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 Betreff des Beitrags: Reparatur eines Projektors Paximat Multimag 250 S-AF
BeitragVerfasst: Mo 25. Jan 2016, 18:45 
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Hallo!

Nach fast 7 monatiger Zwangspause wegen 60 % Ablösung der Netzhaut im linken Auge und 2 Op's im und am Auge kann ich mich nun endlich mal wieder in der Zerspanungsbude mit einer Bastelei zurück melden.

Nachdem es anfänglich gar nicht gut um mein Auge bestellt war, haben die Chirurgen in der Augenklinik in BI die Netzhaut wieder richten und verschweißen können (mehrere Hundert Laserpunkte waren dazu nötig). Zum Glück hat sich die Geschichte dann überraschender Weise so gut entwickelt, daß die Sehkraft auf dem Auge inzwischen nahezu vollständig wieder hergestellt ist. Mit leichten Verzerrungen (gerade Linien sehen mit dem linken Auge leicht wellig aus) muß und kann ich leben. Einen Großteil der Bildfehler rechnet zum Glück die leistungsfähige "Grafikkarte" im Kopf heraus. Im Gesichtsfeld sind glücklicherweise keine Einschränkungen geblieben. Das ist alles nicht selbstverständlich nach so einer Sache!

So, nun aber zur Bastelei, die nur ganz am Rande auch etwas mit Zerspanung zu tun hat. Mein Cousin hatte mich schon vor einiger Zeit gebeten, seinen Diaprojektor (Braun Paximat Multimag 250 S-AF) mal unter die Lupe zu nehmen, weil der nicht mehr transportierte. Wegen der geschilderten Probleme wurde das erst jetzt was. Ich selbst besitze zwar auch einen Projektor (andere Marke), habe den aber schon lange nicht mehr benutzt, da ich nahezu alle Dias (über 16000) vor Jahren digitalisiert habe. Das war zwar eine zeitaufwändige Sache, hat sich meiner Meinung nach aber gelohnt, denn nun lassen sich am PC oder Fernseher die Bilder schnell aufrufen.

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01 Braun Paximat Multimag 250 S-AF.JPG
01 Braun Paximat Multimag 250 S-AF.JPG [ 120.51 KiB | 3917-mal betrachtet ]

Das ist der defekte Braun Paximat-Projektor, ein eigentlich hochwertiges Gerät. Leider hatte er inzwischen mehr Macken, als ich zuerst vermutet hatte.

Weil ich keine Beschreibung und Reparaturanleitung hatte, mußte ich natürlich zuerst mal suchen, welche Schrauben zur Gehäusebefestigung dienten. Das war recht schnell erledigt. Von unten war der Hauptteil des Gehäuses mit 2 Schrauben befestigt (Inbus). Eine Weitere befand sich unter der Abdeckung des Lampenschachtes. Als einzige Schraube im ganzen Projektor war dafür zum Lösen ein spezielles Bit nötig (Kreuzschlitz mit 3 Flügeln). Die Schraube habe ich anschließend durch eine normale Kreuzschlitzschraube ersetzt.

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02 Projektor von unten.jpg
02 Projektor von unten.jpg [ 123.04 KiB | 3917-mal betrachtet ]

Projektor von unten. Alle Befestigungsschrauben der unterschiedliche Baugruppen sind farblich markiert. Gelb = Gehäuseabdeckung, Rot = Magazinführung, Grün = Magazinschachtabdeckung

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03 Geöffneter Projektor von Seite.jpg [ 157.44 KiB | 3917-mal betrachtet ]

Seitenansicht. Auch hier sind zwei Schrauben zu lösen, wenn der Magazinschacht abgebaut werden muß. Oben die Schraube am Lampengehäuse.

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04 Geöffneter Projektor von oben.JPG [ 151.5 KiB | 3917-mal betrachtet ]

Geöffneter Projektor von oben.

