort hatte ich wegen meiner Weiler angerufen, das Angebot lag aber über den Daumen bei ca. 1500 €, da wollte ich dann lieber das Schaben erlernen. Ich denke aber, dass das hier gezeigte Boley Bett gererell etwas günstiger wäre, da es einfacher geformt und kleiner als bei meiner Weiler LZ280 ist.

V.G. Stefan


Hi Stefan,

ja - Chemnitz ist ein toller Standort. Dort ist noch erstaunlich viel Industrie. Den Dialekt werde ich überleben, mein Mädel kommt aus der Ecke - sonst muss sie halt dolmetschen :-D Schaben kommt bei mir nicht mehr in Frage, rechnerisch hängt das Bett über 5/10 durch.

Wäre schön wenn du mal schaust, Danke dir und Lieben Gruß, Flo


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 Betreff des Beitrags: Re: Restauration Boley 4L Drehbank
BeitragVerfasst: Mi 11. Jan 2017, 18:43 
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Hallo Florian,

gegenüber der Zeit vor dem Fall der Mauer ist nicht mehr viel Maschinenbau hier übrig. In den letzten Jahren ist aber auch einiges neu entstanden bzw. sind aus kleinen Keimen von kurz nach der Wende oder geringen Überbleibseln von alten VEB's wieder namhafte Unternehmen geworden. Ich denke Chemnitz&Umgebung ist mittlerweile mit Abstand wieder DER Maschinenbaustandort im Osten.

Die 2. Firma habe ich auch wiedergefunden, es ist die Vario Fertigungstechnik GmbH (http://www.vario-ft.de/), wo ich damals angerufen hatte. Am besten mit einer Skizze vom Bettprofil + zu schleifender Länge und wieviel mindestens runtergeschliffen werden muss schriftlich anfragen, dann bekommst du am schnellsten ein aussagekräftiges Angebot. Schnäppchen werden es vermutlich bei beiden Firmen nicht sein, die Aufträge aus der Industrie sind da einfach zu lukrativ, weshalb man auf den privaten Kleinauftrag nicht so sehr angewiesen sein wird.

V.G. Stefan

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 Betreff des Beitrags: Re: Restauration Boley 4L Drehbank
BeitragVerfasst: Mi 11. Jan 2017, 21:50 
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Jaja, die ganzen Firmen die Führungsbahnschleifen können geben sich nicht viel vom Preis.
Für ein Drehmaschinenbett kann man wohl immer 1200-1500€ rechnen, dabei ist es relativ egal wie groß das ist.
Der Einrichtaufwand ist immer relativ gleich.
Das Video kennen sicher die meisten: https://www.youtube.com/watch?v=9cdHRCApWaU
Geringfügig günstiger wird es höchstens bei einfachen Betten wie das der Weiler 220 da gibts nur eine Fläche und ein Prisma plus Untergriff.

Vor dem Lackieren hat der Bettschlitten noch Ölnuten bekommen.
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Noch mit der BF30 die inzwischen verkauft ist.
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20140402_201618.jpg [ 140.51 KiB | 1223-mal betrachtet ]

Fräser war ein 3mm VHM Radiusfräser.
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20140402_200416.jpg [ 69.71 KiB | 1223-mal betrachtet ]


Über die Form hatten wir in der CNC-Ecke diskutiert, in einem Maschinenbau-Fachbuch waren die einzelnen Formen beschrieben.
Diese hier baut recht gut Öldruck beim verfahren auf.
H-Förmig angebrachte sind wohl etwas schlechter.

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 Betreff des Beitrags: Re: Restauration Boley 4L Drehbank
BeitragVerfasst: Mi 11. Jan 2017, 22:51 
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Die Leitspindel versteckt sich bei dieser Maschine unter dem Bett.
Boley versprach Vorteile dadurch, schutz vor Verschmutzung sowie Antrieb im Widerstandsmittelpunkt des Bettschlittens.
Die Lagerung bilden 2 Gleitlager (Stahl/Guß) mit überraschend kleinem Verschleiß.
Hier die Spindelstockseitige Lagerung:
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IMG_0147.jpg [ 145.64 KiB | 1203-mal betrachtet ]

