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 Betreff des Beitrags: Teilscheibe, Hochgenau(?)
BeitragVerfasst: Do 11. Jan 2018, 12:55 
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Ich zerbrech mir im Moment nebenher noch den Kopf wie man an eine hochgenaue Teilscheibe als Winkelreferenz kommt wenn man nix hat ;)

Mein erster Gedanke war Koordinatenbohren, bei einem Teilkreisdurchmesser von 80mm oder so reichen aber schon 1/100mm Positionsabweichung um die Genauigkeit unter 30Winkelsekunden fallen zu lassen.

Das ist schon nicht so übel, aber was ist wenn man komisch ist und es gerne noch genauer hätte? Erstmal ins Buch "Foundations of Mechanical Accuracy" gucken ;)

Da ist ein "ball type indexer" gezeigt, der auf einer Rastung von Kugellagerkugeln gegeneinander basiert.

Ich hab mal was im Cad gemalt - Zwei Scheiben mit einer Ringnut in die genau 72 4mm Kugeln passen. Hat man genau das gleiche Teil nochmal und man setzt sie aufeinander, bekommt man eine hoffentlich recht genaue Möglichkeit in 5° Schritten zu teilen.

Hier eine der Scheiben mit der Kugelgefüllten Ringnut:
Dateianhang:
teil1.jpg
teil1.jpg [ 29.41 KiB | 1815-mal betrachtet ]


Mit einer zweiten Scheibe aufgesetzt, die Kugeln gegeneinander liegend:
Dateianhang:
teil2.jpg
teil2.jpg [ 14.1 KiB | 1815-mal betrachtet ]


- Die Kugeln müssen natürlich fest in der Nut sitzen, ich dachte man könnte die z.b. vergießen.
- In meiner Konzeptzeichnung fehlt ausserdem die Zentrierung der zwei Scheiben zueinander, das wäre ein möglichst dicker durchgehender Bolzen.
- Ich würde die Nuten so tief arbeiten das die zwei Scheiben beim aufeinanderliegen nur wenige 1/100mm Spalt haben und dann mit einer Zentralen Schraube auf Block zusammengezogen werden können, elastische Vorspannung über die Flächenpressung/Hertzsche Pressung der Kugeln (Das löst auch das Problem der hoffnungslosen Überbestimmung)

Moore schreibt, das man bei diesem Teilprinzip davon ausgehen kann, das sich etwaige Fehler gegenseitig etwas ausgleichen und egalisieren und gibt irgendwie 1 Winkelsekunde bei korrekter Auslegung an - Indexer mit Stirnverzahnung können 1/4 Winkelsekunde erreichen.

Kaufen kann man sowas, z.b. von Moore:
http://mooretool.com/rotary_tables.html

Der "1440 precision index", das Ding hat eine Art Hirthverzahnung eingeschliffen, der 1440 Teilungen ermöglicht.

Oder den Ultradex:
http://www.agdavis.com/a_rotary_tables.htm

gruß
Stefan

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 Betreff des Beitrags: Re: Teilscheibe, Hochgenau(?)
BeitragVerfasst: Do 11. Jan 2018, 13:00 
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Könnte man nicht von einer 3 4 5 Methode ausgehen, die einnen präzisen rechten winkel liefert und dann immer die hälfte teilen?

vg

Alexander

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 Betreff des Beitrags: Re: Teilscheibe, Hochgenau(?)
BeitragVerfasst: Do 11. Jan 2018, 13:06 
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Das ist doch das Prinzip der Hofmann Teilapparate. Anders ausgedrückt, abgewandeltes Cyclogetriebe.
Ich hätte vielleicht was, einen Teilapparat von ner Erodiermaschine, allerdings hat der bloss ein Kegelradgetriebe,
leider oder Gottseidank kein Schneckengetriebe. Das Teil hat nen Nonius von ner Viertelstunde oder so .


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 Betreff des Beitrags: Re: Teilscheibe, Hochgenau(?)
BeitragVerfasst: Do 11. Jan 2018, 13:09 
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Kann man nicht eine "grobe" Teilscheibe per Koordinaten bohren (per CNC bohren lassen) und dann auf den Teilapparat spannen um eine "feine" Teilscheibe zu bohren?

Hans

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Bauberichte Thread #12691

Bevor ihr euch ärgert über meine Beiträge - freut euch lieber über die vielen die ich nicht geschrieben habe!