Schnell fand ich heraus, daß etwas an dem Getriebe nicht stimmte, daß den Transport der Bilder steuert. Zum Einen war der Treibriemen abgesprungen, das war schnell behoben. Beim nächsten Fehler ging es nicht ganz so schnell! Ein Draht (Schubstange), der in einer Nut eines Zahnrades läuft, blieb nach Ende eines Transport-Durchgangs an der falschen Stelle stehen. Somit konnte beim Anziehen eines Elektromagneten nicht der nächste Transport ausgelöst werden. Der erfordert nämlich, daß das Zahnrad um einen Zahn von der Schubstange weiter gedreht wird, da dann erst das Schneckenrad des Antriebs zum Eingriff kommt. Das Zahnrad hat nämlich eine Zahnlücke.

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05 Getriebe für Diatransport.jpg [ 100.86 KiB | 3917-mal betrachtet ]

Getriebe für den Diatransport im eingebautem Zustand

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06 Ausgebautes Getriebe in Transportstellung.jpg
06 Ausgebautes Getriebe in Transportstellung.jpg [ 149.3 KiB | 3917-mal betrachtet ]

Weil das Getriebe nur eingerastet ist, ließ es sich leicht ausbauen.

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07 Schubstange in Endstellung zu hoch.jpg
07 Schubstange in Endstellung zu hoch.jpg [ 141.83 KiB | 3917-mal betrachtet ]

Die falsche Position der Schubstange nach Ende des Transportes. Es ist leicht ersichtlich, daß so keine Drehung des Zahnrades möglich ist, wenn der Elekromagnet den Draht nach rechts bewegt.


Da die Schubstange nicht verbogen war, mußte der Fehler woanders liegen. Schnell fiel mir auf, daß das Ende des Drahtes am Magneten in falscher Position eingehängt war. Der scheint irgendwann bei einer Blockade übergesprungen zu sein und somit stimmte die Stellung zum Zahnrad natürlich nicht mehr. Das ließ sich ja leicht ändern und schon paßte alles wieder!

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08 Magnet und Schubstange in beiden Stellungen.jpg
08 Magnet und Schubstange in beiden Stellungen.jpg [ 273.76 KiB | 3917-mal betrachtet ]

Elekromagnet in Ruhestellung (links) und beim Vorschub des Zahnrades (rechts)

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09 Ruhe- und Bildtransportstellung.jpg [ 152.21 KiB | 3917-mal betrachtet ]

Zugehörige Zahnradstellung in Ruhe (links) und beim Vorschubbeginn (rechts)

Somit war dieser Fehler behoben. Aber noch immer blockierte irgendetwas den Transport der Dias. Nun habe ich mir die übrige Mimik des Transportmechanismuses genauer vorgenommen. Da von oben her nicht viel zu erkennen war, habe ich dann mit 3 Schrauben das Lampengehäuse ausgebaut. Bei genauer Betrachtung des hochfahrbaren Einzelbildschachtes, bemerkte ich eine fehlende kleine Kunststoffnase.

Wenn man verfolgte, wo die in Projektionsstellung eingriff, wurde schnell klar, daß damit ein Hebel freigegeben wurde, der sonst den Bildschiebermechanismus blockiert. Das soll verhindern, daß während die Bildbühne z.B. zum Umdrehen eines falsch eingesteckten Bildes nach oben ausgefahren ist, versehentlich ein Transport ausgelöst werden kann.