Und auf der Reitstockseite:
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Das die Schlossmutter etwas ungewöhnlich angeordnet ist versteht sich dann von selbst.
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Man sieht hier gut die Ölzufuhr zur Schlossmutter, den Trichter mit dem Röhrchen, den ich in der Hand halte ist auf der Bettrückseite montiert.
Der Bettschlitten muß dazu in die rechte endstellung gefahren werden, ein kleines Schild weist darauf hin.
Eingestellt wird die Schlossmutter durch die Welle mit Nut in der Mitte.
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IMG_0115.JPG [ 144.13 KiB | 1203-mal betrachtet ]

Die Hülse zwischen der Welle mit der Kurvenscheibe, die die Mutter betätigt, und der Klemmfaust trägt den Rastnocken.
Durch einrasten und anschließendes öffnen der Klemmfaust lässt sich mit einem abgewinkelten Blech als Schraubendreher die Mutter spielfrei einstellen.
Hier die Rastmechanik:
Dateianhang:
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Dateianhang:
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IMG_0112.JPG [ 144.65 KiB | 1203-mal betrachtet ]


Nachdem das komplett war bekam der Schlitten wieder eine Kugelkurbel montert, die war irgendwann mal durch ein hässlichen Handrad erstzt worden.
Leider hatte Mädler die benötigte Größe nicht mit passender Bohrung und ich hab eine Buchse eingesetzt.
Kreative Aufspannung des Tages :-D
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_DSC0520.jpg [ 224.5 KiB | 1203-mal betrachtet ]


Vorher hab ich noch die Zahnstange für die Bettschlitten-Verstellung geputzt, entgratet und Montiert.
Dabei ist mir die Überflüssige Bohrung mit Inhalt aufgefallen...
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_DSC0511.jpg [ 239.03 KiB | 1199-mal betrachtet ]

Sag nochmal wer was über die Chinesen :pfeif:

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 Betreff des Beitrags: Re: Restauration Boley 4L Drehbank
BeitragVerfasst: Mi 11. Jan 2017, 23:16 
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Danke übrigens für das Kompliment :-) an KFZ Lackierungen würde ich mich jedoch ungern versuchen.
Ich hab dabei jedenfalls eines gelernt, Lack verdeckt keine Fehler, ganz im Gegenteil.
Der letzte Füllerauftrag und schliff entscheidet darüber wie es später aussieht !
Beim Reinigen mit Silikonentferner vor dem Lackieren muss man sich fragen, ob einem das so gut genug ist :-)

Zum gern verwendeten Spruch, so sah die ja ab Werk nicht aus, man täuscht sich da gerne.
Die meisten Hersteller haben extrem großen Wert darauf gelegt, schaut euch die 5LZ im Originallack bei Tony an.
Die 4L kostete in den 50ern ohne jegliches Zubehör 4000,-DM (VW Käfer: 3750,-)
Den Verdienst des Herren der im Weißen Kittel (Siehe Prospekt) davorstand könnt ihr jetzt selbst Googeln :-D

Gruß Oliver

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 Betreff des Beitrags: Re: Restauration Boley 4L Drehbank
BeitragVerfasst: Do 12. Jan 2017, 19:55 
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Hier noch 2 Detailbilder der Leitspindellagerung:
Dateianhang:
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Lsp1.jpg [ 99.78 KiB | 1148-mal betrachtet ]

Dateianhang:
Lsp2.jpg
Lsp2.jpg [ 99.67 KiB | 1148-mal betrachtet ]



Nach diversen erfolglosen Versuchen einen Flachriemen zum selbst verkleben zu finden, hab ich schließlich
bei Tony Griffith (Lathes.co.uk) bestellt.
Fertig ausgeschärft incl. Klebstoff und Anleitung.
Dateianhang:
DSC00434.jpg
DSC00434.jpg [ 335.07 KiB | 1148-mal betrachtet ]

Heizpresse hab ich etwas improvisiert und die Heißluftpistole mit einem Temperaturfühler fürs Multimeter benutzt.
Dateianhang:
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IMG_02231.jpg [ 234.61 KiB | 1148-mal betrachtet ]


Hat soweit gut Funktioniert, einem provisorischen Probelauf der Spindel stand auch nichts mehr im Weg.
Leider hab ich dabei festgestellt, das ab einer gewissen drehzahl ein deutliches Gerumpel zu hören ist.
Nach ausschluß diverser Einflüsse blieb eigentlich nur die Lagerung der Riemenscheibe auf der Spindel :-(
Also nochmal alles zerlegen und nachsehen.
Dateianhang:
Boley4L Spindelstock.jpg
Boley4L Spindelstock.jpg [ 147.56 KiB | 1146-mal betrachtet ]

Die beiden Nadellager hatte ich im Verdacht...

