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 Betreff des Beitrags: Schockbilder eines Bremszylinders
BeitragVerfasst: Sa 29. Jul 2017, 00:26 
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Hallo,

habe hier ein etwas älteres Moped, das die Tage einen neuen Hinterradreifen spendiert bekam. Der hintere Bremszylinder ziert sich etwas und tritt erst in Erscheinung, wenn das hintere Rad ausgebaut ist. An der aufgedrückten Staubschutzkappe erkennt der erfahrene Mopedschrauber sofort, dass da unterm Gummi was faul ist (Bild 1+2). Die Schubstange (Gewindestange M8 in Bild 2) ist übrigens absolut trocken und die Bremse war von ihrer Wirkung unauffällig.

Also den Bremszylinder ausgebaut und mal die Staubschutzkappe zurückgestreift (Bild 3-5), da packt einen das nackte Grauen. Ist nicht das erste Mal, dass ich einen vergammelten Bremszylinder in der Hand hatte, das Teil hier stellt alles bisher gesehene in den Schatten.

Hat die Technik eigentlich noch nichts besseres auf die Beine gestellt, als diesen Mist mit dieser elenden Bremsflüssigkeit ?
Man kann die Uhr danach stellen, wann es mit hydraulischen Bremsen zuverlässig Probleme gibt.
Da lobe ich mir guten noch älteren Trommelbremsen, betätigt über Seilzug oder Zugstange.

Hat eigentlich schon mal einer seine hydraulische Bremse auf ATF o.ä. umgestellt ?
Was sagen die Gummidichtungen auf den Kolben der Bremszange dazu und was die Bremsschläuche ?

Micha


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 Betreff des Beitrags: Re: Schockbilder eines Bremszylinders
BeitragVerfasst: Sa 29. Jul 2017, 06:51 
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Du must mal nachsehen was ist das für ein Schmutz. Ist das Rost oder AluOx oder Sand . Erst danach kannst du für Abhilfe sorgen , ich vermute Sand und Rost , dann liegt es an einer schlechten Pflege. Nicht immer und überall ist Sauberkeit gut . Ich habe schon an Fahrzeugen häufig gesehen das diese Kapputgewaschen wurden. Hochdruckreiner sind super Gefährlich. Da wird der Dreck und Wasser unter Gummidichtungen und Manschetten gedrückt übrigens auch die Farbe zerstört . Wenn du die Bremsflüssigkeit überprüft hättest wäre die auch mit Wasser vermischt gewesen. Ein Einsatz von Mineralöl ist nicht möglich da die Dichtungen in kurzer Zeit aufquellen und die Anlage sofort alles Öl verliert. Die Bremsschläuche werden auch quellen das kein Öl mehr durchgeht. Es gibt nur eine Abhilfe Eine Abdeckung bauen das dort kein Schmutz (auch Wasser + Druck) mehr dran kommt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Schockbilder eines Bremszylinders
BeitragVerfasst: Sa 29. Jul 2017, 06:56 
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 Betreff des Beitrags: Re: Schockbilder eines Bremszylinders
BeitragVerfasst: Sa 29. Jul 2017, 08:57 
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Nein ! Zuviel falsche Pflege.

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 Betreff des Beitrags: Re: Schockbilder eines Bremszylinders
BeitragVerfasst: Sa 29. Jul 2017, 09:04 
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Bremsflüssigkeit mindestens ein mal jährlich wechseln - dazu immer ein neues, versiegeltes Gebinde benutzen.
Unter der Manschette kann sich alles mögliche ansammeln. Wenn sich das Zeug mit etwas Seifenwasser und weicher Bürste auflöst, sind es Rückstände der Bremsflüssigkeit -> Dichtungen der Pumpe defekt. Möglicherweise gibts dafür Reparatursätze.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schockbilder eines Bremszylinders
BeitragVerfasst: Sa 29. Jul 2017, 09:10 
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Moin Micha,

sorry aber ich muss mich meinen Vorrednern anschließen. Dieses System funktioniert quasi seit den 50ern astrein. Egal wo, ob Eisenbahn, Flugzeugen oder Kfz`s. Das System funktioniert. Kein Dampfreiniger und keine defekte Manschetten vorausgesetzt.Experimetier nicht mit den vorgeschriebenen Bremsflüssigkeiten herum. DOT 5.0 und 5.1 sind sich spinnefeind aber meines Erachtens nach nicht verwechslungsfähig da der eklatante Unterschied spätestens an der Kasse auffällt.
Eine Sache die mir an Moppeds von Kumpels negativ aufgefallen ist: Immer mehr Chinakrams aus Ibä hält Einzug. Gerade das Gummi/Kunststoffgedöns ist von brachial schlechter Qualität, wie Spritleitungen die nach innen aufquellen,viel zu viel oder zu wenig Weichmacher oder Spritleitungen aus China die nicht E10 fest sind etc etc Die Liste ist nahezu endlos.Persönlich gilt hier für mich: Originalteile an Bremsen. Und damit meine ich nicht unbedingt vom Kfz-Hersteller sondern vom Bremsenhersteller.
An hydr. Kupplungszylinder habe ich " in etwa" das gleiche mal gesehen aber das war ein Toyota LandCruiser der vorher fast 18 Monate durch ganz Afrika durchgegurkt ist
Umbau auf Trommelbremsen geht immer aber vergleichbare Bremswerte sind nur mit Trommelbremsen im 4-stelligen Bereich möglich.

