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 Betreff des Beitrags: Zitronensäure
BeitragVerfasst: Do 14. Dez 2017, 05:27 
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Moinsen
Ich hätte hier einige "Beschriftungsrahmen" und Handgriffe
von einem alten Schubladenschrank.
Sind aus sehr dünnen Blech gefertigt.
Verzinkt und Flugrostig.
Hier würde sich Zitronensäure anbieten um zwei Fliegen mit einer
Klappe zu schlagen(entrosten und entzinken).
Wie gesagt das Material ist sehr filigran,muß ich aufpassen wie Schweindi
wie bei Phosphorsäure oder greift die Zitronensäure nachdem Rost und Zink
weg sind das Metall nicht an?
Lg
Flip


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitronensäure
BeitragVerfasst: Do 14. Dez 2017, 09:26 
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Kurz: Keine Sorge es wird nur dem Rost und dem Zink an den Kragen gehen.

Lang: Citronensäure reduziert zunächst das Eisen(3+), welches als Rost (Fe2O3) vorliegt zu Eisen(2+), welches dann von der Citronensäure komplexiert wird. Der Komplex ist gut wasserlöslich und somit wird das Eisen(2+) in Lösung gehalten. Die Citronensäure hat also gleich zwei Eigenschaften, die zur Rostentferung beitragen. Einmal als Reduktionsmittel und einmal als Ligand.

Eisen in metallischer Form liegt aber elementar als Eisen(0) vor. Eine Reduktion durch Citronensäure ist nicht mehr möglich und auch eine Komplexierung kann nicht statt finden. Es wird also keine Reaktion mit dem blanken Metall statt finden.

PS: Die Entfernung der Zinkschicht kann etwas länger dauern, also ruhig etwas Zeit lassen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitronensäure
BeitragVerfasst: Do 14. Dez 2017, 10:01 
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Hxg135 hat geschrieben:
Eisen in metallischer Form liegt aber elementar als Eisen(0) vor. Eine Reduktion durch Citronensäure ist nicht mehr möglich und auch eine Komplexierung kann nicht statt finden. Es wird also keine Reaktion mit dem blanken Metall statt finden.


Das haben die blanken Metallteile, die ich zur Entzunderung in die Zitronensäure gelegt und dann ein paar Tage vergessen habe, allerdings anders empfunden. :pfeif:

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Grüße | Dominik


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitronensäure
BeitragVerfasst: Do 14. Dez 2017, 10:12 
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Wie hat sich das den geäußert?

Das klingt aber sehr danach, das noch etwas anderes dafür gesorgt hat, das Eisen(2+)-Ionen aus dem Metall gelöst und komplexiert wurden. Könnte mir vorstellen, dass die blanke Metalloberfläche durch den Sauerstoff im Wasser zu Rost umgesetzt wurde und dann die Reaktion mit der Citronensäure erneut ablaufen konnte.

Hattest du noch andere Zusätze/Metalle drinne? Material des Behälters? dest. Wasser für die Citronensäure Lösung verwendet?


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitronensäure
BeitragVerfasst: Do 14. Dez 2017, 10:14 
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DominikS hat geschrieben:
... die blanken Metallteile, die ich zur Entzunderung in die Zitronensäure ...
Wie entzundert man denn blanke Teile?


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitronensäure
BeitragVerfasst: Do 14. Dez 2017, 10:27 
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Mit blank war "ohne Rost" gemeint. Die hatten eine dünne Zunderschicht vom Härten. Die Teile waren vor dem Bad rund (Drehteile) und nach dem Bad einseitig sichtbar abgeflacht. Ob die abgeflachte Seite die Ober- oder Unterseite im Bad war kann ich nicht sagen. Die sollten eigentlich nur einen Augenblick in die heiße Säure (war beim Einlegen heiß und ist dann abgekühlt), habe die dann aber vergessen...

Das Bad war vermutlich mit Leitungswasser angesetzt. Der Behälter aus Edelstahl mit Einhängegitter aus Edelstahl.

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 Betreff des Beitrags: Re: Zitronensäure
BeitragVerfasst: Do 14. Dez 2017, 10:47 
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Wenn es einseitig abgeflacht wurde, wird das die Auflagestelle zum Edelstahl gewesen sein. Anders könnte ich mir eine abgeflachte Seite nicht erklären. Möglich, das Bestandteile im Edelstahl in Kombination mit Ionen im Wasser und dem Drehteil ein galvanisches Element gebildet haben.

Interessant wäre der Versuch mit Kunststoff Behälter und einer Citronensäure Lösung aus dest. Wasser.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitronensäure
BeitragVerfasst: Do 14. Dez 2017, 11:49 
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Ich weiss, dass in der Galvanik konzentrierte Säuren verwendet werden um Rost oder auch unerwünshcte Beschichtung ohne Angriff aufs Grundmaterial zu entfernen, da gehts allerdings nur um einen ganz kurzfristigen Einsatz. Ich vermute mal ins blaue, wenn man das länger macht, wirds das Grundmaterial nicht überstehen. Ob das jetzt mit jedem Material geht, oder bloss bei bestimmten weiss ich jetzt nicht mehr.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitronensäure
BeitragVerfasst: Do 14. Dez 2017, 13:15 
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In der Gleichung da oben wird davon ausgegangen, dass Fe in reiner Form vorliegt, was es natürlich nicht tut. Es handelt sich immer um Legierungen meist zusätzlichen Unreinheiten. Es kommen daher auch immer galvanische Vorgänge zum tragen, die unter Einwirkung von Säuren oder Chloriden auch zu weiteren Zerstörungen führen (können).


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitronensäure
BeitragVerfasst: Do 14. Dez 2017, 13:36 
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Hxg135 hat geschrieben:
Eisen in metallischer Form liegt aber elementar als Eisen(0) vor. Eine Reduktion durch Citronensäure ist nicht mehr möglich und auch eine Komplexierung kann nicht statt finden. Es wird also keine Reaktion mit dem blanken Metall statt finden.
DominikS hat geschrieben:
Das haben die blanken Metallteile, die ich zur Entzunderung in die Zitronensäure gelegt und dann ein paar Tage vergessen habe, allerdings anders empfunden. :pfeif:

Das kann ich bestätigen!!!
Ich habe einen großen Posten Maulschlüssel entrosten wollen, zum Glück mit einem Exemplar erstmal einen Test gemacht.
Nach ca. einer Stunde Aufenthalt im heißen Säurebad war die Beschriftung völlig weg und teilweise tiefe Krater/Narben entstanden.
Also Vorsicht!

Arnd


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