Edit: Besseres Bild eingefügt

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 Betreff des Beitrags: Re: Restauration Boley 4L Drehbank
BeitragVerfasst: Fr 13. Jan 2017, 00:19 
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Und genau so war es auch.
Eigentlich war es sogar noch schlimmer.

Das ist die Lauffläche der Nadelkränze, eine Hülse in der Riemenscheibe, außen und an den Lagersitzen geschliffen.
Dateianhang:
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_DSC00367.jpg [ 135.43 KiB | 1099-mal betrachtet ]

Es gibt also keinen Innenring, das ist die Spindel und der Außenring ist die Hülse.
Da hab ich mal das Innenmeßgerät reingehalten. :cry:
2 Messungen um 90° versetzt
Dateianhang:
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_DSC00377.jpg [ 138.38 KiB | 1099-mal betrachtet ]

Dateianhang:
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Außen schaut es so aus:
Dateianhang:
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_DSC00395.jpg [ 139.59 KiB | 1099-mal betrachtet ]

Seltsamerweise nicht ganz so schlimm.
Zuerst hab ich gedacht die Maschine hatte mal einen Crash konnte man aber eher ausschließen, die Spindel hatte ich überprüft die hat keinen Schlag.

Jedenfalls kam das Gerumpel des Vorgeleges wohl daher.
An der Spindel sah man zwar wo die Lager gelaufen sind, aber es ist kein Verschleiß messbar.
Die Nadeln verschleißen eigentlich auch eher nicht.

Jetzt stellt sich die Frage wie man das wieder hinbekommt, Neue Hülse, gehärtet und Geschliffen, dafür kann ich mir warscheinlich ne neue Chinadrehbank kaufen.
Nächste Idee, Läppdorn, 2-3 1/100mm sollten damit ja machbar sein,und wieder Rund müsste es ja werden.
Nadeln mit 2/100 Übermaß kann ich bestellen.
Bei ausgeschaltetem Vorgelege dreht die Riemenscheibe ja nicht auf der Spindel,und sollte da recht spielfrei sitzen.
Von Außen vorsichtig mit der Presse drücken und richten ?

Zuerst einmal bei meinem KFZ-Schrauber die Hülse ausgepresst.
Und nochmal gemessen, und zwar die Wandstärke der Hülse am Lagersitz.
Die differiert um etwa 2,5 1/100mm von dickster zu dünnster Stelle, das heißt die Bohrung hat schlechte Form und Lagetoleranz.
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Das muss also schon von Anfang an gewesen sein.
Das heißt mit der Presse die Form hindrücken ist eher schlecht, dann passt es außen nicht mehr.

Ich bin mir inzwischen relativ sicher, das die Maschine ein Kriegs oder Nachkriegsbaujahr ist, das unter welchen Umständen auch immer
gebaut wurde, und da stand dann eben kein Facharbeiter mehr an der Rundschleifmaschine.

Ich hab dann ein paar Firmen abtelefoniert und bin schließlich in Hattersheim fündig geworden.
Dort hat mir ein sehr netter und kompetenter Mitarbeiter das Teil auf der Hauser Koordinatenschleifmaschine nachgeschliffen.
Er meinte, das geht besser wie auf der Rundschleifmaschine.
Gespannt im Schraubstock, der war aber nur ganz leicht angelegt um die Hülse nicht zu verformen.
Der rest hat ein spezieller glasharter Klebstoff gehalten :-)
Ganz billig wars nicht (aber sein Geld allemal wert), und das Projekt jetzt aufgeben ? Auf keinen Fall 8-)

Die Lagersitze sind jetzt 1 1/10 mm größer, ziemlich genau 48,100mm
Er hat zuerst versucht auf 48,040 zu schleifen, aber da gab es noch einige Ecken an denen kein Abtrag zu sehen war.
Zusammen mit den Bestellten Nadeln von Peters-Bearing mit 5,050mm und dem Spindeldurchmesser von 37,990mm hab ich ein Hundertstel Lagerluft, das halte ich für angebracht, da die Spindel sich ja im Betrieb erwärmt.
Die Riemenscheibe mit ihrer größeren Masse aber nur sehr langsam.