Somit war klar, eine neue Nase mußte her! Da etwas Platz war, konnte man ein kleines Teil aufsetzen. Die Position der Nase war ja an der Bruchstelle zu erkennen, die Größe ließ sich an der Eingriffstelle an dem Hebel abschätzen. Aus einem Rest Pertinax habe ich dann schnell ein Stückchen auf die passende Dicke zurecht gefräst und daraus mittels Feile ein passendes Ersatzteil gebastelt. Mit Sekundenkleber und einer winzigen Senkopfschraube wurde dies dann an der Bühne befestigt. Weil von unten der Platz für den doch etwas hervor ragenden Schraubenkopf knapp war, habe ich noch vom Druckguß des Lampengehäuses ein wenig abgefeilt.
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10 Fehlende Rastnase am Einzelbildschacht.jpg
10 Fehlende Rastnase am Einzelbildschacht.jpg [ 165.18 KiB | 3917-mal betrachtet ]

Hier fehlt eine kleine Nase, die in Projektionsstellung der Bildbühne den Transport frei gibt. Die vorhandene, ungenutzte Bohrung habe ich leicht angesenkt und für eine Befestigungsschraube verwendet.

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11 Fräsen des Rastnasenrohlings.jpg
11 Fräsen des Rastnasenrohlings.jpg [ 143.88 KiB | 3917-mal betrachtet ]

Aus einem Reststück Pertinax wurde ein Stück auf die richtigen Maße gebracht und daraus mittels Feile die "Ersatznase" hergestellt.

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12 Ausgefräste neue Rastnase vor einbau.jpg [ 130.88 KiB | 3917-mal betrachtet ]

Die neue Nase und die gekürzte Schraube dazu.

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13 Eingebaute neue Rastnase.jpg [ 180.32 KiB | 3917-mal betrachtet ]

Mit Sekundenkleber und Schraube sollte die Nase nun halten. Unter dem Schraubenkopf erkennt man, daß ich mit der Feile am Lampengehäuse sicherheitshalber etwas Platz geschaffen habe.

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14 Einzelbildschacht mit neuer Rastnase ausgefahren.jpg
14 Einzelbildschacht mit neuer Rastnase ausgefahren.jpg [ 173.22 KiB | 3917-mal betrachtet ]

Der Einzelbildschacht kann trotz der neuen Nase ausgefahren werden. Nichts streift oder blockiert. So hatte ich mir die Sache auch vorgestellt.

Bei den Arbeiten an der Nase fiel mir auf, daß der Einlaufschacht an der Bildbühne in Höhe der Befestigungsschraube gerissen war und deshalb bedrohlich wackelig war. Beim Lösen der Schraube fielen mir die Teile dann gleich entgegen. Es gab sogar zwei Bruchstellen, sodaß ein Stückchen ganz heraus brach. Mit der Originalschraube und deren kleinen Unterlegscheibe war hier nichts zu retten. Also mußte statt der Scheibe ein Blechstreifen her. Der gibt der Sache nun wieder richtigen Halt!

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15 Gebrochener Diaführung 2.JPG
15 Gebrochener Diaführung 2.JPG [ 136.26 KiB | 3917-mal betrachtet ]

Hier ist der Einlaufschacht durchgebrochen. Mit einer normalen Unterlegscheibe hält das auf Dauer nicht mehr.

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16 Neue Befestigung des Bildschachtes.jpg [ 140.22 KiB | 3917-mal betrachtet ]

Mit einem Blechstreifen als "Unterlegscheibe" ließ sich auch diese Angelegenheit reparieren. Die gelben Pfeile zeigen auf die Führungsnasen, die, wie weiter unten beschrieben, für Klemmer beim Magazinvorschub sorgten.

Nach Einbau des Lampengehäuses klappte der Transport nun fast perfekt. Nur ein hartes Geräusch bei jedem Bildwechsel störte mich noch. Das verursachte der Exzenterhebel an dem Zahnrad, der den Diatransport bewerkstelligt. Der lief an einem Umkehrpunkt etwas stramm. Das ließ sich durch Feinjustierung des Griffes für den manuellen Transport ändern. Dazu mußte ich nur eine Schraube an der Griffunterseite lockern und diesen soweit verschieben, daß der Exzenterhebel in beiden Umkehrpunkten nahezu spielfrei lief. Dann die Schraube wieder anziehen und ein weiteres Problem war behoben.