Tommel


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 Betreff des Beitrags: Re: Schockbilder eines Bremszylinders
BeitragVerfasst: Sa 29. Jul 2017, 12:34 
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Tommel hat geschrieben:
Dieses System funktioniert quasi seit den 50ern astrein. Egal wo, ob Eisenbahn, Flugzeugen oder Kfz`s.
Tommel


Bei allen Eisenbahnen gibt es ein einheitliches System.
Die Druckluftbremse nach der Erfindung von George Westinghouse.

Hans

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 Betreff des Beitrags: Re: Schockbilder eines Bremszylinders
BeitragVerfasst: Sa 29. Jul 2017, 14:48 
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Wschraub hat geschrieben:
Du must mal nachsehen was ist das für ein Schmutz. Ist das Rost oder AluOx oder Sand .

Der Dreck ist auskristallisierte Bremsflüssigkeit, selbige lies sich unter warmen Wasser mit einer Zahnbürste problemlos entfernen, da wasserlöslich. Der hintere Gummiabstreifer des Kolbens trägt deutliche Schleifspuren, die durch Ablagerungen der Bremsflüssigkeit an der Zylinderwandung entstanden sind, s. Bild 6+7. Dadurch "schwitzte" der Kolben etwas nach hinten, die "Schwitze" sammelte sich unter der Staubschutzkappe und ist dort auskristallisiert.

Es sind genau diese Ablagerungen an den Zylinderwänden, die früher oder später immer wieder zu genau diesen Problem führen. Nicht regelmäßiges Wechseln der Bremsflüssigkeit wird von Seiten der Werkstätten immer als Grund für diese Probleme angeführt, ich habe aber auch schon Bremszylinder von nach Vorschrift gewarteten Fahrzeugen gesehen, die sahen ähnlich übel aus. Hier höre ich dann, dass dies nach > 10 Jahre unvermeidbar sei.

Wobei Lochfraß in dem Bereich zwischen Leichtmetall und Staubschutzkappe (Bild 8 ) für mich darauf hindeutet, dass eine Hydraulik mit Bremsflüssigkeit auf lange Sicht eben nicht perfekt ist. Gleiches gilt für die Ablagerungen an den Zylinder Wandungen. Wobei ich auch an den Wandungen schon oft Lochfraß gesehen habe. Mit ATF würde es solche Probleme sicherlich nicht geben.

Micha


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 Betreff des Beitrags: Re: Schockbilder eines Bremszylinders
BeitragVerfasst: Sa 29. Jul 2017, 16:39 
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Die Bremsflüssigkeit dient ja auch zur Wärmeabfuhr, wie verhält sich denn ATF bei hohen Temperaturen?
Und wie verändert sich die Viskosität bei hohen oder niedrigen Temperaturen?
Gruß, Thorsten


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 Betreff des Beitrags: Re: Schockbilder eines Bremszylinders
BeitragVerfasst: Sa 29. Jul 2017, 17:33 
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Ich lese das hier interessiert.
Bremsflüssigkeit, zumindest die auf Glykolbasis (Dot3,4 und 5.1), nimmt Wasser auf. Das muss sie auch, damit sich kein Wasser absetzt.
In meinem Motorrad (Alter 15 Jahre) tausche ich die Flüssigkeit alle 3 Jahre. Ich kenne solche Ablagerungen nicht. Es ist immer alles sauber und "wie neu"
Vor zwei Wochen habe ich die Bremsanlage meines Gabelstaplers zerlegt, der ist Baujahr 92, hat 1500 Betriebsstunden was ja eher ein Nachteil ist.
Da ist noch nie etwas an der Bremsanlage gemacht worden, vor 10 Jahren wurde mal die Flüssigkeit getauscht.
Alles ist sauber und sah auch eherfabrikneu aus. Der Stapler hat das Problem das er immer mal richtig belastet wird und dann wieder 2 Monate steht.

Wenn sich solche Ablagerungen, wie auf den Fotos, bilden muss schon sehr viel Wasser in der Bremsflüssigkeit sein. Das ist wohl durch den Fraß unter der Manschette eingedrungen.
Ich habe Ablagerungen in diesem Stil mal am kleinen Motorrad meines Sohns gesehen. Der ist damals im Winter durch gefahren, auf gesalzenen Straßen, und putzen war ihm zu anstrengend. Bei der Yamaha war nach zwei Wintern sogar der Rahmen durch gefault. Da waren die Aluteile so zerfressen wie man es auf den Bildern sieht.

ATF ist ein Mineralöl. Das würde ich nicht in eine Bremsanlage kippen. Dann quellen die ganzen Dichtungsteile auf.
Jeder der mal einen hydraulischen Citroen gefahren hat kennt das. Die alten haben die rote Flüssigkeit die aus Polyglykol und Rizinusöl.
Dann kam die grüne Flüssigkeit (LHM) auf Mineralölbasis. Wenn man in seinen schönen alten DS die neue grüne Flüssigkeit reingekippt hat ohne die Naturkautschukdichtungen zu tauschen war alles hin. Die Dichtungen für LHM waren grün überlackiert.
Es gab auch Fahrzeuge die mit LHS Flüssigkeit fuhren, die war in schwarzen Behältern, das waren Exportfahrzeuge die auch in die USA geliefert werden konnten. Statt LHS konnte auch DOT3 und DOT 4 Bremsflüssigkeit verwendet werden, macht Rolls Royce übrigens auch.

Je höher die DOT Nummer ist um so hygroskopischer ist übrigens die Flüssigkeit. Der höhere Siedepunkt macht bei einem alten Moped nicht so viel aus.

grüße


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