Nächstes Problem waren die Nadelkränze, die kein Normteil sind, hier schon wieder montiert.
Dateianhang:
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_DSC01041.jpg [ 137.36 KiB | 1099-mal betrachtet ]

Das heißt ich musste die Käfige öffnen oder neu anfertigen.
Da kam dann die Laubsäge zum Einsatz.
Dateianhang:
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Lager2.jpg [ 139.86 KiB | 1099-mal betrachtet ]

Dann mit geeigneter Unterlage die Verbindungsstifte entfernt.
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Dateianhang:
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_DSC0041.JPG [ 208.39 KiB | 1099-mal betrachtet ]

Bei einem Freund hab ich mir neue Verbindungsstifte gedreht und die Käfige mit den Übermaßnadeln wieder montiert.
Bis jetzt bin ich mit dieser Lösung auch einwandfei zufrieden, ich hab jetzt wohl die 4L mit dem laufruhigsten Vorgelege überhaupt :-)

Ich hoffe bis jetzt ist es Interessant.
Gruß Oliver

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 Betreff des Beitrags: Re: Restauration Boley 4L Drehbank
BeitragVerfasst: Fr 13. Jan 2017, 22:07 
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Da die Spindel bei Rundlaufmessung ein seltsames Verhalten an den Tag gelegt hat, im Rückwärtslauf der Rundlauf jedoch fast perfekt war hab ich mich dann doch dazu entschieden das Lager neu einzuschaben.
Warm wurde die Spindel auch bei Höchstdrehzahl auch kein Bisschen.

So richtig ließ sich das Tragbild damals nämlich nicht ermitteln, der Ein und Ausbau mit montierten Wälzlagern ist schwierig.
Deswegen hab ich erstmal bei einem Freund (der mit der Weiler) einen Lagerdummy gedreht:
Bild davon gibts keins, im Prinzip ein Stück Aluminium mit Innen und Außendurchmesser des NU207 Rollenlagers.

Die Stahleinlage im vorderen Lager hab ich bei einer Firma in der Nähe 6 1/100mm dünner schleifen lassen.
Dadurch klemmt die Spindel leicht.
Dann 2 1/100mm Hasbergfolie beigelegt und die mit Tuschierfarbe eingefärbte Spindel eingeschoben und das Lager mit der inneren Mutter angezogen.
Dann ein paar mal gedreht und die Mutter wieder gelockert.
Nach ein Paar durchgängen fängt es an gleichmäßig Tragpunkte zu zeigen.
Anfangs war auf der Oberseite richtung Öler kein Tragbild zu sehen, man sagt ja auch immer das die Lager irgendwann zum Ei werden.
Die Stellen an denen das Lager außen geschlitzt ist hab ich etwas tiefer geschabt, so wie das Nick Müller mal in einem Video gezeigt hat, dadurch hat man dann ein Mehrflächenlager.
Dateianhang:
Boley Spindelager.jpg
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Er hatte auch mal die Vermutung geäußert das Boley die Lager vermutlich in etwas zu großem Durchmesser gebohrt hat und durch das Zusammenziehen des geschlitzten Lagers entsteht die minimal sechseckige Form.
Laut Prospekt sind die Lager "Diamantgebohrt", ich vermute mal auf einer DW4 aus eigenem Haus, also nicht geschabt.
Nach Betriebsanleitung ist ein Nachschaben nur bei größerer Nachstellung notwendig.
Von der Stahleinlage hab ich dann nochmal 2/100mm abschleifen lassen und das endgültige Spiel (ca 2/100 radial) mit 2 Streifen Folie eingestellt.

Das Thema Schaber ist dabei auch sehr wichtig, ich hab mal großzügig beim Werkzeughändler ins Regal gegriffen, die kosten ja keine Unsummen (6-12€)
Dateianhang:
Schaber.jpg
Schaber.jpg [ 231.56 KiB | 1049-mal betrachtet ]

Der Oberste ist ein "Erbstück" nachdem ich ihn etwas nachgehärtet hatte funktioniert der zusammen mit dem darunter für meinen Geschmack am Besten.

Auch wenn ich davor gehörigen Respekt hatte, es ist machbar.
Wenn es eine Vorkriegsmaschine ist bei der das Öl schneller aus den Lagern läuft wie man nachfüllen kann ist es natürlich nicht wie hier mit gut 10 Durchgängen getan.
Dafür macht man es aber bestimmt nicht so schnell schlechter als es schon ist. Also, traut euch :-)

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