Nachdem alles wieder zusammengebaut war, habe ich dann mal ein ganzes Magazin eingesetzt und die Bilder durchlaufen lassen. Schon beim Einsetzen und Durchschieben des Magazins von Hand fiel mir auf, daß es sich zu Anfang und Ende leichtgängig schieben ließ, in der Mitte aber etwas Schwergängig war. Das zeigte sich dann auch bei motorischem Transport. Je weiter die Mitte des Magazins dran war, desto eher zeigten sich Transportstörungen. Das konnte nicht so bleiben.
Also nochmal den Projektor geöffnet und den Bereich unter die Lupe genommen, der die Störung verursachte. Es war nämlich klar ersichtlich, daß dafür eine Kunststoffschiene zwischen dem Magazinschacht und dem Gehäusedeckel verantwortlich war. Diese Schiene ist von unten nahe ihrer Enden verschraubt. Ich vermute, daß sich diese Teil um wenige 1/10 mm verzogen hat. Da im kritischen Bereich die Schiene zwei federnde Nasen hat, an denen das Mazazin geführt wird, hätte ich da Material abtragen müssen. Das war mit aber zu heikel, Deshalb habe ich mir einen ca.0,5 mm dicken und ca. 3 mm breiten Polystyrol-Streifen zurecht geschnitten und mit Sekundenkleber auf die Kante zur Schachtabdeckung geklebt. Nun ist genug Spiel und alle Magazine laufen leicht und störungsfrei durch.

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17 Abhilfe gegen klemmende Magazine.jpg
17 Abhilfe gegen klemmende Magazine.jpg [ 90.6 KiB | 3917-mal betrachtet ]

Ein PS-streifen zwischen der Schachtabdeckung und der Kunststoffschiene sorgt nun für eine leichtgängige Magazinführung.

So kann man das Gerät wieder voll funktionsfähig abliefern! Natürlich habe ich die Sache nicht am Stück durchgezogen. Die meiste Zeit habe ich damit verbracht, das Zusammenspiel der Einzelteile zu studieren. Die eigentlichen Problemlösungen sind dann meist schnell erledigt. Vor Allem freue ich mich natürlich, daß ich so etwas überhaupt wieder in Angriff nehmen konnten, denn das war vor einigen Monaten noch nicht klar!

MfG

Wilhelm


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 Betreff des Beitrags: Re: Reparatur eines Projektors Paximat Multimag 250 S-AF
BeitragVerfasst: Di 26. Jan 2016, 17:43 
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Hallo Wilhelm!
Ein erstklassiger Bericht. Da ich auch so ein Gerät mein Eigen nenne, ist das Wissen, wie das Gerät aufgebaut ist, Gold wert.
Hermann

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Du fragst, Freund, "was ist Theorie?" Wenn's stimmen soll und stimmt doch nie!
"Und Praxis?" Frag nicht dumm! Wenn's stimmt und keiner weiß warum!


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 Betreff des Beitrags: Re: Reparatur eines Projektors Paximat Multimag 250 S-AF
BeitragVerfasst: Di 26. Jan 2016, 17:56 
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Ich glaube ich muss mir unseren alten Rollei Karusselprojektor auch mal vornehmen... Der hakelt nämlich auch :pfeif:
Danke für diesen ermutigenden Bericht :goodpost:

:hi: Philipp

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Das Gefährlichste ist das Leben als solches - und immer mit Todesfolge!


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 Betreff des Beitrags: Re: Reparatur eines Projektors Paximat Multimag 250 S-AF
BeitragVerfasst: Mi 27. Jan 2016, 09:21 
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Hallo Wilhelm,

gute Idee, die Reparatur genau zu dokumentieren. Es werden immer weniger Leute, die es noch gewohnt sind, defekte Dinge zu reparieren, statt sie wegzuwerfen. Wer sich dann doch an eine Reparatur heranmachen muss, weil es keinen Ersatz mehr gibt, freut sich sehr über so einen Bericht.
Ich selbst bin erfahrener Alles- und Vielreparierer, bin aber trotzdem bei komplizierteren Sachen froh, wenn ich von der Erfahrung anderer profitieren kann.