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 Betreff des Beitrags: Re: Teilscheibe, Hochgenau(?)
BeitragVerfasst: Do 11. Jan 2018, 13:29 
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Stefan,

wenn du nicht zwei Kugelschichten, sondern drei nimmst,wobei die obere und untere Schicht eine unterschiedliche Kugelanzahl (und natürlich Durchmesser) haben, bekommst du noch eine wesentlich feinere Teilung hin (je nachdem, ob die mittlere Kugelschicht "oben" oder "unten" einrastet). Das wäre dann das Prinzip der Hofmann-Teilapparate (Nur, dass die für die obere und untere Teilung einen Zahnkranz statt Kugeln haben und nur als "Rastung" in der Mitte Kugeln).

https://www.google.se/patents/EP0422263 ... 8Q6AEIOTAC

Tobias

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 Betreff des Beitrags: Re: Teilscheibe, Hochgenau(?)
BeitragVerfasst: Do 11. Jan 2018, 13:33 
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Hallo Stefan, wäre ein Sinuswinkel mit Endmassen, nicht genau genug zum Winkel messen? Freundliche Grüsse Andi


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 Betreff des Beitrags: Re: Teilscheibe, Hochgenau(?)
BeitragVerfasst: Do 11. Jan 2018, 13:45 
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tofro hat geschrieben:
wenn du nicht zwei Kugelschichten, sondern drei nimmst,wobei die obere und untere Schicht eine unterschiedliche Kugelanzahl (und natürlich Durchmesser) haben, bekommst du noch eine wesentlich feinere Teilung hin (je nachdem, ob die mittlere Kugelschicht "oben" oder "unten" einrastet).

Hm... ist das dann nicht einfach eine andere Umsetzung eines HarmonicDrive-Getriebes?

Andreas


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 Betreff des Beitrags: Re: Teilscheibe, Hochgenau(?)
BeitragVerfasst: Do 11. Jan 2018, 13:55 
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groovingandi hat geschrieben:
tofro hat geschrieben:
wenn du nicht zwei Kugelschichten, sondern drei nimmst,wobei die obere und untere Schicht eine unterschiedliche Kugelanzahl (und natürlich Durchmesser) haben, bekommst du noch eine wesentlich feinere Teilung hin (je nachdem, ob die mittlere Kugelschicht "oben" oder "unten" einrastet).

Hm... ist das dann nicht einfach eine andere Umsetzung eines HarmonicDrive-Getriebes?

Andreas

Die Pizza würde möglicherweise ähnlich aussehen, ja. Aber eine Rastung ist ja kein Getriebe. Da soll sich ja grade nix drehen.

Tobias

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 Betreff des Beitrags: Re: Teilscheibe, Hochgenau(?)
BeitragVerfasst: Do 11. Jan 2018, 13:59 
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Zitat:
Könnte man nicht von einer 3 4 5 Methode ausgehen, die einnen präzisen rechten winkel liefert und dann immer die hälfte teilen?


Du meinst ein Dreieck mit rechtem Winkel schleifen und über die Kantenlängen messen? Das ist halt in der Praxis extrem schwierig, weil eine Scharfe Kante ziemlich Kurzlebig ist ;)

Die praktische Anwendung davon wäre ja eigentlich das Sinuslineal.

Zitat:
Hallo Stefan, wäre ein Sinuswinkel mit Endmassen, nicht genau genug zum Winkel messen? Freundliche


War mein erster Gedanke, aber das Sinuslineal verliert sich halt so ab 30...45° Winkel in der Genauigkeit. Dann müsste man nachsetzen und die Fehler würden sich aufaddieren, mein Bauchgefühl sagt mir dass das, wenn man eine volle 360° Teilscheibe machen will, nicht so toll wird.

Zitat:
Das ist doch das Prinzip der Hofmann Teilapparate.

Zitat:
s wäre dann das Prinzip der Hofmann-Teilapparate (Nur, dass die für die obere und untere Teilung einen Zahnkranz statt Kugeln haben und nur als "Rastung" in der Mitte Kugeln).


Ah! Interessant, die kannte ich nicht, danke.


Beliebig feine Teilung wäre nichtmal unbedingt das erste Ziel, ich wäre erstmal mit einer Methode zufrieden die eine Teilscheibe mit 36/72/144 Teilungen in hoher Genauigkeit ausspuckt.

Wenn man in einem der zwei Teile zwei Kugelreihen nebeneinander hätte wär der ganze Kram sogar selbstzentrierend, aber ich vermute dass das dann ein Einpasshorror wird.

Umso mehr Kugeln man da reinwirft umso mehr wirken sich ja auch die Toleranzen der Kugeln aus..

Kreisteilungen sind doof ;)

Zitat:
Kann man nicht eine "grobe" Teilscheibe per Koordinaten bohren (per CNC bohren lassen) und dann auf den Teilapparat spannen um eine "feine" Teilscheibe zu bohren?


Hmm, gute Frage wie sich da der Fehler vom Rundtisch auswirkt. Mein Vertex hat je nach Stellung und wie weit man kurbelt gerne mal 1-2Winkelminuten Fehler ;)

gruß
Stefan

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 Betreff des Beitrags: Re: Teilscheibe, Hochgenau(?)
BeitragVerfasst: Do 11. Jan 2018, 14:17 
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Wie wärs denn mit nem Nonius wie bei ner Schieblehre nur rundum aufgetragen. Auf der Scheibe eben 360° und aufm Nonius die Viertelstunden oder genauer.
Ginge auch elektrisch, nen Encoder und ein Anzeigekasterl. Mit nem Zahnriemengetriebe ists auch kein Problem die üblichen 400, 500 oder 1000er Encoder auf 360° umzuwandeln. lediglich hast dann den Nuller erst nach meinetwegen 9 Umdrehungen wieder.


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