Viele Grüße,

Bob


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 Betreff des Beitrags: Re: Reparatur eines Projektors Paximat Multimag 250 S-AF
BeitragVerfasst: Di 31. Okt 2017, 18:33 
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Kürzlich machte der Projektor meines Cousins erneut Schwierigkeiten! Also habe ich ihn erneut nachgeschaut. Aber diesmal war kein wirklicher Defekt aufgetreten, sondern nur der Exzenterhebel, der den Transportschieber bewegt, aus seiner Führung gesprungen. Das kann offensichtlich gelegendlich passieren bei einer Transportstörung, z.B. wenn ein Dia verkantet oder klemmt. Oft dürfte dann der Antriebsriemen einfach durchrutschen, aber hier war diesmal der Exzenterhebel übergesprungen. Das ist eigentlich leicht zu beheben, erfordert aber das Öffnen des Gehäuses. Dann ist der Hebel schnell wieder in seine richtige Position gebracht.

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27 Exzenterhebel übergesprungen.JPG
27 Exzenterhebel übergesprungen.JPG [ 96.87 KiB | 1213-mal betrachtet ]

Hier ist der Exzenterhebel aus seiner Führung am Transportschieber gesprungen. Zurück in die richtige Position geht es durch leichtes Verbiegen des Schiebers nach hinten und Einschwenken des Exzenters in die Nut an der rechten Kante.

Dateianhang:
26 Exzenterhebel in Transportstellung.JPG
26 Exzenterhebel in Transportstellung.JPG [ 96.98 KiB | 1213-mal betrachtet ]

Hier ist der Transport noch nicht ganz abgeschlossen, denn die Exzenternase gleitet noch im unteren Teil der Nut und drückt den Schieber so weiter nach rechts. Drehrichtung des Hebels ist gegen den Uhrzeigersinn.

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29 Exzenterhebel bei manuellem Diatransport.JPG
29 Exzenterhebel bei manuellem Diatransport.JPG [ 77.1 KiB | 1213-mal betrachtet ]

In dieser Stellung muß sich der Exzenterhebel zu Ende eines Diatransports befinden. Jetzt läßt sich auch ein manueller Diatransport bewerkstelligen, ohne daß der Exzenterhebel bewegt wird, weil die Nase oberhalb der Nut steht.

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28 Transportschiene am Endanschlag.JPG
28 Transportschiene am Endanschlag.JPG [ 98.09 KiB | 1213-mal betrachtet ]

Damit die Exzenternase leicht und spannungsfrei in der Nut gleitet, muß der Transportschieber in der gezeigten Position auf der Transportschiene sitzen. Wenn etwas Luft zwischen dem Schieber und dem Ende der Schiene ist, führt das dazu, daß die Exzenternase kurz vorm Umkehrpunkt mit einem harten Geräusch in die Endposition springt. Zum Korrigieren der Position muß man die Schraube unten am Transportgriff etwas lösen und mit einem Schraubendreher den Transportschieber an der unten im Bild sichtbaren Nase ganz nach rechts drücken.

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24 Transportgriff in richtiger Stellung.JPG
24 Transportgriff in richtiger Stellung.JPG [ 64.63 KiB | 1213-mal betrachtet ]

In dieser Stellung des Transportgriffes paßte die Einstellung und der Transport der Dias lief schön weich ab.

Ein weiterer kritischer Punkt, der mir noch aufgefallen war, betraf einen Sperrhebel, der verhindern soll, daß bei ausgefahrenem Einzelbidschacht ein Transport ausgelöst werden kann. Ist der Schacht eingefahren, drückt die Nase (die ich ja damals erneuert habe), den vorderen Teil des Sperrhebels gegen eine kleine Feder nach unten. Das hinter Ende gleitet dann auf der Transportschiene entlang.

Bei ausgefahrenem Schacht gibt die Nase den Hebel frei und die Feder hebt das vordere Ende an. Dabei senkt sich natürlich das andere Ende ab und rastet in eine Nut der Transportschiene ein und blockiert somit einen Transport.

Soweit die Funktion des Sperrhebels. Das Problem , was mir aufgefallen war, bestand darin, daß der Hebel sich auf seiner Achse axial verschieben konnte (z.B. durch Erschütterungen). Eigentlich sollte das wohl durch eine Schlitzung und Spreizung der Achse verhindert werden. Aber im Laufe der Zeit scheint die Spreizung nicht mehr ausreichend zu sein. Um einer Wanderung auf der Achse entgegen zu wirken, habe ich auf der Spitze der Achse mit einem Tropfen Schmelzkleber vorbeugend eine kleine U-Scheibe fixiert.

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23 Hebel kann auf Achse wandern.JPG
23 Hebel kann auf Achse wandern.JPG [ 133.29 KiB | 1213-mal betrachtet ]

Hier ist der Sperrhebel und die Achse zu erkennen. Weil der Einzelbildschacht ausgefahren ist, hat die Feder den Hebel links angehoben und das andere Ende blockiert in einer Nut somit die Transportschiene.

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24 Hebel gegen Verschiebung auf Achse gesichert.jpg
24 Hebel gegen Verschiebung auf Achse gesichert.jpg [ 186.61 KiB | 1213-mal betrachtet ]

So habe ich den Hebel nun vorbeugend mittels einer Unterlegscheibe und etwas Schmelzkleber gesichert.

Dateianhang:
19 Hebel in Sperrstellung.jpg
19 Hebel in Sperrstellung.jpg [ 181.32 KiB | 1213-mal betrachtet ]
Bild 19
Hier noch mal das vordere Hebelende mit der Feder. Der Schraubendreher zeigt auf auf die Aussparung für die Rastnase am Einzelbildschacht.

Dateianhang:
21 Hebelende in Transportstellung.jpg
21 Hebelende in Transportstellung.jpg [ 217.11 KiB | 1213-mal betrachtet ]

Wenn der Schacht eingefahren ist , gleitet das Ende des Sperrhebels auf der Transportschiene und läßt so den Diatransport zu...

Dateianhang:
22 Hebelende in Sperrstellung.jpg
22 Hebelende in Sperrstellung.jpg [ 200.52 KiB | 1213-mal betrachtet ]

...andernfalls rastet das Ende in eine Nut am Transportschieber ein und blockiert den Transport.

Die Problembeschreibung mit Worten ist nicht ganz einfach, aber zusammen mit den Bildern ist es hoffentlich verständlich. Offensichtlich treten Probleme mit dem Gerät häufiger auf, wie ich aus den für so ein spezielles Thema doch überraschend häufigen Aufrufen schließe. Ich hoffe, daß nun alles wieder für die nächste Zeit läuft. Allerdings das Überspringen des Exzenterhebels wird man nie endgültig abstellen können, außer durch Nichtbenutzung! Aber wenn man weiß wie, dann ist das ja schnell behoben!

MfG

Wilhelm


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 Betreff des Beitrags: Re: Reparatur eines Projektors Paximat Multimag 250 S-AF
BeitragVerfasst: So 14. Jan 2018, 14:16 
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Was für ein phantastischer Beitrag.
Ich fürchte aber, dass die Braum Paximat, wie auch mein Gerät-, sehr reperataturanfällig sind. Ein bisschen scheue ich mich noch
davor und überlege, ob ich nicht doch ein anderes neueres Gerät kaufen sollte.

Vielen Dank!!!!


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